"Bleib, wo der Pfeffer wächst"

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Gandler: "Er soll bleiben, wo der Pfeffer wächst"

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Markus Gandler schüttelt den Kopf.

"Ich kann nicht so einseitig recherchieren." Der Tiroler nimmt bei LAOLA1 Stellung zu einem Artikel, den die "Sportwoche" veröffentlichte.

Thema: Doping-Sünder Johannes Dürr und das vermeintliche Versagen des Österreichischen Skiverbandes.

Langlauf-Trainer Radim Duda übt darin heftige Kritik am ÖSV, gleich mehrere Personen, darunter Gandler, kommen dabei nicht gut weg.

"Dann muss ich halt nachfragen, das machen andere ja auch", findet der Tiroler, der wie seine Verbandskollegen im Bericht des Wochenmagazins nicht zu Wort kamen.

Wenngleich sich der Sportliche Leiter für Langlauf im ÖSV darüber ärgert, stößt ihm das Verhalten von Duda deutlich saurer auf.

Unprofessionelles ÖSV-Verhalten

Der Trainer und Lebensgefährte von Katerina Smutna rechnete mit Trainer-Kollege Gerald Heigl ab: "Er ist für den Skiverband brutal gefährlich. Wenn ein Athlet (Dürr, Anm.) ein gewisses Niveau hat und kurz darauf, zack bumm, ein ganz anderes, muss ich das doch hinterfragen. Wenn nicht, weiß ich über die Ursachen Bescheid – oder ich bin ein schlechter Trainer."

Duda weiter: "Früher war Heigl der Kofferträger von Hoffmann und Botwinow, dann der beste Freund von Dürr. Und jetzt ist er immer noch da. (…) Ich verstehe die Politik des Verbandes nicht, finde das unprofessionell."

Inwieweit Dudas Verhalten von Professionalität zeugt, sei dahingestellt, zumal er selbst seit Jahren für selbigen arbeitet. Gandler will das Ganze jedenfalls nicht auf sich sitzen lassen und springt seinem Trainer, der nicht erreichbar war, zur Seite.

"Wir haben selbst hinterher anhand der Leistungsdiagnostik nichts sehen können. Nur aufgrund einer Leistungssteigerung kann ich ja keinen als Dopingsünder hinstellen, denn dann dürfte ja niemand mehr schnell laufen. Ich gehe auch nicht her und verdächtige die norwegischen Damen, nur weil sie überdimensional gut sind."

Kritik kann Gandler verstehen

Kritik an seiner Person kann der 48-Jährige durchaus nachvollziehen, allerdings nur von Leuten, die ihn nicht persönlich kennen. "Wir haben in Turin eine Watschn bekommen, dazu gibt es ein entsprechendes (Doping-)Gesetz in Österreich. Wer mich kennt und mir trotzdem zutraut, dass ich was damit zu tun habe, muss ein schöner Idiot sein."

Zweifel bleiben, werfen Doping-Skandale doch grundsätzlich kein gutes Licht auf alle Beteiligten. Duda hatte erklärt, den ÖSV in Person von Toni Giger schon vor langer Zeit über die auffälligen Leistungen Dürrs in Kenntnis gesetzt zu haben, der wiederum hatte keinen Grund gesehen, einen Athleten deshalb auszuschließen.

Gandler wurde von der Causa im vergangenen Frühjahr berichtet, woraufhin er "explodiert" ist. "Da habe ich ihnen gesagt, wenn sie es alle wissen, sollen sie es mir sagen."

"Soll bleiben, wo der Pfeffer wächst"

Das Tischtuch zwischen dem ÖSV und Duda scheint indes zerschnitten. Der gebürtige Tscheche war seit Jahren als Trainer von Smutna im Weltcup mit dabei und zuletzt auch im Conti-Cup unterwegs. Eine Zukunft im Verband scheint angesichts seiner Aussagen ausgeschlossen.

Gandler kann das zwar nicht entscheiden, will mit Duda aber nichts mehr zu tun haben. "Von mir aus soll er bleiben, wo der Pfeffer wächst."


Aus Falun berichtet Christoph Nister

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