Ulmer schimpft: "Kärntner Mafia"

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Viveiros wirft Ulmer aus dem Team

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Eigentlich sollte nach dem 7:2-Erfolg der österreichischen Nationalmannschaft über die Ungarn und dem damit verbundenen Wiederaufstieg in der A-Gruppe im "rot-weiß-roten" Lager alles eitle Wonne sein.

Dem war aber nicht so. Stefan Ulmer äußerte nach der Partie gegenüber den „Vorarlberger Nachrichten“ heftige Kritik an Teamchef Manny Viveiros.

Einen Tag später erfolgte der Knalleffekt: Der Schweiz-Legionär wurde mit sofortiger Wirkung wegen disziplinärer Fehlleistungen suspendiert und aus dem Kader für das abschließende Spiel gegen Slowenien (LIVE-Ticker ab 20 Uhr) gestrichen.

Ulmer als Sündenbock

Nachdem der Verteidiger in den ersten drei Spielen dieser B-WM reichlich Eiszeit bekam, wurde er durch die Rückkehr von Gerhard Unterluggauer in die vierte Linie „verbannt“ und kam gegen die Magyaren nur sporadisch zum Einsatz.

„Im Training vor dem Ungarn-Spiel war ich plötzlich nur mehr Verteidiger Nummer acht. Ich bin für die Mannschaft froh, dass wir den Aufstieg geschafft haben. Aber dass ich der Sündenbock für die Japan-Niederlage sein soll, verstehe ich nicht", wurde Ulmer in den „VN“ zitiert.

Einen Grund für seine geringe Einsatzzeit habe man ihm nicht genannt, lediglich das Problem er würde die Scheibe zu lange halten, hätte Viveiros mit ihm besprochen.

Ulmer (r.) kritisiert Trainer und Kollegen

Kärntner Mafia“

Hinzukommt, dass der 21-jährige Defender mit seiner Leistung gegen die Asiaten zufrieden war und die Probleme eher bei seinen Verteidiger-Kollegen Johannes Kirisits und Johannes Reichel sah, die ebenso wie Teamchef Viveiros bekanntermaßen einen Vertrag beim KAC besitzen.

"Als Vorarlberger kann man gegen die Kärntner Mafia nichts machen“, glaubte der Lugano-Crack an eine Benachteiligung aufgrund seiner Herkunft.

Viveiros erfuhr bei einem Pressegespräch von der Kritik und wollte zunächst alle Fakten einholen, bevor er sich zu dem Vorfall äußerte. Als der Austro-Kanadier die Geschichte gelesen hatte und Ulmer zu einem klärenden Gespräch bat, folgte der logische Schritt.

„Diese disziplinären Fehlleistungen erforderten in erster Linie die Konsequenz, dass Ulmer mit sofortiger Wirkung aus dem Kader entlassen wurde und für das abschließende Turnierspiel gegen Gastgeber Slowenien am Samstag nicht mehr zur Verfügung stehen wird“, heißt es in einer Aussendung des Verbandes.

Verantwortlichen greifen durch

Unmittelbar nach dem Gespräch mit dem Teamchef sah der „Sünder“ seinen Fehltritt ein.

„Meine Aussagen waren inakzeptabel. Ich möchte mich aufrichtig bei meinen Teamkollegen, den Trainern und dem Verband entschuldigen. Ich war sehr froh darüber, ins Nationalteam einberufen worden zu sein. Ich bin auch froh darüber, dass wir den Aufstieg geschafft haben“, zeigte sich der 21-Jährige reumütig.

Trotz der späten Einsicht musste Ulmer aber noch am Freitag-Nachmittag seine Koffer packen und den vorzeitigen Urlaub antreten.

„Aufgrund der Härte der Aussagen mussten wir durchgreifen“, meinte Teammanager Giuseppe Mion.

Chance auf weitere Einsätze lebt

Die Türe zum Nationalteam scheint aber dennoch nicht für immer zugefallen zu sein. Bisher gab es keine Erklärung, dass der Vorarlberger in Zukunft nicht mehr das Jersey mit dem Adler auf der Brust tragen darf.

Im Gegenteil: Mion rechnete Ulmer hoch an, dass sich dieser nach seinem verbalen Fehltritt anscheinend ernstzunehmend entschuldigt habe.

„Er ist ein guter, junger Spieler. Die Entschuldigung war aufrichtig und wichtig für Teamkollegen und Betreuer“, ist der erste Schritt für ein Versöhnung somit getan.

Nach dem Spiel gegen die Ungarn betonte Viveiros noch den guten Charakter der Mannschaft und wie gut doch das Klima zwischen all den Beteiligten sei.

Mit diesem Eindruck hatte sich der 46-jährige Teamchef dann aber wohl getäuscht.

Sebastian Rauch

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