Gold verloren? Silber gewonnen!

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Schild: "Habe mich gefühlt wie der letzte Mensch!"

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Schild: Mikaela ist sensationell. Speziell auf dem Schnee zieht sie den Ski wie keine andere. Und sie fährt trotz ihrer Jugend so, als wäre sie schon seit Jahren im Weltcup dabei, ist bei allen Bedingungen stark. Sie hat diese Goldmedaille mehr als verdient.

LAOLA1: Nach ihrem Fehler hat es so ausgesehen, als könnte es noch spannend werden. Hast du da schon mit Gold spekuliert?

Schild: Ein kurzes Hoffen war schon da, das ist doch normal. Wäre auch komisch, wenn es nicht so wäre. Aber sie ist schnell wieder reingekommen. Das zeigt auch von ihrer Klasse.

LAOLA1: Deine Schwester hat es nicht runtergebracht. Wie hast du ihren Ausfall erlebt?

Schild: Das war ganz hart. Ich habe in dem Moment auf eine Medaille gehofft, wollte aber natürlich auch meine Schwester anfeuern. Es hat mir sehr leid getan, dass sie ausgeschieden ist. Aber sie hat noch viele Chancen vor sich und wird sich ihre Olympia-Medaille auch noch holen.

LAOLA1: Du bekommst deine am Samstagabend. Das ist auch für eine so erfolgreiche Läuferin wie dich niemals „business as usual“, oder?

Schild: Nein, das sind die ganz besonderen Momente. Ich freue mich, dass wir die Medaillen in Sotschi auf der Medal Plaza kriegen. In Turin war das immer nur schnell, schnell im Zielraum. Das wird ein Erlebnis.

LAOLA1: Mit dem kleinen Wermutstropfen, dass du den Benni (Raich; Anm.) nicht beim Slalom unterstützen kannst.

Schild: Daumen drücken kann ich ja trotzdem. Und vielleicht haben wir ja danach noch mehr zu feiern.

LAOLA1: Wir danken für das Gespräch.

 

Aus Sotschi berichtet Stephan Schwabl

Der Sieg in der Altersklasse AK1 war Marlies Schild nicht zu nehmen.

Die Salzburgerin ist die älteste Medaillengewinnerin in einem Olympia-Slalom aller Zeiten.

Schon wieder so ein Rekord für die erfolgreichste Weltcup-Slalomläuferin ever, ever, ever.

Dass es nicht mit der erhofften Goldmedaille geklappt hat, darüber wollte sich die 32-Jährige nach dem Rennen nicht den Kopf zerbrechen.

„Ich habe nicht Gold verloren, sondern Silber im zweiten Lauf gewonnen.“

Wie der letzte Mensch

Nach dem ersten Lauf fühlte sich Schild noch „wie der letzte Mensch“.

Aber im Finale spielte sie bei Bedingungen, die ihr so gar nicht liegen, ihre ganze Klasse aus und carvte zur vierten Olympia-Medaille ihrer Karriere.

Bei LAOLA1 spricht die "Slalom-Queen" nicht nur über ihre Aufholjagd. Auch Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin, Schwester Bernadette und Freund Benni Raich sind Thema.
 

LAOLA1: Marlies, wie sehr trifft folgende Aussage zu: Im ersten Lauf Gold hergeschenkt, im zweiten Lauf Silber gerettet?

Marlies Schild: Die Goldmedaille wäre ein Traum gewesen. Aber der Traum ist schon im ersten Lauf gestorben. Aber ich möchte nicht sagen, dass ich Gold verloren habe. Ich habe Silber im zweiten Lauf gewonnen. Ich freue mich auf die Feier und möchte nicht irgendwas nachtrauern.

LAOLA1: Kannst du kurz beschreiben, was im ersten Lauf schiefgelaufen ist?

Schild: Ich habe mich gefühlt wie der letzte Mensch. Der Schnee war im ersten Lauf einfach nur tot. Als ich im Ziel abgeschwungen bin, habe ich nicht gewusst, was ich im zweiten Lauf anders machen kann. Beim Video-Studium habe ich mir einen Plan gemacht und mir gesagt: So fahre ich!

LAOLA1: Nämlich wie?

 

Schild: Im ersten Lauf bin ich so gefahren, wie ich immer fahre. Aber das hat der Untergrund nicht hergegeben. Dadurch wurde der Druck zu kurz, dass ich eigentlich den ganzen Lauf nur am Innenski hinunter gefahren bin. Ich konnte mich überhaupt nicht umstellen. Auch weil von der Piste überhaupt nichts zurückgekommen ist.

LAOLA1: Wie weit war die Medaille nach dem ersten Durchgang für dich weg?

Schild: Es war brutal schwierig für mich. Eigentlich habe ich alles abgehakt. Dass es dann doch noch mit Silber geklappt hat, ist ein Wahnsinn. Ich bin so froh, die Medaille zu haben. Jetzt habe ich vier Olympia-Medaillen. Für eine, die nicht so viele Disziplinen fährt, kann sich das schon sehen lassen.

LAOLA1: Du hast schon im Vorfeld gesagt, dass es deine letzten Olympischen Spiele sein werden. Ist diese Kapitel ein bisschen ein unvollendetes?

Schild: Die Goldene wird es nicht mehr werden, die Goldene fehlt. Aber ich glaube, ich habe so viel gewonnen, da darf man nicht zu jammern beginnen. Ich habe vier Medaillen. Das ist mehr, als viele andere haben.

LAOLA1: Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin hat dich einmal mehr als großes Vorbild bezeichnet. Wie denkst du über sie?

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