Kein Mann der großen Worte

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Denifl: "Predazzo war für mich immer besonders"

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Willi Denifl war noch nie der Mann der großen Worte.

Der Tiroler gehört zu den Menschen, die lieber mit Leistung überzeugen wollen.

Das tat er auch im WM-Teambewerb der Nordischen Kombinierer.

Auf der Schanze stark, in der Loipe sensationell – an ihm lag es letztendlich nicht, dass das ÖSV-Quartett als Titelverteidiger mit Rang fünf vorlieb nehmen musste.

Kann es nicht mehr ändern“

Inzwischen sei das Thema für ihn erledigt. „Ich kann es ja nicht mehr ändern“, erklärt der 32-Jährige gegenüber LAOLA1.

„Das war für mich am Abend danach verarbeitet. Wir waren gut und bis zum Schluss knapp dran. Der Sport ist eben sehr eng beieinander.“

Bei der WM zählen dennoch nur Gold, Silber und Bronze. Bei den Top-Teams dabei zu sein, ist letztendlich zu wenig. „Klar. Das war auch blöd. Die Leistung hat aber gepasst. Ich habe einen guten Wettkampf gezeigt und das kann ich daraus mitnehmen.“

Die Großschanze liegt Denifl

Auf die Großschanze nimmt er auch ein extrem gutes Gefühl mit. Die ersten Trainingssprünge waren allesamt vielversprechend, der Tiroler blickt dem zweiten Einzelwettkampf optimistisch entgegen.

„Ich bin locker und freue mich auf jeden Bewerb. Die große Schanze kommt mir sehr entgegen. Am Dienstag lief es schon sehr gut, heute wieder. Wichtig ist hier das Timing, zudem sind fliegerische Qualitäten gefragt.“

Beides habe er, diese Trümpfe will er am Donnerstag ausspielen.

Denifl befindet sich in starker Form

Eine besondere Beziehung

Generell ist die Beziehung zwischen Denifl und Predazzo eine ganz besondere. Schon als Jugendlicher bestritt er hier mit dem SV Innsbruck-Bergisel seine ersten Trainingskurse, in der letzten Saison begann im Fleimstal ein sportlicher Aufschwung.

Zudem feierte er hier seinen größten Erfolg: Vor zehn Jahren war Denifl Teil der Weltmeister-Mannschaft. Gemeinsam mit Christoph Bieler, Michael Gruber und Felix Gottwald triumphierte er vor den Teams aus Deutschland und Finnland.

„Es ist einfach geil hier. Deshalb freue ich mich auch auf jeden neuen Wettkampf.“ Wie viele es letztendlich noch für ihn sind, das steht in den Sternen.

Lieber Taten als Worte

Am Samstag findet abschließend der Team-Sprint statt, dabei darf jede Nation allerdings nur eine Mannschaft stellen.

Cheftrainer Christoph Eugen kündigte bereits an, Mario Stecher und Bernhard Gruber ganz oben auf seiner Liste zu haben, zumal dieses Duo gemeinsam bereits einen Saisonsieg erzielte.

Trotz guter Leistungen muss sich Denifl hinten anstellen. Ärgert ihn das?

„Ich würde nicht sagen, dass ich mich hinten anstellen muss. Ich habe hier immer bewiesen, dass ich gut bin. Warten wir doch das Einzel ab, dann schauen wir weiter.“

Und wieder hält er sich mit großen Ankündigungen zurück. Viel lieber will Denifl Taten sprechen lassen.

 

Aus Val di Fiemme berichtet Christoph Nister

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