WM-Außenseiter im direkten Duell

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Das Außenseiterduell: USA-Schweiz

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Die Weltmeisterschaft geht in ihre entscheidende Phase.

Am Samstag stehen die Halbfinal-Partien mit dem Gastgeber-Duell zwischen Schweden und Finnland (15:00) und der Außenseiter-Paarung USA gegen die Schweiz (19:00 Uhr) in der Globe Arena zu Stockholm auf dem Programm.

LAOLA1 nimmt die beiden Außenseiter USA und Schweiz genauer unter die Lupe.

USA

Turnierverlauf: Die ganz großen Stars fehlen im Aufgebot von Head Coach Joe Sacco. Bis auf Paul Stastny, der auch das C auf der Brust trägt, verzichtete der ehemalige NHL-Profi auf die ganz großen Namen. Sacco hat in seiner Auswahl der Spieler auf junge, hart arbeitende NHL-Cracks vertraut und wurde bisher nicht enttäuscht. Zu Beginn des Turniers noch etwas mit Abstimmungsschwierigkeiten, steigerten sich die USA zusehends und beendeten die Gruppenphase nur mit zwei Niederlagen gegen den Weltmeister und den Vizetitelträger (3:5 gegen Russland und 1:4 gegen Slowakei). Im Viertelfinale revanchierten sich die US-Amerikaner aber und erlegten den russischen „Bären“ und schickten Ilya Kovalchuk und seine Kollegen mit 8:3 vorzeitig in den Urlaub.

Keyplayer: Auch wenn er der einzige Star im Aufgebot ist und die Wahl ein wenig offensichtlich ausfällt, drückt Paul Stastny dem Spiel der US-Boys seinen Stempel auf. In allen Spielen, mit Ausnahme der 1:4-Niederlage gegen die Slowakei, bekommt der Stürmer der Colorado Avalanche einen Scorerpunkt gutgeschrieben und ist mit 13 Zählern (sechs Tore) aus acht Spielen hinter dem Finnen Petri Kontiola gemeinsam mit Ilya Kovalchuk (RUS) der zweitbeste Scorer des Turniers.

WM-Statistik: Zuletzt stand die amerikanische Auswahl 2009 in einem Halbfinale, wobei man sich Russland (2:3) geschlagen geben musste und im Anschluss auch noch im Spiel um Platz drei gegen Schweden (2:4) den Kürzeren zog. In den Folgejahren waren die US-Fans nicht gerade verwöhnt, ein siebenter Platz 2012 war das höchste der Gefühle. Die einzigen zwei Titel datieren gefühlt noch aus der Steinzeit. Erst zweimal krönten sich die USA zum Weltmeister (1930, 1960), wobei der Titel 1960 auch die letzte Finalteilnahme war.

Schweiz

Turnierverlauf: Die Anhänger der Eidgenossen fühlen sich derzeit wohl wie in einem Traum und möchten am liebsten nie wieder aufwachen. Die Schweizer sind als einziges Team dieser Weltmeisterschaft ungeschlagen und haben in der Gruppenphase unter anderem Kaliber wie Schweden (3:2), Kanada (3:2) oder Tschechien (5:2) in die Schranken gewiesen. Noch nie in der Eishockey-Geschichte der Schweiz konnte eine Senioren-Nationalmannschaften acht WM-Spiele in Folge gewinnen. Im Halbfinale musste man nur gegen Ende zittern, als Tschechien auf Biegen und Brechen auf den Ausgleich drückte, am Ende wurde der 2:1-Vorspurng aber gut über die Zeit gebracht.

Keyplayer:Die Mannschaft ist der Star. In der Tat leben die Schweizer vom großartigen Kollektiv und weniger von den Einzelkönnern. Mit dem dazugestoßenen Raphael Diaz (Montreal) und Roman Josi (Nashville) stehen nur zwei Spieler in der NHL unter Vertrag, Keeper Martin Gerber spielt in Schweden (Rogle Angelholm) und Nino Niederreiter stürmt für den AHL-Klub Bridgeport Sound Tigers. Der Rest verdient seine Brötchen in der Heimat, was die Qualität der NLA unter Beweis stellt. Bis auf die beiden Verteidiger Philippe Furrer und Robin Grossman und den nur einmal eingesetzten Thibaut Monnet, haben alle Feldspieler mindestens einmal gescort, wobei der 23-Jährige Denis Hollenstein (4 Tore/4 Assists) und NHL-Crack Josi (3/5) mit acht Punkten die gefährlichsten Angreifer sind.

WM-Statistik: Das Vordringen der „Eisgenossen“ ins Halbfinale ist bereits der größte Erfolg der jüngsten Vergangenheit. Zuletzt fand ein Semifinale mit Schweizer Beteiligung bei der Heim-Weltmeisterschaft in Zürich und Basel statt, als man sich den Schweden relativ deutlich (1:4, 2:7) geschlagen geben musste. Im Spiel um Platz drei vereitelte Tschechien (0:4) die erste Wm-Medaille seit 1953. Nach der Enttäuschung im Vorjahr mit Platz zwölf, was den schlechtesten Endrang seit dem Aufstieg 1997 bedeutete, stehen die Schweizer kurz vor dem größten Erfolg seit 1935 als man in Davos hinter Kanada die Silber-Medaille holte.

LAOLA1-Prognose:

Beide Mannshaften gehen nach den letzten Auftritten mit breiter Brust in dieses „Halbfinale der Überraschungsmannschaften“. Nachdem die Schweizer bisher von ihrer immensen Effektivität lebten, einige Medien schrieben sie würden besser treffen als Wilhelm Tell, wird viel von der Leistung der amerikanischen Defensive rund um den gerade mal 19-jährigen Schlussmann John Gibson abhängen. Die USA hingegen lebt vom Körperspiel und den eisläuferischen Qualitäten der Truppe. Aufgrund der bisherigen Auftritte hätten beide Nationen einen Finaleinzug verdient, wobei die Schweiz mit dem kontinuierlichen Aufbau des Teams, der Ausländerbeschränkung in der Liga und dem Konzept zur Förderung von jungen Spielern für Nationen wie Österreich ein absolutes Vorbild darstellt, welchem der nächste große Schritt einfach zu gönnen wäre. Daher, Vorteil: Schweiz!

Sebastian Rauch

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