SPLITTER: Schorsch will Gummis

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SPLITTER: "Hackl Schorsch" will Gummis für alle

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Beim Einzug in die Olympischen Dörfer in Sotschi erhielten die Sportler Kondome, nicht aber die Trainer. Georg Hackl, dreifacher Olympiasieger und nun Coach der deutschen Rodler, ärgerte sich darüber. "An die Trainer hat keiner gedacht", sagte der 47-Jährige einem Reporter. "Ich brauche keine. Aber mit der Aktion unterstellt man den Trainern, sie hätten keinen Sex mehr."

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Nach bisher enttäuschenden Olympia-Auftritten der US-amerikanischen Eisschnellläufer haben die Verantwortlichen jetzt den Grund der Misserfolge ausgemacht: Die Laufanzüge sollen schuld sein. Ab Samstag verzichteten die Skater daher auf das für Olympia extra gefertigte Modell und kehrten zu den Anzügen zurück, die sie zuvor in der Weltcup-Saison trugen. "Wir haben keine harten Fakten, dass es wirklich an den neuen Anzügen liegt", räumte US-Coach Matthew Kooreman ein. "Aber wir müssen alles versuchen, um die Stimmung zu verbessern."

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Die Autohersteller McLaren, Ferrari und BMW tragen in Sotschi ihre Rivalität in der Eisrinne aus. So eroberte vier Jahre nach Amy Williams mit Elizabeth Yarnold im Skeleton-Bewerb der Damen erneut eine Britin Gold. McLaren Applied Technologies, ein Unternehmen der McLaren-Gruppe, feilt dabei im Hintergrund an der Aerodynamik des Schlittens. Ferrari unterstützt den italienischen Bob mit technischem Know-how, bei den USA werkt BMW - 2009 aus der Formel 1 ausgestiegen - gemeinsam mit Trainern und Athleten an der Feinabstimmung im Eiskanal.

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Weil die deutschen Bob-Trainer bei der Teamleitersitzung zu spät kamen, wurden die Sportler bestraft. Die deutschen Zweierbob-Teams mussten nach einem Urteil des Weltverbandes drei Tage hintereinander im Training von den letzten Plätzen aus starten. "Das war eine Retourkutsche für die Rodler hier, die alles abgeräumt haben. Dafür kriegen die deutschen Bobfahrer eins drübergebraten", echauffierte sich Pilot Thomas Florschütz. Im Rodeln hatte Deutschland alle drei Individual-Titel und die Team-Staffel gewonnen.

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Skirennläuferin Tina Weirather hatte in Sotschi mehreren Disziplinen zu den Mitfavoritinnen gezählt, ehe sie ein Trainingssturz um den großen Traum brachte. "Wenn du denkst, du kennst die Grausamkeit des Sports und ein neues Ausmaß erfährst...", schrieb die Liechtensteinerin am Samstag zu einem Bild auf Facebook. Weirather verfolgte den von Anna Fenninger gewonnenen Super-G aus dem Bett, das verletzte rechte Bein in einer Schiene eingepackt.

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Nach seinem enttäuschenden Auftritt im 15-km-Langlauf bekam der Norweger Martin Johnsrud Sundby von seiner Mutter in aller Öffentlichkeit den Kopf gewaschen. "Du bist der schlechteste Norweger", schimpfte Gro Johnsrud Langslet im norwegischen TV-Sender DBTV über ihren Sohn. "Du solltest nach Hause fahren." Der Olympia-Dritte im Skiathlon hatte am Freitag nur den 13. Platz belegt.

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Dank der zweiten Gold-Medaille in Sotschi 2014 durch Anna Fenninger hat Österreich Kanada im "ewigen" Medaillenspiegel wieder hinter sich gelassen. Nach dem Damen-Super-G am Samstag lagen die Nordamerikaner ebenso wie Österreich bei 57-mal Gold in der Geschichte von Olympischen Winterspielen. Dank der höheren Anzahl an Silbermedaillen (74 gegenüber 50) haben die ÖOC-Athleten nun wieder Rang fünf inne. Spitzenreiter ist Norwegen.

