Moll bei Cross-Sturzorgie mit Gehirnerschütterung

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Das mediale Interesse bei den Olympischen Spielen bringt ans Licht, wie beinhart es in der Snowboard-Disziplin Cross zugeht.

Am eigenen Leib verspürt hat das am Sonntag die Vorarlbergerin Susanne Moll, die nach einem Sturz im Semifinale eine leichte Gehirnerschütterung erlitt.

Sie kam im Klassement an die zwölfte Stelle, Maria Ramberger wurde 19. Gold holte sich die Tschechin Eva Samkova.

Stürze von Moll

Es war nicht der Tag der 26-jährigen Moll. Sie war im zweiten Lauf für die Setzung gestürzt, auch im Viertelfinale hatte es sie geschmissen. Sie rappelte sich aber hoch, kam als Dritte ins Ziel und stiegt auf.

Im Semifinale war sie gleich nach dem Start zu Sturz gekommen, setzte die Fahrt aber ebenfalls fort, ehe es sie vor dem letzten Kicker noch einmal zu Boden warf.

Sie ließ sich zum Start bringen, bekam ob eines leicht verwirrten Eindrucks aber keine Freigabe vom Ärzteteam des ÖOC.

Gehirnerschütterung

"Wenn ich nur wüsste, was passiert ist? Ich habe wahrscheinlich schon ein bisschen eine Gehirnerschütterung", sagte die im Gesicht von Schürfwunden gekennzeichnete Moll im Zielraum. Sie könne sich an den Start des Semifinales noch erinnern.

"Ich wollte zu flach drüberfliegen, habe eingespitzelt und bin drübergepurzelt", sagte sie zum frühen Sturz an einem der ersten Elemente. "Ich habe gesehen, dass auch zwei andere liegen, also bin ich weitergefahren. Ich wollte irgendwie ins Ziel fahren und bin anscheinend ein bisserl auf den Kopf gefallen."

Die Top Drei kamen jeweils weiter, mit einem Sturz muss deshalb noch nicht alles vorbei sein.

Startverzicht wegen Erinnerungslücken

Vor dem Start des kleinen Finales habe sie dann selbst gemerkt, dass es nicht gehe, erzählte Moll. "ich hatte Erinnerungslücken, wusste nicht mehr genau, wie der Kurs verläuft."

ÖOC-Arzt Klaus Pribitzer hätte aber ohnehin keine Startfreigabe erteilt. Er sprach vom Verdacht auf eine leichte Gehirnerschütterung und verordnete der Athletin Bettruhe. Moll hat in ihrer Karriere schon viele schmerzhafte Erfahrungen gemacht.

So brach sie sich im Februar 2012 beim Weltcup in Blue Mountain das linke Wadenbein und das rechte Kahnbein. 2009 zog sie sich in Argentinien eine Kopfverletzung und Rippenbrüche zu, bei den X-Games 2011 brach sie sich das rechte Sprunggelenk.

Ramberger nach Sturz enttäuscht

Die 27-jährige Niederösterreicherin Ramberger war bereits im Viertelfinale und damit der ersten Runde auf der Strecke geblieben.

"Für mich ist enttäuschend, dass ich gleich im ersten Lauf an zweiter Position selbst verschuldet gestürzt bin. Ich dachte mir, ich hänge mich an Eva Samkova an, habe mich aber leider ein bisschen verschätzt und bin nach einem Sprung in der Kompression gelandet."

"Hätte mich echt gut gefühlt"

Der - im Vergleich zum Weltcup - sehr lange Kurs sei total lässig. Man habe ihn so hingebracht, dass alles voll zu fahren gewesen sei.

"Ich hätte mich echt gut gefühlt. Ich habe geglaubt, ich kann angreifen." Die vielen Stürze bezeichnete sie als "Alltag" im Geschäft.

In allen Sportarten, in denen es um höher, weiter, schneller geht, passiere manchmal etwas. "Frau gegen Frau, das macht den Reiz aus", beschrieb Ramberger.

Favoritensieg und Favoritensterben

Der Sieg war an die 20-jährige Samkova gegangen, die sich als Glücksbringer einen Schnurrbart in den tschechischen Nationalfarben ins Gesicht gemalt hatte.

Die kanadische Mitfavoritin Dominique Maltais gewann Silber, die Französin Chloe Trespeuch Bronze.

Nicht im Finallauf der Top Sechs mit dabei waren die mitfavorisiert gewesene US-Amerikanerin Lindsey Jacobellis (7.) sowie Vancouver-Olympiasiegerin Maelle Ricker (CAN/21.).

Schwere Stürze in der Quali

Bereits in den Seeding-Runs waren die ärztlichen Erstversorger im Extrem-Park von Rosa Chutor im Großeinsatz gewesen.

So wurden die Norwegerin Helene Olafsen und die US-Amerikanerin Jacqueline Hernandez, die dem Anschein nach für kurze Zeit bewusstlos war, jeweils mit dem Akja abtransportiert.

Montag steht der Bewerb der Herren auf dem Programm.

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