"Würde gerne in Schweden oder der Schweiz spielen"

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Innerhalb eines Jahres hat Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft seine komplette, langjährige Stamm-Verteidigung verloren.

Mit einem Schlag hat eine neue Generation übernehmen müssen, aus der bei der WM in Prag bisher Dominique Heinrich herausgeragt ist.

Der 24-jährige Wiener, der für Red Bull Salzburg spielt, will die WM-Bühne nützen, um sich für einen Auslandstransfer interessant zu machen.

Heinrich neuer Nummer-1-Verteidiger

Gerhard Unterluggauer, Thomas Pöck, Matthias Trattnig, Andre Lakos, Robert Lukas sowie der verletzte Stefan Ulmer und damit die ersten sechs Abwehrspieler des Olympia-Teams von 2014 sind nicht (mehr) dabei.

Nur Mario Altmann und Florian Iberer sind von der Sotschi-Mannschaft übrig geblieben.

Heinrich hat die Chance genützt und sich zum Nummer-1-Verteidiger hochgespielt.

Mit 1,75 m hat er zwar nicht das Gardemaß eines Verteidigers, überzeugt aber mit Schnelligkeit, Fitness und Spielverständnis.

"Das Ausland ist mein Ziel"

Teamchef Daniel Ratushny, in Salzburg auch sein Vereinstrainer, hat es mit der meisten Eiszeit gegen Schweiz und Schweden belohnt. Auch Scouts sind auf den Torschützen des Ehrentreffers gegen die Skandinavier aufmerksam geworden (siehe LAOLA1-Scouting-Report von Bernd Freimüller).

"Das Ausland ist mein Ziel, schon für die kommende Saison", machte Heinrich kein Geheimnis aus seinen Plänen.

"Ich würde gerne in Schweden spielen, oder auch in der Schweiz. Das sind Ligen, die ganz gut zu meinem Spielstil passen würden. Aber ich würde nichts ausschließen, die Angebote sind noch nicht eingetrudelt", erzählte der gelernte Stürmer, den Pierre Page zum Verteidiger umfunktioniert hat.

In Salzburger Hierarchie hinter Trattnig und Legionären

Dass man sich in Prag gut in die Notizblöcke der Scouts spielen kann, ist ihm bewusst. "Wenn man hier auffällt, ist die Chance ein bisschen größer als in Österreich. Das ist sicher ein persönliches Ziel, aber auf jeden Fall steht das Team im Vordergrund", betonte Heinrich.

In Salzburg steht er in der Verteidiger-Hierarchie noch im Schatten von Trattnig und den Legionären, auch wenn er ein wichtiger Teil auf dem Weg zum Titel war. Im Team hat er seine führende Rolle schnell übernommen.

"Nachdem die Playoffs vorbei waren, hat Ratushny viel mit mir gesprochen, er hat mich darauf vorbereitet, dass ich viel Eiszeit bekommen werde. Ich habe das mit Freude angenommen. Es macht Spaß, viel auf dem Eis zu stehen und den Jungs zu helfen. In jeder Situation, Powerplay, Unterzahl, 5-gegen-5. Es macht irrsinnig Spaß, auf so einem Niveau gegen die besten Spieler der Welt zu spielen", schwärmte er.

Eingespieltes Duo

Im Team wie in Salzburg spielt der nur drei Monate ältere Alexander Pallestrang an seiner Seite, Anpassungsprobleme sind daher weggefallen.

"Mit ihm verstehe ich mich sehr gut, wir haben die ganze Saison zusammengespielt, das funktioniert ganz gut. Es ist angenehm, dass es da bei der WM jetzt keine Umstellung ist", so Heinrich.

Am Dienstagabend stand er gegen Frankreich wieder seinen Mann, um durchwegs größere Stürmer abzufangen. Und damit seinen zwei Zielen wieder einen Schritt näher zu kommen: Mit dem Nationalteam den Klassenerhalt und für sich ein Auslandsengagement zu erreichen.

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