Nordamerika-Auftakt als guter ÖSV-Start in WM-Saison

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Der Auftakt der Nordamerika-Tournee war für die alpinen ÖSV-Asse ein guter Start in die WM-Saison.

Sechs Podestplätze in vier Rennen, vor allem aber der Doppelsieg im Aspen-Slalom durch Kathrin Zettel vor Marlies Schild sorgten für Zufriedenheit im Lager des Skiverbandes.

Während nun in Lake Louise erstmals auch für die Speed-Damen die Stunde der Wahrheit schlägt, geht es für die Herren diese Woche mit den Klassiker-Rennen in Beaver Creek weiter.

48.000 Euro Preisgeld

"Es war sehr wichtig, so einen guten Start in die WM-Saison zu haben", stellte auch ÖSV-Sportdirektor Hans Pum nach dem Damen-Doppelsieg in Aspen und den weiteren Podestplätzen für Zettel (2. im RTL), Max Franz (2.) und Klaus Kröll (3.) in der Abfahrt bzw. Joachim Puchner (3.) im Super-G fest.

"Das zeigt, dass wir in allen Disziplinen vorne mitfahren können."

Allerdings sind dank ihres Doppelsieges vorerst die ÖSV-Damen das starke Geschlecht. Und hier vor allem Zettel.

Die jahrelang von vielen Problemen zurückgeworfene Niederösterreicherin fährt stark wie in ihren besten Zeiten und räumte in Aspen mit umgerechnet 48.000 Euro sogar mehr Preisgeld ab als Weltcup-Dominatorin Tina Maze.

Liebeserklärung von Zettel

"Das war ein großer Tag für mich", strahlte die 26-Jährige nach ihrem Comeback-Sieg am Sonntag.

Mit Aspen verbindet Zettel längst eine besondere Beziehung. Erstes Podium, erster Sieg und jetzt die große Rückkehr mit ihrem neunten Weltcup-Triumph und dem achten Podium alleine in Aspen.

"Ich mag den Hang, die kleine Stadt, die Menschen", lautete Zettels Liebeserklärung. "Schade, dass wir hier nächstes Jahr nicht fahren."

Schild kann nicht zaubern

Auch Schild gab sich zufrieden, obwohl sie nun erstmals seit sieben Jahren in fünf Slaloms ohne Sieg geblieben ist und weiter den Schneider-Rekord von 34 Slalom-Erfolgen nachjagt.

"Für mich war's eher ein harter Tag. Ich hatte noch keine Ergebnisse und war daher entsprechend nervös", gab die Salzburgerin zu.

Trotz Nervosität, angezogener Handbremse und einem Riesenfehler im Finale reichte es dennoch für Platz zwei. Deshalb sah es auch Schild positiv.

"Ein weiterer Ausfall wäre nicht so gut für den Kopf gewesen. Irgendwann wird es schon klappen mit dem 34. Sieg. Es kommen ja noch viele Rennen, und ich bin in guter Form", versicherte sie.

"Hier hat einfach das nötige Glück gefehlt, zaubern kann auch ich nicht."

ÖSV-Herren warten noch

Während die Technik-Damen am Montag nach Hause und die Speed-Girls nach Kanada flogen, haben die ÖSV-Herren die Chance, den noch fehlenden ersten Saisonsieg in Colorado nachzuholen.

Schon in Kanada schlug sich das junge Speed-Team prächtig. Nach Franz und Kröll in der Abfahrt sorgte Joachim Puchner auch im Super-G für einen ÖSV-Podestplatz.

Um den er wegen des Hundertstelvorsprungs auf Ted Ligety zwar bis zum Schluss bangen musste, am Ende aber doch jubeln durfte.

Puchner mit "Wut im Bauch"

"Ich war am Limit und bin nach meinem Abfahrtsfehler auch mit etwas Wut im Bauch gefahren", erzählte der Salzburger.

"Jetzt strahle ich über das ganze Gesicht", frohlockte der 25-Jährige, der nach einer podestlosen Saison endlich wieder in die Top-3 gekommen war.

Die Freude auf Beaver Creek war spürbar. "Das ist alleine von der Überwindung her ganz was anderes. Mit einem Stockerlplatz dorthin anzureisen, ist super", sagte Puchner.

Routine und Mut gefragt

ÖSV-Herrenchef Mathias Berthold lobte, fand aber wie immer auch warnende Worte.

"Einige haben in Kanada ihre Leistung nicht so abgerufen, wie sie es wirklich können. Auf uns wartet einiges an Arbeit, denn Svindal hat uns mit seinen zwei Siegen einiges vorgelegt", trieb Berthold seine Burschen an.

Da kommen die Rennen in Colorado, wo nach Abfahrt (Freitag) und Super-G (Samstag) am Sonntag auch Marcel Hirscher und Co. zum Riesentorlauf antreten, gerade recht.

"In Beaver Creek ist Routine und der Mut wieder mehr gefragt als in Kanada. Diesbezüglich sind unsere Jungs aber sehr gut", ist Berthold überzeugt.

Franz zeigt erstmals auf

Neben Weltcupsieger Kröll, der wie von Neo-Coach Burkhard Schaffer richtig vorhergesehen trotz verpasstem Sommertraining bereits wieder in guter Form ist, gefiel Berthold auch Max Franz' erster Podestplatz.

"Svindal war vielleicht die Erscheinung des Wochenendes. Dahinter kommt aber gleich Max", sagte der Coach.

"Was er da abgeliefert hat, gibt ihm, aber auch der ganzen Mannschaft viel Selbstvertrauen. Er darf jetzt nur nicht übers Limit gehen."

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