Gegen wen kann Österreich noch Punkten?

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Österreich trifft in den drei ausstehenden Partien bei der Weltmeisterschaft in Helsinki auf die Slowakei, Finnland und Russland.

Um sich den Klassenerhalt zu sichern, sollte die ÖEHV-Truppe zumindest gegen einen der "großen Drei" punkten. Wie die Chancen der rot-weiß-roten Auswahl gegen diese Eishockey-Nationen stehen und wer die spielbestimmenden Akteure bei dieser WM sind, hat LAOLA1 zusammengetragen.

Slowakei

(Österreich-Gegner am 10. Mai)

Ausgangslage: Die Slowaken kamen als Vize-Weltmeister nach Helsinki und zeigten gleich im Auftaktspiel gegen Frankreich (6:2), dass man auch in diesem Jahr über Offensiv-Power verfügt. Im zweiten Spiel gegen Gastgeber Finnland waren die Ost-Europäer zwar das bessere Team, Goalie Antti Rantaa brachte die slowakischen Angreifer aber regelrecht zur Verzweiflung und so ging die Partie mit 0:2 verloren. Der finnische Schlussmann parierte nicht weniger als 36 Schüsse auf sein Gehäuse.

Im vorerst letzten Spiel tat sich der Vizeweltmeister mit dem harten Körperspiel der Deutschen sehr schwer, hatte aber mit 3:2 das bessere Ende für sich, wobei man von einem schweren Fehler des deutschen Keepers profitierte, der acht Minuten vor dem Ende zum entscheidenden Treffer führte.

Weltmeisterschaften 17x
Weltmeister 1x (2002)
WM-2012
  1. Platz
Olympia-Teilnahmen 5x
Beste Platzierung
  1. Platz, 2010

Keyplayer: Thomas Vaneks Teamkollege bei den Buffalo Sabres, Andrej Sekera, scheint für Trainer Vladimir Vujtek einer der wichtigsten Akteure zu sein. Der 26-Jährige Verteidiger stand bereits 73:27 Minuten bei dieser WM auf dem Eis. Das ist absoluter Besterwert bei den Slowaken. Zum Vergleich: Michal Sersen belegt in dieser Statistik mit 56:58 Minuten Platz zwei.

Österreichs Chancen: Wer in diesem Duell der Favorit und wer der Außenseiter ist, ist kein großes Geheimnis. Dennoch sind die Slowaken von den großen Drei der Gruppe wohl jene Mannschaft, gegen die Österreich am ehesten noch punkten kann. Da die Slowaken sensationelle Eisläufer sind, wird es am Ende auch eine Frage der Kraft sein, ob man den Kampfgeist und die Konzentration, die für eine Überraschung nötig sind, über 60 Minuten auch aufrecht erhalten kann.

Spiele 28
Siege 5
Remis 1
Niederlagen 22
Torverhältnis 50:121
Letztes Spiel 1:2, 2011 Testspiel in Klagenfurt
Letzter WM-Sieg 2:1, 1996 in Wien

Finnland

(Österreich-Gegner am 11. Mai)

Ausganglage: Für den Weltmeister von 2011 kann es bei der zweiten Heim-WM in Folge nur ein Ziel geben: Eine Medaille zu gewinnen. Doch die „Löwen“ tun sich schwer. Wichtige Leistungsträger wie Kimmo Timonen, Olli Jokinen, Joni Pitkänen und Ville Leino fallen verletzt aus. Dazu spielen Jussi Jokinen (Pittsburgh Penguins), Mikko Koivu, Niklas Bäckström (beide Minnesota Wild) und die Veteranen Saku Koivu und Teemu Selänne (Anaheim Ducks) in den NHL-Playoffs. Bereits in der Vorbereitung setzte es überraschende Niederlagen gegen die Schweiz oder Norwegen und gleich im ersten WM-Spiel quälte man sich zu einem 4:3-Overtime-Sieg über Deutschland. Auch beim 2:0-Sieg gegen die Slowakei war noch viel Luft nach oben und das dritte Spiel gegen die USA wurde gar mit 1:4 verloren.

