"Scheherazade" brachte erstmals Eistanz-Gold für USA

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Die Eistanz-Olympiasieger kommen erstmals aus den USA: Mit einer außergewöhnlichen Kür zu "Scheherazade" unterstrichen Meryl Davis und Charlie White auch in Sotschi ihre Ausnahmestellung.
 
Die Weltmeister gewannen am Montag vor den Olympiasiegern von 2010, Tessa Virtue und Scott Moir aus Kanada.
 
Bronze ging im "Eisberg" an die Russen Jelena Ilinych/Nikita Kazalapow.
 
Davis/White gewannen als drittes nicht-russisches Tanzpaar nach ihren Trainingskollegen Virtue/Moir in Vancouver und den Briten Jayne Torvill/Christopher Dean vor 30 Jahren in Sarajevo.
 
Seit der Premiere des Eistanzens im olympischen Programm 1976 holten die UdSSR und Russland insgesamt sieben der zehn Goldmedaillen. Die russische Trainerin Marina Sujewa betreut die beiden derzeitigen nordamerikanischen Ausnahmepaare in Detroit und jubelte wie schon vor vier Jahren in Kanada erneut über Gold.
 
Gold war das große Ziel
 
Seit dem Gewinn von Olympia-Silber 2010, dem ersten Podestplatz bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen, hatte es für die 27-jährige Davis und den 26-jährigen White nur ein Ziel gegeben: Gold in Sotschi. Nun wurde der Traum wahr.
 
Die Amerikaner, die als letzte an der Reihe waren, hielten dem Druck stand und entschieden nach dem Kurzprogramm auch die Kür für sich. Dabei stellten sie mit 116,63 Punkten wie bereits im ersten Wettkampfteil eine Weltbestleistung auf.
 
Eine fehlerlose Leistung war auch nötig, hatten doch Virtue/Moir zuvor mit 114,66 Punkten ebenfalls einen "Weltrekord" erzielt. Am Ende trennten die beiden 4,53 Punkte.
 
Russische Trainerin
 
Dass sich die Eistanz-Großmacht Russland wie vor vier Jahren mit Bronze begnügen musste, daran hat die russische Trainerin Sujewa großen Anteil. Sowohl Davis/White als auch Virtue/Moir werden schon lange von ihr betreut.
 
Den gleichen Coach zu haben, sei Vorteil und Nachteil zugleich, beschrieb Moir in einem Interview die spezielle Situation. Jedenfalls funktioniert es.
 
Die beiden pushten sich gegenseitig zu Höchstleistungen und sind seit 2010 das Maß aller Dinge im Eistanz. Und nun weisen beide mit je einem Olympiasieg und einer Olympia-Silbermedaille sowie je zwei Weltmeistertiteln und WM-Silbermedaillen die gleichen Erfolge aus.
 
Eine weitere Gemeinsamkeit: beide Paare laufen seit 1997 zusammen und verstehen sich dementsprechend blind. Vom Laufstil her unterscheiden sie sich aber enorm.
 
Während die Amerikaner vor allem mit ihrem Tempo verzücken, bestechen die Kanadier mit ihrer Eleganz. Die Bewertung ist denn auch in erster Linie Geschmacksache. Virtue/Moir haben mit Silber ihr letztes großes Ziel verpasst. In der Eiskunstlauf-Szene geht man davon aus, dass sie ihre Karriere beenden werden.
 
Russen nicht enttäuscht
 
Für die Russen Ilinych/Kazapalow war der dritte Rang in Sotschi unterdessen alles andere als eine Niederlage. Mit 110,44 Punkten gelang in der Kür eine klare persönliche Bestleistung (zuvor 103,48).
 
Zudem hatten die Russen zuvor noch nie den Sprung in die Top 3 geschafft. Ilinych/Kazapalow dürfte jedenfalls die Zukunft gehören, sind sie doch erst 19 respektive 22 Jahre alt.

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