Österreichs Langlauf-Team "weiter als gedacht"

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Aus österreichischer Sicht konzentriert sich vieles auf Skispringer und Nordische Kombinierer, die Auftakt-Show der Nordischen Ski-WM in Val di Fiemme gehört jedoch den Langläufern.

Bereits am Donnerstag steht für sie die erste Medaillenentscheidung auf dem Programm. Ab 10:45 Uhr (Entscheidung ab 12:45 Uhr) wird es im Klassik-Sprint für vier rot-weiß-rote Vertreter ernst.

Katerina Smutna und Kerstin Muschet gehen bei den Damen an den Start, Max Hauke und Aurelius Herburger treten im Herren-Bewerb an.

Spitzenplatz für Smutna möglich

Die Zielsetzung streut dabei ganz gehörig. Während für Smutna eine absolute Spitzenplatzierung möglich ist, scheint das beim Rest unwahrscheinlich. Oberste Prämisse ist, Erfahrungen zu sammeln.

„Wenn Kati den Finaleinzug schaffen würde, wäre das sensationell“, so Damen-Trainer Alexander Marent, der einst selbst als Langläufer unterwegs war und unter anderem bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City für Österreich an den Start ging.

Ganz so sensationell wäre dies allerdings angesichts ihrer zuletzt gezeigten Leistungen nicht. Smutna landete bei der WM-Generalprobe in Davos (Schweiz), als es ebenfalls zum Stelldichein im Klassik-Sprint kam, auf dem hervorragenden fünften Platz und weckte damit große Hoffnungen.

Keine Ergebnis-“Raterei“

Eine genaue Platzierung will der Vorarlberger, der am Donnerstag, seinen 44. Geburtstag feiert, nicht vorgeben. Das sei schließlich nur „eine Raterei“.

Mit der Entwicklung von Muschet zeigt er sich indes zufrieden. Diese war vor zwei Jahren vom Biathlon-Lager zu den Langläufern gewechselt, seither gelangen ihr enorme Fortschritte.

„Sie hat sich wirklich sehr gut entwickelt“, konstatiert Marent. Die 24-Jährige muss sich allerdings erst noch auf höchstem Niveau beweisen. Zuletzt war sie vorwiegend bei FIS-Rennen und im Alpencup im Einsatz, dort allerdings mit durchaus achtbaren Erfolgen.

Deutlich weiter als gedacht“

Marents Pendant, Herren-Cheftrainer Gerald Heigl, redet derweil nicht lange um den heißen Brei herum. Mit der Leistungssteigerung, die seine Mannen unter seiner Führung an den Tag legten, zeigt er sich höchst zufrieden.

„Ich bin das zweite Jahr hauptverantwortlich für die Herren. Das Ziel war, eine schlagkräftige Mannschaft zu formen. Wir sind deutlich weiter als gedacht.“

Es brauche zwar Zeit, junge, hoffnungsvolle Talente an die Weltspitze heranzuführen, „aber die geben wir ihnen“.

Für die Titelkämpfe hat der Salzburger bereits konkrete Vorstellungen. Das Duo Hauke/Herburger soll sich „unter den Top 30“ klassieren, darüber hinaus hofft er auf starke Leistungen von Johannes Dürr („Top 20 im Duathlon und über 15 km Freistil“) sowie dem Sprint-Duo Harald Wurm/Bernhard Tritscher („Top 10 im Team-Sprint“).

Gandler nimmt den Druck raus

Sportdirektor Markus Gandler sieht das Ganze indes entspannt. Der Tiroler ist „stolz“, dass insgesamt fünf Damen nominiert wurden (dazu auch fünf Herren) und zeigt sich mit den in dieser Saison gezeigten Leistungen höchst zufrieden.

Neben Dürr und Smutna, die im Weltcup mit Top-10-Plätzen hervorstachen, sei vor allem Teresa Stadlober zu erwähnen. Die 19-Jährige räumte im Jänner Gold und Silber bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Liberec ab und ist das wohl größte Talent im heimischen Langlauf.

Gandler will seine Schützlinge allerdings vor zu großem Druck bewahren und versucht ihn deshalb bereits vor WM-Beginn herauszunehmen.

„Wir sind sehr zufrieden damit, wie es bislang gelaufen ist in dieser Saison. Alles, was jetzt noch kommt, ist eine Draufgabe.“ Eines sei aber auch klar: „Wir würden Top-10-Plätze bei der WM natürlich gerne nehmen.“

 

Aus Val di Fiemme berichtet Christoph Nister

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