Keyplayer: Petri Kontiola ist mit sieben Punkten nach vier Spielen der beste Scorer des Gestgebers, wobei der 28-jähirge Center, der sein Geld in der KHL bei Traktor Chelyabinsk verdient, drei Treffer zu Buche stehen hat. Außerdem erhält er mit 79:13 Minuten die zweitmeiste Eiszeit seines Teams und hat die meisten Schüsse aufs gegnerische Tor (13) abgegeben. Daneben ist Keeper Antti Raanta mit 95 Prozent gehaltener Schüsse der bisher beste Torhüter des Turniers.

Österreichs Chancen: Finnland hat technisch sehr starke und schnelle Spieler. Zudem bringt „Suomi“ den Puck äußerst rasch ins Angriffsdrittel. Österreich ist eisläuferisch klar unterlegen und darf nicht versuchen, mit dem WM-Veranstalter mitzuspielen. Die ÖEHV-Truppe sollte daher weniger auf den Mann gehen und sich nicht in die Ecken locken lassen, sondern die Passwege zustellen, den Slot dicht machen und Bernhard Starkbaum die Sicht freihalten. Vielleicht gelingt in einem schnellen Konter ein "Lucky-Punch".

Weltmeisterschaften 51x
Weltmeister 2x (zuletzt 2011)
WM 2012
  1. Platz
Olympia-Teilnahmen 14x
Beste Platzierung
  1. Platz, 1988, 2006
Spiele 10
Remis 1
Niederlagen 9
Torverhältnis 17:60
Letztes Spiel 1:5, 2003 WM in Helsinki
Letzter Sieg Nicht vorhanden
Remis 3:3, 2000 WM in St. Petersburg

Russland

(Österreich-Gegner am 13. Mai)

Ausgangslage: Der Titelverteidiger weiß Härte, Technik und Schnelligkeit einzusetzen, wie kaum eine andere Nation. Zwar fehlen der beste Scorer der letzten Weltmeisterschaft, Evgeni Malkin (elf Tore und acht Assists), sowie Pavel Datsyuk oder Alexander Ovechkin aufgrund der NHL-Playoffs, bisher gingen diese Stützen aber nicht ab. Die Russen sind noch ohne Niederlage im Turnier und bei einem Torverhältnis von 15:4 derzeit das Maß aller Dinge. Allerdings stehen die Spiele gegen die Slowakei und Finnland noch aus.

Weltmeisterschaften 54
Weltmeister 26x (22x als Sowjetunion)
WM 2012 Gewonnen
Olympia-Teilnahmen 15
Olympia-Gewinner 5x (zuletzt 1992)

Keyplayers: Die Liste solcher Spieler ist bei den Russen doch etwas länger. Sich auf einen Crack festzulegen, ist kaum möglich. So zeigten sich Yevgeni Medvedev (Bars Kazan) und Alexander Radulov (CSKA Moskau) bisher von ihrer besten Seite, an Ilya Kovalchuk kommt aber keiner vorbei. Der 30-jährige Devils-Angreifer schoss in drei Spielen bereits fünf Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor.

Österreichs: Das ÖEHV-Team wird mit der „Sbornja“ nicht mitspielen können. In allen Belangen, sei es technisch oder eisläuferisch sind die Russen um mindestens zwei Klassen stärker als die rot-weiß-rote Auswahl. Daher kann das Motto nur lauten: Keine Strafen nehmen, solange wie möglich das 0:0 halten und die wenigen Einschuss-Möglichkeiten verwerten. Im Prinzip ist man gegen den Weltmeister ohne Chance, aber diese will man nützen.

Spiele 18
Sieg 1
Niederlagen 17
Torverhältnis 30:129
Letztes Spiel 1:8, 2009 Testspiel in Innsbruck
Letzter Sieg 1:0, 1994 in Zell am See

Alexander Planasch/Sebastian Rauch

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