Feuz schießt wegen Reglement gegen die FIS

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Gleich nach dem Ausfall von Marcel Hirscher im Slalom von Kranjska Gora flogen Giftpfeile aus der Schweizer Ecke.

„Ich habe schon beim Einfahren gesehen, dass er extrem nervös ist“, zündelte Swiss-Ski-Coach Osi Inglin vor dem Weltcup-Finale.

Österreichs Herren-Chef Mathias Berthold biss sich nach dem Super-G in Schladming auf die Lippen, lächelte nur.

Auf eine Kampfansage oder Retourkutsche verzichtete er aber, wohlwissend, dass der Druck auf Beat Feuz nach seinem Ausfall und Platz drei für Hirscher ohnehin riesig ist vor dem Riesentorlauf.

"Marcel muss auch erst fahren"

Der „Kugelblitz“ wollte nach dem Rennen von Druck nichts wissen.

„Meine Paradedisziplinen sind vorbei, ich habe keinen Druck mehr“, möchte der Schweizer im Riesentorlauf Hirschers Erfolgsrezept kopieren und „einfach drauflos fahren“.

Die Rechnung ist bei 75 Punkten Vorsprung einfach: „Wenn ich in die Punkte fahre, ist es super, wenn nicht, kann man eben auch nichts machen."

Und: "Marcel hat Boden gut gemacht, aber er muss auch erst einmal runterfahren“, versucht der 25-Jährige seinerseits, Hirscher unter Druck setzen.

Slalom-Start als Option

„Mein Ziel ist es schon, ein paar Punkte zu machen, damit Marcel zwei Resultate braucht und ihm ein Top-Ergebnis nicht reicht.“

Gut möglich, dass Feuz am Sonntag auch im Slalom an den Start geht, je nachdem wie die Ausgangslage am Samstag nach dem Rennen ist.

„Wenn es hart auf hart kommt, fahre ich!“

Das lädierte Knie bereitet dem Emmentaler dabei weit weniger Kopfzerbrechen als das FIS-Reglement.

"Wie fair ist das Reglement?"

Dass Hirscher im Super-G mit Startnummer 2 ins Rennen gehen konnte, obwohl er in dieser Saison nur einen Super-G gefahren und in Crans-Montana als 34. nicht in die Punkte gekommen ist, stößt dem Salomon-Piloten sauer auf.

„Da muss man sich schon fragen: Ist das wirklich fair? Das Finale hat eigene Regeln, aber ob es wirklich sinnvoll ist, dass Leute wie Hirscher oder Pinturault vorne starten können, sei dahin gestellt.“

Einmal in Fahrt, dreht der sonst eher ruhige Schweizer mit geröteten Bäckchen weiter auf.

„Warum muss ich in den technischen Disziplinen hinten starten? Das ist wieder ein Nachteil für mich.“

Schon vor der Saison ausgelost

Auch US-Trainer Forest Carey, der den für Feuz verhängnisvollen Super-G gesteckt hat, bekommt sein Fett ab.

„Für einen Super-G war das doch stark auf der Riesentorlauf-Seite. Nur Kurve auf Kurve, ohne in die Hocke zu gehen, da kann man nicht auf Zug kommen“, ärgert sich Feuz.

Dieser Giftpfeil verfehlt aber sein Ziel, denn: Kurssetzer Carey wurde bereits vor der Saison ausgelost …

Stephan Schwabl

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