Von der Jammerei genervt

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Pointner will sich Erfolge nicht madig machen lassen

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Auf Österreichs Skispringer ist und bleibt Verlass.

Immer, wenn es darauf ankommt und Großereignisse auf dem Programm stehen, gelingt es den ÖSV-Adlern, Höchstleistungen abzurufen.

So auch bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Predazzo.

Die Damen haben dank Jacqueline Seifriedsberger (Bronze im Einzel) ihre Medaille unter Dach und Fach gebracht, bei den Herren hat Gregor Schlierenzauer (Silber) solo vorgelegt, um im Mixed-Bewerb (Silber) eine zweite Medaille nachzuschieben.

Nicht madig machen lassen

Zwar liegt man damit im Vergleich zu den letzten globalen Titelkämpfen in Oslo zurück – im nordischen Ski-Mekka gewannen die rot-weiß-roten Skispringer sämtliche Titel – doch angesichts der Vorgeschichte(n) muss man auch mit der aktuellen Ausbeute höchst zufrieden sein.

Auch Cheftrainer Alexander Pointner will sich die Erfolge seines Teams nicht madig machen lassen.

Seine Jungs hätten schließlich zwei Medaillen in zwei Bewerben errungen – eine außerordentliche Leistung.

Dürfen nicht jammern“

„Wir müssen eines sagen: Wir dürfen in keinster Weise jammern“, stellt der Tiroler unmissverständlich klar.

Dabei geht es ihm um Vergleiche mit Oslo, die einfach nicht zulässig seien. „Es wird immer geredet, wie toll es doch dort war. Wir haben aber auch hier schon zwei Mal Silber gewonnen – und ich betone gewonnen!“

Wer sich über Edelmetall nicht mehr freuen könne, der mache etwas falsch.

Besonders im Hinblick auf die Großschanze zeigt sich der 42-Jährige optimistisch. Zu Recht, wenn man die ersten Trainingssprünge zum Maßstab nimmt.

Morgenstern wieder der Alte

Thomas Morgenstern gelang der weiteste Satz, dahinter folgte Titelverteidiger Gregor Schlierenzauer, der sich ohnehin seit Tagen auf die Bewerbe freut.

Der Tournee- und Weltcup-Sieger ist der Top-Favorit auf der großen Anlage und will seiner Medaillensammlung eine weitere hinzufügen.

Doch auch Morgenstern muss man nach seinen bisher in Predazzo gezeigten Leistungen wieder auf seine Favoritenliste setzen.

Nach harten Wochen, in denen er sich aus dem Weltcup zurückzog, solo trainierte und hart für sein Comeback schuftete, scheint er sportlich wieder der Alte zu sein.

Verletzung kein Problem

„Er verbessert sich kontinuierlich und wird immer stärker“, konstatiert Pointner. „Er erzwingt nichts und das macht mich sehr optimistisch.“

Die kleine Sehnenverletzung, die sich der Kärntner im Training zuzog, soll kein großes Problem darstellen. „Ich glaube nicht, dass mich das beeinträchtigt“, so ein zuversichtlicher Morgenstern.

Die Entscheidung, wer neben den beiden Top-Stars zum Zug kommen wird, fiel am Ende doch klar aus. Wie auf der Kleinschanze hat der ÖSV fünf Startplätze für sechs Athleten zur Verfügung.

Wolfgang Loitzl, Stefan Kraft und Manuel Fettner erhielten den Vorzug vor Andreas Kofler, der schon auf der HS106-Schanze mit der Zuschauerrolle vorlieb nehmen musste.

Auch Pointner kritisiert ORF

Indes ist es Pointner ein Anliegen, die mangelnde Akzeptanz des Mixed-Bewerbs zu kritisieren.

Bereits Gregor Schlierenzauer hatte den ORF in die Mangel genommen. Der Mixed-Bewerb sei aus seiner Sicht ein toller Bewerb. „Ob es für den ORF so was Tolles ist, weiß ich nicht, wenn er bei der WM erst den zweiten Durchgang zeigt“, so der 23-Jährige.

Sein Trainer schlägt in dieselbe Kerbe. „Es ist ein tolles Format, das wirklich Zukunft hat und Frische ins Skispringen bringt. Der ORF sollte sich überlegen, auch zwei Durchgänge live zu übertragen, wenn wir mit den Damen springen. Das kann man auch gerne so schreiben.“

Österreichs öffentlich-rechtlicher Rundfunk begründete die Entscheidung, lieber ein Fußball-Bundesliga-Spiel zu übertragen, mit einem bestehenden Vertrag.

Die Einschaltquoten bzw. Marktanteile geben Schlierenzauer und Pointner Recht. Skispringen war in beiden Bereichen deutlich erfolgreicher.

 

Aus Val di Fiemme berichtet Christoph Nister

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