WM-Abräumer gibt Stecher Recht

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Lamy Chappuis: "Natürlich ist das ein Vorteil für mich"

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Er ist bislang einer der Abräumer der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften.

Jason Lamy Chappuis hat sowohl den Einzelbewerb der Nordischen Kombination gewonnen als auch den Teambewerb mit der französischen Mannschaft.

Auffallend dabei: Der 26-Jährige hatte in beiden Bewerben eine echte Rakete unter den Füßen, was sich vor allem in den Abfahrten auszeichnete.

Die Skier von Lamy Chappuis waren ein wesentlicher Faktor auf dem Weg zu seinen beiden Goldmedaillen.

Zugleich waren sie auch ein Mitgrund, warum Mario Stecher im Rahmen eines Pressegespräches zum großen Rundumschlag ausholte, der letztendlich zu seinem Rauswurf bei Fischer führte.

"Sind nur irgendwelche Nummern"

„Er (Lamy Chappuis“ kriegt das Beste vom Besten. Er ist die Nummer eins, wir sind dagegen nur irgendwelche Nummern“, schimpfte Stecher.

Was er damit meinte: Lamy Chappuis steht beim französischen Ausrüster Salomon unter Vertrag und wird dort nicht nur fürstlich entlohnt, sondern auch bestens betreut.

Zwei Bewerbe, zwei Goldmedaillen: Für Lamy Chappuis ist der "Grand Slam" möglich

Gutes Verhältnis zu Stecher

„Wir verstehen uns wirklich gut. Ich komme mit den Österreichern wie Mario und Berni (Gruber) sehr gut aus. Speziell Mario ist ja schon sehr lange dabei.“

Man sei nicht nur Kollegen, sondern unterhalte sich bei Gelegenheit auch mal über private Dinge wie Familienangelegenheiten.

„Während des Wettkampfes sind wir Gegner, davor und danach gibt es aber keine Probleme“, stellt Lamy Chappuis klar.

Team-Gold war emotional

Zwei Bewerbe stehen noch aus, neben dem Einzel am Donnerstag auch der Teamsprint am Samstag. Für den dreifachen Gesamtweltcupsieger verliefen die Weltmeisterschaften bislang nach Wunsch.

„Es war ein perfekter Start in bislang perfekte Weltmeisterschaften.“ Die Goldene im Teambewerb stellt er dabei sogar über jene im Einzel.

„Wir wollten eine Medaille, aber Gold kam unerwartet. Es ist die emotionalste Medaille meiner Karriere. Gemeinsam zu gewinnen, bereitet dem gesamten Team – den Serviceleuten, den Trainern und natürlich uns Athleten – eine riesige Freude.“ Diesen Moment mit seinen Kameraden zu erleben, sei schlicht und ergreifend „unglaublich“.

"Grand Slam" möglich

Für ihn ist nun sogar der „Grand Slam“ - ein Sieg in allen vier Bewerben – möglich. Ist dieser aber auch realistisch? „Ich weiß nicht so recht“, stapelt Lamy Chappuis tief.

Stecher hingegen, der bis zuletzt von Fischer ausgestattet wurde, monierte, dass Kombinierer bei seiner – inzwischen ehemaligen – Skifirma nur ein Schattendasein fristen.

"Natürlich ist das ein Vorteil"

LAOLA1 hat Lamy Chappuis mit dem Thema konfrontiert und ihn gefragt, ob er in puncto Material tatsächlich einen entscheidenden Vorteil hat.

Der Olympiasieger von Vancouver machte keinen Hehl daraus, dass die Zusammenarbeit mit Salomon ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg ist.

„Ich bekomme wirklich sehr, sehr gute Ski von Salomon. Die Leute dort arbeiten extrem hart und der Austausch zwischen uns ist großartig. Das ist natürlich ein Vorteil für mich.“

Lamy kriegt, was er braucht

Die Kommunikation zwischen beiden Parteien sei ein wesentlicher Faktor, um den perfekten Ski zu entwickeln. „Es ist eine französische Firma und mit dieser kann ich genau jene Ski austüfteln, die ich will und die ich brauche.“

Zugleich geht er allerdings auch davon aus, dass die Österreicher „bestimmt ebenfalls sehr gute Ski haben“.

Als Vorwurf gegen seine Person will er die Aussage Stechers nicht verstanden wissen, das Verhältnis zwischen den beiden sei nämlich ein sehr gutes.

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„Ich fühle mich doch sehr müde nach den beiden harten Bewerben und all den Strapazen und Emotionen, die dabei im Spiel waren.“

Hat er etwa zu viel gefeiert? „Nein, nein“, lacht der Franzose schelmisch. „So schlimm war es nicht. Natürlich haben wir ein bisschen gefeiert, aber um Mitternacht war ich schon wieder in meinem Zimmer.“

Im Training zurück

Die Trainingsleistungen, die eher mittelmäßig waren, lassen tatsächlich erahnen, dass Lamy Chappuis die letzten Tage in den Knochen stecken.

Wer ihn kennt, weiß aber auch, dass er ein ausgebufftes Schlitzohr ist, das immer erst im Wettkampf seine Höchstleistungen abruft.

Und sollte es mal nicht nach Wunsch verlaufen, so hat er immer noch einen Joker im Talon, der ihm hilft – sein Material.

 

Aus Val di Fiemme berichtet Christoph Nister

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