Für Baumann wird es im Hinblick auf die WM eng

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Auch Präsidenten können sich manchmal irren. ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel hat vor Saisonbeginn Romed Bauman als einen potenziellen Kandidaten auf den Sieg im Gesamt-Weltcup genannt.

Knapp drei Monate später spuckt die Rangliste Baumann als Nummer 49 aus, mit 80 Punkten hat er 775 Zähler weniger als sein in Führung liegender Teamkollege Marcel Hirscher gesammelt.

Im Hinblick auf die Heim-WM in Schladming wird es für den Allrounder langsam, aber sicher eng.

In Hochform Medaillenanwärter

Wäre der seit Montag 27-Jährige in Hochform, hätte er das Zeug, in Schladming bis zu fünf Medaillen zu erobern und so zum absoluten WM-Star zu werden.

In der Super-Kombination hat Baumann schon zwei Weltcup-Siege gefeiert, in der Abfahrt war er dreimal Zweiter, im Super-G einmal Dritter und im Riesentorlauf dreimal Vierter.

Und im Teambewerb war Baumann in der Vergangenheit stets einer der ersten Anwärter auf einen Startplatz.

Ernüchternd

Der Status quo wenige Tage vor der WM in Schladming (4. bis 17. Februar) schaut aber in Folge von gesundheitlichen Rückschlägen und Materialproblemen ernüchternd aus.

Mit Ausnahme der Super-Kombi (Saisondebüt am Freitag in Wengen) hat Baumann noch kein WM-Ticket in der Tasche.

Die letzte Riesentorlauf-Chance hat er am Samstag in Adelboden, als er grippegeschwächt ausschied, vergeben. Im Super-G steht ein 23. Platz in Lake Louise als bestes Ergebnis zu Buche, immerhin zeigte Baumann in der Abfahrt zuletzt mit Rang acht in Bormio ordentlich auf.

Trainingskilometer fehlen

Im Vorfeld des WM-Winters hat Baumann die Skimarke gewechselt, der Hochfilzener verließ Salomon Richtung Blizzard.

Beim Gewöhnen ans neue Material machte ihm dann aber ein Patellaspitzensyndrom einen gehörigen Strich durch die Rechnung.

"Diese Trainings- und Test-Kilometer fehlen mir punkto Materialabstimmung nach wie vor", berichtete Baumann.

Verzweiflung

Der zweifache Junioren-Weltmeister kämpft mit aller Kraft um den Anschluss und schien zwischendurch der Verzweiflung sehr nahe.

Mittlerweile nimmt er die Situation mit einem Lächeln hin.

"Natürlich gibt es schönere Tage, als wenn man in einem Rennen, in dem man normal um den Sieg mitfährt, 42. wird. Aber es gibt Schlimmeres im Leben", meinte Baumann in Wengen.

Zu viel Druck

Wozu zu viel Druck vor und bei einer Heim-WM führen kann, habe man vor zwei Jahren in Garmisch-Partenkirchen beim Deutschen Felix Neureuther gesehen.

"Felix ist an dieser WM beinahe zerbrochen, er wollte schon seine Karriere beenden. Jetzt liegt er auf Platz vier im Gesamt-Weltcup", weiß Baumann, dass die WM 2013 nicht seine letzte Chance auf Medaillen sein wird.

Bereits 2014 lockt etwa Olympia in Sotschi.

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