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Ein Schild mit der Aufschrift "Hugs for free!" oder "A Hug maybe" hatten die Volunteers am Valentinstag bei den Skispringern umhängen. Von der netten Geste machten allerdings nur sehr wenige Gebrauch.

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Es gäbe viele Filme über Ski-Freestyle, aber keinen über Snowboard-Cross. Grund genug für Österreichs Sportlerinnen, an einem internationalen Projekt teilzunehmen, das sie in den Mittelpunkt rückt. "Eineinhalb Jahre hat uns die Kamera begleitet, im Herbst kommt ein Film heraus. Es geht dabei um sozialen Hintergründe und sehr viele emotionale Geschichten", erklärte Maria Ramberger.

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Neben den üblichen Wettkampfkontrollen werden die Biathleten bei Olympia auch zu Blutscreenings gebeten. Diese regelmäßigen Abnahmen für den Blutpass dienen der Überwachung des Werteverlaufs über einen längeren Zeitraum. Im Weltcup, aber nicht bei Olympia, müssen sie zusätzlich auch noch unmittelbar vor den Rennen zu Bluttests, um etwa den Hämoglobinwert zu kontrollieren. "So viele wie heuer habe ich überhaupt noch nie gehabt, aber es ist wichtig, dass sie gescheit Gas geben mit dem Kontrollieren", meinte Dominik Landertinger nach einem der Blutscreenings im olympischen Dorf.

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Die Schweizerin Selina Gasparin hat ausgerechnet bei Olympia erstmals in einem Einzelbewerb alle Scheiben getroffen und prompt wurde sie mit Silber belohnt. Drei der 20 Schüsse waren allerdings sogenannte Randtreffer, bei denen Teile des Projektils die Scheibenvorrichtung doch noch auslösen. Das war der ersten Schweizer Biathlon-Medaillengewinnerin in der Olympiageschichte aber herzlich egal. "Dass mir dies ausgerechnet hier gelungen ist, ist einfach gewaltig", jubelte die 29-Jährige, die mit dem russischen Langläufer Ilja Tschernoussow liiert ist. Im Schweizer Fernsehen war ihr historischer Erfolg übrigens nicht live, sondern nur zeitversetzt zu sehen.

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Tennis-Legende Billie Jean King kommt als Mitglied der US-Delegation zur Schlussfeier am 23. Februar nach Sotschi. Die offen lesbische King werde neben Vize-Außenminister William J. Burns und den früheren Eisschnellläufern Bonnie Blair und Eric Heiden der Zeremonie beiwohnen, gab das Weiße Haus bekannt. Die 70-Jährige sollte auf Wunsch von US-Präsident Barack Obama bereits zur Eröffnung reisen, musste wegen einer schweren Erkrankung ihrer Mutter aber absagen. Diese starb am Tag der Eröffnungsfeier. King ist Beraterin von Obama in Fragen von Fitness, Sport und Ernährung.

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Der Brite Greg Rutherford, in London Olympiasieger im Weitsprung, will sich 2018 in der Eisrinne versuchen. Wie der 27-Jährige dem "Guardian" (Freitag) verriet, will er bei den nächsten Winterspielen in Pyeongchang im Bob oder Skeleton antreten. "Ich meine es ernst. Es hat etwas, mit dem Kopf voran die Bahn hinunterzurasen", meinte Rutherford. Nach den Sommerspielen in Rio 2016 wolle er demnach umsatteln. Bisher gelang es erst einem Athleten, Gold bei Sommer-und Winterspielen zu holen. Der US-Amerikaner Eddie Eagan siegte in Antwerpen 1920 im Mittelgewichtsboxen und holte in Lake Placid 1932 Gold im Viererbob.

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