Gold-Anna: Erst die Feier, dann die Party

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"Wenn ich euch wirklich an meinen Gefühlen teilhaben lassen wollte, dann müsste ich ganz laut schreien, aber das will ich euch nicht antun", sagte die Salzburgerin Fenninger ins Mikrofon.

Während Hosp "vom Rennen nach dem Rennen" sprach, was den Interview- und Feiermarathon betraf, wollte es Fenninger nicht übertreiben.

"Ich habe bei der WM 2011 in Garmisch eine Erfahrung gemacht. Da habe ich drei Spritzer getrunken und am nächsten Tag eine Gastritis gehabt, weil ich das nicht gewöhnt bin."

Mit ihren anwesenden Lebenspartner Roland (von Hosp) und Manuel (von Fenninger) wagten die Medaillengewinnerinnen aber ein flottes Tänzchen.

Am Samstagabend ist auf der Medal Plaza der Olympischen Winterspiele in Sotschi zum zweiten Mal die österreichische Hymne erklungen.

Anna Fenninger wurde für ihren Olympiasieg im Super-G geehrt und von Tausenden Zuschauern im zentralen Olympia-Park bejubelt.

Nicole Hosp bekam die Bronzemedaille im gleichen Bewerb.

Lebenstraum erfüllt

"Ich habe versucht, das zu genießen, habe meinen Freund im Publikum gesehen, an alle die schönen Dinge gedacht, dass es zu Hause allen gut geht und dass sich alle mit mir freuen können. Das ist das Wichtigste", erklärte die neue Olympiasiegerin nach der Zeremonie.

Die Gedanken kreisten aber auch um die Erfüllung eines Lebenstraums.

"Es war eher der Gedanke, mein größter Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Worauf man ein Leben lang arbeitet", sagte die Salzburgerin.

Medaille bleibt oben

Sich auf die Situation vor dem Start einzustellen, sei ihr heute "im Nachhinein gesehen leicht" gefallen.

"Aber es war schon viel Arbeit dahinter in den letzten Tage. Ich habe versucht, mich richtig einzustellen, habe von der Abfahrt (Anm.: Ausfall) viel mitnehmen können. Das Gefühl am Start, wie gehe ich in so ein Rennen, was nehme ich mir vor. Ich bin einfach cool geblieben", sagte Fenninger.

Ihr Freund Manuel hat sie auf dem Weg von den Bergen in den "Coastal Cluster" an der Küste, wo die Medaillenzeremonien in einem würdigen Rahmen stattfinden, begleitet.

"Wir haben schon ein bisschen reden können. Ich habe ihn schon vorgewarnt, ich werde die Medaille heute nicht mehr abnehmen", erzählte die 24-Jährige freudestrahlend.

Kämpfen und beißen

Neben ihr auf dem Podest stand ihre ÖSV-Teamkollegin Hosp, die auch ihre Silbermedaille von der Super-Kombination um den Hals hatte.

"Es ist schön, dass es sich so ausgezahlt hat, sich durch die schweren Zeiten zu kämpfen und beißen. Es ist eine ganz tolle Sache, ich bin überglücklich", freute sich die Tirolerin.

Keine Party-Exzesse

Wenig später ist den beiden Medaillengewinnern im Austria Tirol House in Krasnaja Poljana ein lautstarker und feierlicher Empfang bereitet worden.

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