Herburger auf der Flucht

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Raphael Herburger war eine der spielbestimmenden Protagonisten im Duell mit Finnland. Nicht nur durch seinen Shorthander zum zwischenzeitlichen 2:3 ärgerte er die Finnen, auch sein Schubser gegen Goalie Joni Ortio erhitze die Gemüter der sonst so kühlen Nordländer.

„Ich dachte der Goalie kommt einen Schritt raus und ich wollte ihm eigentlich nur einen kleinen Schubser geben, daraufhin ist er aber sehr theatralisch gefallen. Die Mitspieler müssen natürlich ihren Torhüter schützen und haben eh das Richtige gemacht“, verstand der 24-Jährige die Reaktion seiner Gegenspieler.

Herburger auf der Flucht

Besonders Ilari Melart nutzte die Situation, um sich Herburger, mit dem er bereits in einer Szene zuvor aneinandergeraten war, zur Brust zu nehmen.

„Die Nummer 21 (Anm. Melart) ist ein ziemliches Monster. Meine Mitspieler haben mir ein bisschen geholfen. Pöck, Schuller, Kristler sind alle dazwischen und haben mir das Leben gerettet. Ich hab nur noch versucht, abzuhauen“, gestand Herburger nach dem Spiel.

Ein weiteres Mal ärgerte der technisch beschlagene Angreifer das Heimteam, als er den zweiten österreichischen Treffer erzielte. Das auch noch in Unterzahl.

„Einen Shorthander gegen die Finnen schießt man nicht alle Tage. Noch dazu ein wichtiges Tor zum 2:3 und ich dachte, vielleicht schaffen wir es ja noch zurückzukommen. Im Gegenzug bekommen wir aber das 2:4 und dann war es natürlich schwer gegen diese Mannschaft und die Heim-Schiedsrichter“, fühlte sich der Vorarlberger ein bisschen benachteiligt.

Noch nie solches Tempo gespielt

Die Tatsache, dass die Heimischen aber über 60 Minuten der klar verdiente Sieger war, stritt Herburger nicht ab.

„In den ersten beiden Dritteln hatten wir nicht viele Torchancen. So ein Tempo habe ich noch nie gespielt. Die Finnen sind super Eisläufer“, streute er seinen Gegenspielern Rosen.

Auch Robert Lukas, Torschütze des ersten österreichischen Treffers, der ebenfalls in Unterzahl fiel, sah das ähnlich.

„Sie waren um so viel besser, wie man auch gesehen hat. Wir sind wie durch ein Wunder durch zwei Shorthander wieder zurück ins Spiel gekommen. Normalerweise, wenn du zwei Shorthander erzielst, gewinnst du das Spiel. Die Finnen waren aber mindestens eine Nummer zu groß“, gab der Linzer Verteidiger unverblümt zu.

Finnland-Spiel gibt Hoffnung

Trotz des Klasse-Unterschieds und der am Ende doch deutlichen Angelegenheit von 2:7 zog der Routinier auch positive Schlüsse aus der Niederlage.

„Die Finnen waren in jeder Beziehung zu stark für uns, aber wir haben gesehen, dass sogar gegen eine solche Mannschaft beim Stand von 0:3 die Partie noch nicht verloren ist. Das sollte uns für das Spiel gegen Russland Hoffnung geben.“

Österreich hält vor dem abschließenden Spiel gegen den Weltmeister dank der Siege über Lettland und die Slowakei bei fünf Punkten.

„Das ist nicht schlecht. Wenn uns das vor der WM jemand gesagt hätte, hätten wir gesagt, das nehmen wir auf jeden Fall. Tatsache ist, dass wir wahrscheinlich gegen die falschen Mannschaften gewonnen und gegen die falschen Teams verloren haben“, so Lukas.

„Wir sind zur Zeit Vorletzter und damit könnte ich leben. Wenn es so bleibt, wäre ich überglücklich“, verriet Lukas.

Dies wäre wenig verwunderlich, würde es doch den Klassenerhalt bedeuten.

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