Sturzopfer Fairall: "Er kann nach wie vor nicht gehen"

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Das US-Skisprung-Team kommt einfach nicht zur Ruhe.

Nur wenige Wochen nach dem fürchterlichen Sturz von Nicholas "Nick" Fairall in Bischofshofen setzte es für die Mannschaft aus Übersee bei der Nordischen Ski-WM in Falun den nächsten Schock.

Nicholas Alexander kam im Mixed-Bewerb schwer zu Sturz und musste mit dem Akja abtransportiert werden.

Knieverletzung bei Alexander

„Er war bei Bewusstsein und ansprechbar. Nicholas wurde ins Krankenhaus gebracht, damit dort weitere Untersuchungen durchgeführt werden können“, erklärte Tom Kelly, Mediendirektor im US Ski Team, im Gespräch mit LAOLA1.

Der 26-jährige Alexander zog sich eine Verletzung im linken Knie zu, eine genaue Diagnose steht noch aus. „Er hat schon wieder gelacht und auf alles reagiert“, zeigte sich Kelly erleichtert.

Fairall kann nach wie vor nicht gehen

Angesprochen auf Fairall, der wie der Schweizer Simon Ammann beim Finale der Vierschanzen-Tournee nach der Landung mit voller Wucht auf die pickelharte Schneedecke knallte, wurde seine Miene deutlich ernster.

„Er kann nach wie vor nicht gehen“, stellte Kelly besorgt klar und bestätigte damit die schlimmsten Befürchtungen. „Hoffentlich verbessert sich seine Lage mithilfe der Behandlung, die er bekommt.“

Es droht ein Leben im Rollstuhl

Zuversicht klingt anders, im US-Team herrscht Zweckoptimismus. Welche Chancen Fairall die Ärzte auf eine vollständige Genesung einräumen, wollte Kelly nicht erläutern. „Das weiß ich nicht genau“, meinte er ausweichend.

Fest steht: „Nick hat einen Wirbelbruch erlitten.“ Weitere Details wollte Kelly nicht preisgeben, meinte aber, dass Fairall „seinen Unterkörper nicht voll bewegen“ kann. Der Mediendirektor wollte weder bestätigen noch dementieren, ob Fairall künftig auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

Zurück in der Heimat

Inzwischen ist der Gestürzte wieder in den Vereinigten Staaten und wird dort bestens betreut. Kelly spricht von erstklassiger medizinischer Versorgung und dass Fairall sich langsam von den schweren Folgen seines Unfalls erholt.

Immerhin müssen sich er und seine Familie keine allzu großen Sorgen ob der enorm hohen Kosten für die Behandlung machen.

Schätzungen zufolge muss man zumindest 50.000 Euro dafür einkalkulieren. In einem außergewöhnlichen Akt der Solidarität steht ihm die Skisprung-Familie in dieser unglaublich schwierigen Zeit bei.

Zahlreiche großzügige Spenden

Kamil Stoch schrieb eine Mail an sämtliche Teams und bat sie um Spenden. Die deutsche Mannschaft kam dieser Bitte umgehend nach und stellte Fairall die Prämie für den Sieg im Teamspringen von Zakopane, umgerechnet rund 30.000 Euro, zur Verfügung.

Auch die restlichen Teams und Offiziellen legten zusammen, sodass weitere 8.243 Euro auf das Konto Fairalls überwiesen werden konnten. Eine tolle Geste zeigten auch die langjährigen ÖSV-Sponsoren OMV und Volksbank, die sich dazu bereit erklärten, jeweils 5.000 Euro beizusteuern.

"Es hat mich zu Tränen gerührt und mein Herz gestärkt", erklärte der Olympia-Teilnehmer von Sotschi vor kurzem.

Und dann gibt es da ja noch den „We Are With You Nick: Rehabilitation Fund“. Auch dieser dient der finanziellen Unterstützung des zweifachen Staatsmeisters. Das Ziel, damit 50.000 Dollar zu lukrieren, wird zwar kaum noch zu erreichen sein, doch auch wenige Tage vor Ablauf der Deadline sind bereits mehr als 32.000 Dollar zusammengekommen.

Fairall denkt an Alexander 

Der Fall Fairall zeigt, dass die Nordischen auch in schweren Zeiten zusammenhalten. Deshalb drückt die Skisprung-Familie dem US-Amerikaner auch weiterhin die Daumen, dass er schon bald wieder auf eigenen Beinen stehen kann.

Welch großartiger Kollege Fairall ist, bewies er wenige Augenblicke nach dem schweren Sturz von Alexander. Obwohl er selbst genug mit sich selbst zu kämpfen hat, stand nur Minuten nach dem Crash auf seiner „Facebook“-Seite geschrieben: „Werde schnell wieder gesund, Nicholas! Ich feuere dich an und hoffe, dass alles okay ist.“


Aus Falun berichtet Christoph Nister

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