Ziemlich beste "Feinde"

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Erhoff vs. Vanek - Mehr als nur ein Duell

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Es ist das ewige Duell, das in der Alpenrepublik die Fans elektrisiert.

Österreich spielt gegen den großen Erzrivalen Deutschland. Spricht man mit den rot-weiß-roten Anhängern, scheint ein Erfolg über das DEB-Team über allem anderen zu stehen.

Sofort kommen die Verweise auf den 10. Februar 2013. Nur zur Erinnerung: Im letzten Aufeinandertreffen in Bietigheim-Bissingen an eben diesem Tag, rang man dem Favoriten ein Unentschieden nach 60 Minuten ab und sicherte sich somit das Ticket für Sotschi.

Vergangenheit ist vergangen

Der Jubel über das Erreichte war groß, die Tatsache, dass man ausgerechnet Deutschland in der eigenen Halle die Olympia-Teilnahme weggeschnappt hatte, machte den Erfolg umso süßer.

„Wir haben sie damals geärgert, die werden mit allem Kommen, was sie haben“, sagte Tormann-Trainer Markus Kerschbaumer vor dem Spiel.

Doch die Deutschen brauchen keine zusätzliche Motivation, nachdem sie bei dieser WM gegen die großen Gruppengegner wie Finnland, Weltmeister Russland und Vize-Weltmeister Slowakei starke Leistungen gezeigt hatten und gegen den Gastgeber sogar einen Punkt ergattern konnten.

„Die Olympia-Qualifikation ist Vergangenheit und bei uns gar kein Thema. Wir wollen das Spiel gewinnen und bereiten uns bestmöglich darauf vor, um mit voller Energie an den Start zu gehen“, sagt Kapitän Christian Ehrhoff im Gespräch mit LAOLA1.

Straffe Übungseinheit

Die volle Energie, von welcher der NHL-Star und Teamkollege von Thomas Vanek bei den Buffalo Sabres spricht, war auch im Abschlusstraining zu sehen. Die anwesenden Journalisten wurden Zeugen von hohem Tempo, aufopferungsvollem Einsatz, hoher Konzentration und für eine Übungseinheit beeindruckendem Körperspiel.

Es besteht kein Zweifel, dass die Deutschen dieses Spiel ernst nehmen, was auch Ehrhoff bestätigt, indem er sagt, man dürfe „Österreich nicht auf die leichte Schulter nehmen.“

Für Deutschland folgen mit den Spielen gegen Österreich, Frankreich, USA und Lettland die vermeintlich leichteren Partien dieser Weltmeisterschaft. Ein Viertelfinal-Ticket ist für die Auswahl von Trainer Pat Cortina durchaus in Reichweite. Ein Umstand, der im Lager des DEB-Teams aber niemanden interessiert.

„Unser erster Blick geht in Richtung Klassenerhalt. Die volle Konzentration liegt allein auf dem Spiel gegen Österreich und alles andere interessiert uns im Moment nicht“, bestätigt auch Ehrhoff, der sicherlich mehrfach im direkten Duell mit Vanek, seinem Teamkollegen aus der NHL, um die Scheibe kämpfen wird.

Torjäger vs. Kämpfernatur

„Er ist einer der Top-Stürmer der NHL mit einem Torriecher, den man niemanden beibringen kann. Deswegen ist er immer gefährlich und wir dürfen ihn nie alleine in unserem Drittel stehen lassen“, warnt der Verteidiger bereits vor den Qualitäten des Steirers, der wiederum die Kämpfernatur des deutschen Kapitäns herausstreicht.

„Christian ist ein super Spieler, der in allen Partien gleich agiert und keinen Leistungsabfall hat. Wir müssen versuchen, die Scheibe oft tief zu spielen, um ihn müde zu machen.“

Vanek möchte wetten

Von einer möglichen Wette unter Kollegen den Ausgangs des Spiels betreffend, will Ehrhoff nach dem Abschlusstraining am Dienstag noch nichts wissen. „Nein, wir haben da nichts ausgemacht“, lautet der Kommentar.

Stunden später, vom Sieg gegen die Letten euphorisiert, verspricht Vanek aber Gegenteiliges.

„Natürlich wird es noch eine Wette geben“, so der Stürmer, der mit Österreich im selben Hotel wohnt wie die Deutschen und seinem Buffalo-Gefährten somit jeden Tag über den Weg läuft.

Einen Vorteil für einen der Beiden aufgrund des Wissens über die Stärken und Schwächen des anderen, sieht weder der Angreifer noch der Defender.

„So ein Spiel hat immer seine eigenen Gesetze und ich denke nicht, dass es eine Rolle spielt, dass wir im selben Klub spielen“, sind die beiden NHL-Cracks Meinung.

Starkbaum beschäftigen

Das Erfolgs-Rezept der Deutschen lautet, für viel Verkehr vor dem österreichischen Kasten zu sorgen. Torhüter Bernhard Starkbaum wird einiges zu tun bekommen.

„Offensiv müssen wir viele Pucks zum Tor bringen und dann werden wir auch belohnt werden“, verspricht der DEB-Kapitän.

Zuletzt hatten Ehrhoff und seine Kollegen Pech, sowohl gegen Finnland als auch gegen die Slowakei wären durchaus Siege möglich gewesen. Am Ende steht man aber mit fast leeren Händen da.

„Im Abschluss waren die anderen Gegner besser und haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht und wir nicht. Deswegen stecken wir aber nicht den Kopf in den Sand. Wir arbeiten und glauben daran, dass die Pucks für uns reingehen werden.“

Deutschland nimmt das Positive mit

Obwohl die Sensationen knapp verpasst wurden, sind die bisherigen DEB-Auftritte Wasser auf die Mühlen der Moral.

„Wir sehen das Positive, haben drei gute Spiele gespielt. Wir blicken nach vorne und halten unser Selbstbewusstsein hoch. Am Mittwoch gegen Österreich zählt es nun natürlich“, verweist Ehrhoff auf die Wichtigkeit dieses Spiels.

Vor dem großen Showdown liegen die Österreicher zwei Punkte vor den Deutschen, ein Sieg der Viveiros-Truppe würde den Klassenerhalt in greifbare Nähe bringen und den Fans nach dem 10. Februar einen zweiten Feiertag bescheren.

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