Das Schweizer Märchen geht weiter

Aufmacherbild
 

Das Schweizer Eishockey-Märchen bei der 77. Weltmeisterschaft ist noch nicht zu Ende.

Die Eidgenossen besiegten am Samstag im Halbfinale in Stockholm die USA mit 3:0 und haben im Finale am Sonntag (20.30 Uhr) die Chance auf ihre erste Goldmedaille.

Im Endspiel im Globen wartet das Team von Gastgeber Schweden, das im Halbfinale das Duell mit Finnland mit 3:0 für sich entschied.

Ende des Heimfluchs?

Ende des Heimfluchs oder historische Sensation heißt es daher im Finale. Seit der sowjetischen "Sbornaja" 1986 in Moskau hat keine Mannschaft mehr bei einer Heim-Weltmeisterschaft die Goldmedaille geholt.

Schweden hat die Chance, diese Negativserie zu beenden. Allerdings sind die Skandinavier gewarnt, haben sie doch in ihrem Eröffnungsspiel mit einer 2:3-Niederlage schon einmal Bekanntschaft mit der eidgenössischen Stärke gemacht.

Die Eidgenossen, die ihr bisher bestes Ergebnis (Silber 1935) schon eingestellt haben, sind beim laufenden Turnier noch ungeschlagen, haben all ihre neun Partien gewonnen.

Der Schweizer Aufstieg 

Am Samstag war das Team von Sean Simpson auch gegen die mit NHL-Spielern gespickte US-Auswahl die bessere Mannschaft. Matchwinner waren schließlich Nino Niederreiter (31.) und Julian Walker (51.) mit ihren Treffern und Torhüter Reto Berra mit einem "shutout".

Reto Suri fixierte in der Schlussminute mit einem Treffer ins leere Tor den Endstand. Vor nicht allzulanger Zeit war das Schweizer Eishockey dagegen noch auf Augenhöhe mit dem österreichischen.

1995 gewann eine ÖEHV-Auswahl das Abstiegsspiel gegen die Eidgenossen, die danach ein Förderprogramm zur Entwicklung heimischer Talente entwickelte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. 1998 standen die Schweizer schon im Halbfinale, sechsmal in den vergangenen zehn Jahren spielten sie im Viertelfinale.

Schweden hofft auf ersten Titel seit 2006

Nun könnte sogar die Krönung und ein Eintrag in die Geschichtsbücher folgen. Die großen sieben Nationen (Russland, Tschechien, Slowakei, Schweden, Finnland, Kanada, USA) bzw. ihre Vorgänger haben in der Nachkriegszeit alle Goldmedaillen im Eishockey gewonnen.

Seit Silber für Deutschland und Bronze für die Schweiz 1953 haben die Top-7 auch alle Medaillen unter sich aufgeteilt. Schweden hat bisher achtmal triumphiert, zuletzt 2006.

Am Samstag hat das "Tre Kronor"-Team vor allem dank seiner ersten Sturmlinie mit den Zwillingen Daniel und Henrik Sedin (Vancouver Canucks) sowie Loui Eriksson (Dallas Stars) das Duell der beiden WM-Gastgeber gegen Finnland für sich entschieden.

Schweden gelingt die Revanche

Eriksson verwertete jeweils im Powerplay eine Vorarbeit der Sedins zur Führung (11.) und zum 2:0 (37.). 33 Sekunden vor Schluss fixierte Henrik Sedin mit einem Schuss ins leere Tor den Endstand (60.).

"Jetzt haben wir ein wirklich gefährliches Powerplay. Bevor die Zwillinge gekommen sind, hatten wir das nicht", erklärte Verteidiger Henrik Tallinder. "Die Zwillinge machen den Unterschied", meinte auch Teamchef Pär Marts.

Stark auch Torhüter Jhonas Enroth, Clubkollege von Thomas Vanek bei den Buffalo Sabres, der alle 30 Torschüsse parierte und sein zweites "shutout" bei dieser WM feierte.

Für die Schweden war der Sieg gegen den Nachbarn nicht nur eine erfolgreiche Revanche für die Finalniederlage 2011, sondern auch eine Rehabilitierung für das Turnier des vergangenen Jahres. Damals war Schweden ebenfalls in Stockholm bereits im Viertelfinale gescheitert.

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen