Österreichs WM-Gegner Frankreich im Check

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Die knappen Niederlagen zum WM-Auftakt bewiesen: Frankreich ist ein schwer zu bespielender, aber auch schlagbarer Gegner für Österreich.

Was für die Franzosen spricht: Sie sind seit acht Jahren ein Fixbestandteil der A-Gruppe. Der gebürtige Kanadier Dave Henderson steht seit elf Jahren hinter der Bande (sein Vertrag läuft auch noch für die nächste WM), 17 Cracks des aktuellen WM-Kaders waren auch beim überraschenden Viertelfinal-Einzug 2014 mit von der Partie.

WM-Erfahrung pur

Überhaupt ist das Team schon seit Jahren eingespielt, allerdings auch aufgrund der Tatsache, dass Nachwuchs kaum nachkommt. So gehört das U20-Nationalteam schon seit Jahren nicht zu den besten 16 Nationen der Welt.

Den Franzosen trieft also die WM-Erfahrung aus allen Poren, ihre Schüsselspieler entscheiden oft die Schnittpartien.

LAOLA1 wirft einen genauen Blick auf das Team der Grande Nation:

Tor

Cristobal Huet strebt die Teilnahme an der Heim-WM in Paris 2017 an, der ökonomische Stil des 39-jährigen (kaum verschwendete Energie in seinen Bewegungen) läßt dies durchaus möglich erscheinen. Der Ex-NHL-Torhüter wird unserem Team sicher einiges aufzulösen geben. Sowohl gegen Deutschland als auch die Schweiz war er ein Felsen in der Brandung. Von 60 Torschüssen ließ er nur vier passieren, was eine Save-Percentage von 93,33 bedeutet.

Angriff

Ebenfalls ein absoluter Key-Player: Stephane da Costa. Vor einigen Jahren rannten dem College-Spieler fast alle NHL-Teams die Türen ein, er entschied sich für Ottawa. Nach drei Jahren boten ihm die Senators keinen Ein-Weg-Vertrag an, der spielstarke Center ging dann für gutes Geld zu CSKA Moskau und gehörte gleich zu den KHL-Topscorern.

An seiner Seite agiert in Prag Antoine Roussel, der Franko-Kanadier füllt die Rolle des Antagonizers bei den Dallas Stars aus, ist aber überaus strafenanfällig.

Mit Pierre-Edward Bellemare fehlt allerdings der dritte Mann in dieser Linie und vielleicht der "Glue Guy" des Teams. Der Flyers-Vereinskollege von Michi Raffl musste die WM wegen einer Schulterverletzung absagen. Julien Desrosiers – Topscorer der französischen Liga – komplettiert in Prag die Paradelinie.

Weiters gefährlich: Damien Fleury, ein schneller und energiegelandener Scharfschütze. Laurent Meunier ist ein defensiv verläßlicher Center, er könnte nach Jahren in Straubing durchaus in der EBEL landen und würde dort ungefähr eine Rolle wie heuer Anders Bastiansen bei den 99ers ausfüllen. Yorick Treille gab vor Jahren ein Kurzgastspiel in Salzburg, wie sein Bruder Sacha gehört er zu den "Soldaten" im Team.

 

Abwehr

An der blauen Linie steht weniger Qualität zur Verfügung, was aber vom soliden Defensiv-Konzept des Teams aufgefangen wird.

Kevin Hecquefeuille (vor Jahren auch beim KAC im Gespräch) kann ein Powerplay aufziehen und versprüht die meiste Torgefahr, defensiv allerdings agiert er oft flattrig.

Der bei IFK Helsinki tätige Yohann Auvitu ist ein glänzender Eisläufer, hat allerdings mit dem unbeweglichen Antonin Manavian (ein ehemaliger Innsbrucker Legionärsflop) ein Handicap an seiner Seite. Nicolas Besch agierte lange Zeit in der polnischen Liga, rundet durch seine gute Beinarbeit die Top-4 ab.

Mehr als die Summe der einzelnen Teile

Für die Franzosen gilt schon seit langem: Das Ganze ist mehr als die Summe der einzelnen Teile. Das Team läßt normalerweise nicht viele Chancen zu und Goalie Huet ist noch immer ein Erfolgsgarant.

Der aggressive Stil der Ratushny-Truppe könnte aber doch für einige Verwirrung sorgen.

Beim 1:3 gegen die Schweiz verstümmelten sich die Franzosen bereits selbst. Sacha Treille und "Heißsporn" Roussel flogen innerhalb von Sekunden mit Spieldauer-Disziplinarstrafen vom Eis, Stephane da Costa verletzte sich früh in der Partie.

Sein Ausfall würde das Team bis ins Mark treffen, ist er doch die schnittigste Waffe in einer sehr limitierten Offensive.

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