Michaela Dorfmeister will zurück auf die Pisten

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Alexandra Meissnitzer studiert intensiv ihre Arbeitsunterlagen, Michaela Dorfmeister gibt sich eine Reihe weiter dem festen Schlaf einer im Moment gerade kleinkindlosen Mutter hin.

Während die Zweifach-Mama Renate Götschl daheim ihre beiden Babys versorgt, jetten Meissnitzer und Dorfmeister gerade im Jumbo von Frankfurt nach Denver.

Ihr Endziel Aspen erreichen sie per Auto über Vail. Dort hat dieses mittlerweile zurückgetretene Trio bei der WM 1999 den Mythos der "Golden Girls" erstmals spüren lassen.

Dorfmeister will in den Ski-Zirkus zurück

Vor allem mit dem Dreifachsieg im Super-G. Den hatte es auch in der Abfahrt gegeben, allerdings musste sich Meissnitzer damals in Colorado hinter ihren drei Landsfrauen Götschl, Dorfmeister und Steffi Schuster mit dem enttäuschenden vierten Platz zufriedengeben.

Doch der Schmerz ist längst vergessen. Zwei WM-Goldene, ein Weltcup-Gesamtsieg und das Leben an sich haben den "Dancing Star" aus Salzburg milde gemacht.

Gut möglich, dass vom goldenen Speed-Trio bei der nächsten WM-Auflage 2015 in Vail/Beaver Creek zumindest Meissnitzer und Dorfmeister wieder mit dabei sind.

Die eine in ihrer längst bewährten Rolle als Co-Kommentatorin und Kamerafahrerin im ORF, die andere als Technische Delegierte (TD).

Olympia als Ziel

Technische Delegierte sind die lizenzierten, weil geprüften Abgesandten des Internationalen Skiverbandes, die bei jedem Rennen dafür sorgen, dass der Bewerb den FIS-Regeln entsprechend durchgeführt wird.

Dorfmeister hat - wie auch Ex-Kollegin Karin Skaardal (Köllerer) - die Prüfung gemacht und wird im kommenden Winter ihr erstes Rennen als TD leiten.

Endziel sind, wie könnte es bei einer Doppel-Olympiasiegerin anders sein, die Spiele. Dorfmeister will irgendwann als Technische Delegierte auch bei Olympia dabei sein, und die Chancen stehen gut.

Denn auf dieser Ebene herrscht akuter Mangel an weiblichen Spitzenarbeitskräften.

Weiblicher "Walchhofer"?

Auch Dorfmeister lässt der weiße Sport, der ihr Leben so sehr geprägt hat, also nicht los.

Zwar hätte sie zu Hause im neuen Heim in Purgstall mit Töchterchen Lea (2,5 Jahre) ohnehin genug zu tun, aber auch eine Rolle als fallweise Betreuerin junger Abfahrerinnen, wie sie Michael Walchhofer künftig ausüben soll, könnte ihr gefallen, gestand die Niederösterreicherin.

Zumindest ÖSV-Damencheftrainer Herbert Mandl gefiel die Idee sofort.

"Schlechter als eine Hausfrau"

Dem ist aber womöglich ihre Fitness im Weg, denn die steht derzeit auf eher schwachen Beinen.

Die nach ihrem Doppel-Triumph in Turin 2006 zurückgetretene Speed-Spezialistin hat sich Laktattests unterzogen, um ihre aktuellen Werte zu checken.

"Schlechter als eine Hausfrau", gestand sie spontan und lachend das Ergebnis ein.

Abfahrt auf der Birds of Prey

Zumindest etwas Kraft wird Dorfmeister aber schon am kommenden Montag benötigen. Dann wird sie erstmals die gefürchtete Männerabfahrt "Birds of Prey" in Beaver Creek hinunterfahren.

Dieser langgehegte Wunsch war 2002 bei einem Trainings-Abstecher noch vor der Hälfte von einer Streckensperre beendet worden. Nun wurde sie von ihrer Skifirma Atomic eingeladen, das nachzuholen. Besuch der Damen-Rennen am Wochenende in Aspen inklusive.

Dort hat Dorfmeister die ganze Piste schon mehrmals und im Renntempo geschafft. Im Jahr 2000 sogar als Siegerin des Super-G.

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