Dopingfall Dürr: Was wusste der ÖSV?

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Das Thema Doping nimmt kein Ende.

Der Fall Johannes Dürr liegt inzwischen bereits mehr als ein Jahr zurück, lässt den Österreichischen Skiverband aber weiterhin nicht los.

"Es geht in eine andere Richtung, die mich erstaunt", hatte Markus Gandler vor wenigen Tagen bereits erklärt, die "Sportwoche" schreibt nun davon, dass eine Spur nach Deutschland führt.

Der Niederösterreicher soll von dort aus "betreut" worden sein und nicht von seinem Schwiegervater Gottlieb Taschler, der in Antholz als "Mr. Biathlon" bekannt ist und zuletzt ebenfalls mit Doping-Vorwürfen konfrontiert wurde.

"Watschn für den ÖSV"

Zugleich bekommt der ÖSV eine saftige "Watschn" verpasst.

Radim Duda, Trainer und Lebensgefährte von Katerina Smutna sowie als Servicetechniker für den ÖSV tätig, wirft dem Verband vor, ihn schon vor dem großen Dopingbeben gewarnt zu haben.

Er sei zu Toni Giger gegangen und habe diesem erklärt, "dass mit Dürr ein Problem auf den ÖSV zukomme".

Auch Cheftrainer Gerald Heigl ("Er ist für den Verband brutal gefährlich!") und der sportliche Leiter Gandler bekommen ihr Fett weg.

Giger von LAOLA1 überrascht

LAOLA1 hat Giger umgehend kontaktiert und mit den Vorwürfen konfrontiert. Der 51-Jährige zeigte sich völlig überrascht. Er müsse gestehen, die Geschichte noch nicht gelesen zu haben. "Sie sind der Erste, der mich damit konfrontiert".

Dudas Anschuldigungen wollte der 51-Jährige nicht so stehen lassen, "in dieser Art hat er mir das nicht kommuniziert", erklärte er, konnte sich aber sehr wohl an das Gespräch mit Duda erinnern.

Die beiden kennen sich sehr gut, arbeitet der Tscheche doch gemeinsam mit Giger in einer Abteilung. Die Konversation zur Thematik Johannes Dürr fand in Lillehammer statt.

"Da sind wir länger zusammengesessen. Er hat zu mir gesagt, Johannes Dürr hat eine sehr große Leistungssteigerung, hoffentlich ist da alles sauber."

Mehr soll Duda nicht gesagt haben, "es war gar keine Rede davon, dass wir konkrete Informationen gehabt hätten".

"Was soll ich machen?"

Giger habe Hans Pum vom Gespräch erzählt, das sei es aber auch gewesen. "Was soll ich auch machen, wenn keine konkreten Hinweise vorliegen?"

Auch Duda selbst ging der Sache nicht weiter nach, ärgert sich aber darüber, dass er nicht gleich auf Gandler zuging.

Giger zeigte sich indes überrascht, dass sich der ÖSV-Angestellte mit dem Thema Dürr intensiver befasste. "Der war mit Dürr ja gar nicht beschäftigt. Der ist Servicemann und Trainer bei den Damen, die fahren doch ein unterschiedliches Programm."

Eine genauere Analyse der Aussagen Dudas hätte dem heimischen Langlauf und dem gesamten Olympia-Team Österreichs einen riesigen Skandal ersparen können.


Aus Falun berichtet Christoph Nister

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