Schon wieder Vierter! Hirscher fühlt sich "beschissen"

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„Es geht mir beschissen!“ Marcel Hirscher war am Boden zerstört.

Zweiter olympischer Riesentorlauf – zum zweiten Mal Vierter.

Blech als Höchststrafe für den Salzburger. „Da ist es noch besser auszufallen, als wieder Vierter zu werden.“

Falsche Info von den Trainern?

Nach dem ersten Durchgang war der 24-Jährige überhaupt nur auf Rang sieben gelegen.

Den Vorwurf von Teamkollege Philipp Schörghofer, dass die Trainer verabsäumt hätten den Läufern die Info zu geben, dass man hätte direkter fahren können, kommentierte Hirscher nur mit einem Kopfnicken.

„Es sind viele Sachen nicht optimal gelaufen, sonst wäre ich in den Top-3.“

Als Ausrede wollte er das aber nicht gelten lassen. „Ich habe alles probiert, aber ich kann hier nicht mehr.“

Kaffeefahrt für Ligety

Nirgendwo sonst im Weltcup sei es so flach wie hier. „Der Hang ist Ligety fast auf den Leib geschneidert. Im zweiten Durchgang ist er auf einen Kaffee runtergefahren.“

Den Franzosen attestierte der zweifache Gesamt-Weltcupsieger, dass sie schon die ganze Saison über einen guten Job gemacht hätten. „Sie haben es sich verdient.“

Während der Champion und seine Nebenleute bei der Flower Ceremony geehrt wurden, stellte sich Hirscher den Fragen der Presse.

Fernsehen, Radio, die schreibende Zunft – alle wollten wissen, wie es im Annaberger aussieht.

Blödestes Rennen für Ende der Serie

Und der machte aus seinen Gefühlen kein Geheimnis. „Was habe ich von einem vierten Platz? Da kann ich gleich daheim bleiben! Nur weil es schön ist, brauche ich nicht hierher fahren“, so Hirscher, der auf der einen Seite enttäuscht und auf der anderen verärgert war.

„Ich weiß schon, dass es nicht immer klappen kann, werde deshalb nicht die Ski ins Eck stellen. Aber das war das blödeste Rennen, um nicht aufs Stockerl zu fahren. Aber einer muss halt der erste Verlierer sein.“

Zuletzt war er zehn Mal in Folge im Riesentorlauf unter die ersten Drei gecarvt, davon zwei Mal als Sieger.

„Dass die Serie gerissen ist, ist auch schon wurscht, das hat keinen Wert an so einem Tag.“

Unter keinem guten Stern

Am Samstag hat Hirscher die nächste Chance, sich den Traum von der Olympia-Medaille zu erfüllen.

Das Riesentorlauf-Ergebnis sei keine zusätzliche Motivation für den Slalom, so Hirscher mit Blick auf den etwas steileren Slalom-Hang.

„Ich will nicht sudern, aber irgendwie steht das alles unter keinem guten Stern.“

 

Stephan Schwabl

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