"Wir dürfen nicht zurückschrauben"

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Die Erleichterung war den ÖEHV-Cracks nach dem knappen 5:4-Erfolg über die Ukraine ins Gesicht geschrieben. Abgekämpft, aber doch glücklich schleppten sich Manuel Geier und seine Kollegen in die Katakomben der Stozice Arena.

Nach einer 5:1-Führung nach 30 Minuten, machten es die Österreicher im Auftaktspiel der B-WM in Ljubljana gegen die Ukraine nochmals richtig spannend.

Aus heiterem Himmel riss der Faden im Spiel der rot-weiß-roten Auswahl und die bereits am Boden liegenden Ost-Europäer kamen bis zwei Minuten vor dem Ende auf ein Tor heran.

„Wir haben den Fehler gemacht und nach dem 5:1 einen Gang zurück geschalten. Das dürfen wir nicht machen. Eigentlich müssen wir nur konstant weiterspielen, dann fangen wir uns die Gegentore nicht ein“, analysierte Manuel Geier, der mit seiner ersten Puckberührung den ersten ÖEHV-Treffer erzielte, die Schwächephase.

Stark angefangen und stark nachgelassen

Durch das Herausnehmen des Tempos wurden sie Spieler auch zusehends unkonzentrierter und leisteten sich zahlreiche Abspielfehler.

„Wir müssen unser Spiel einfach halten. Wenn wir Probleme bekommen haben, waren wir selber Schuld. Turnovers in der neutralen Zone sind einfach tödlich. Wir haben immer den Weg nach vorne gesucht, anstatt auch mal zurückzuspielen und neu aufzubauen“, weiß Teamchef Manny Viveiros um die Fehler seiner Jungs.

Trotz der etwas durchwachsenen Performance ist der Austro-Kanadier mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. Vor allem die Phase nach der Pause, als binnen zehn Minuten vier Tore erzielt wurden, war selbstredend ganz nach dem Geschmack des Head Coaches.

„Die Nervosität war mit Beginn des zweiten Drittels weg. In der Pause haben wir besprochen, dass wir mehr Schüsse auf das Tor bringen müssen, weil das Eis nicht im besten Zustand ist und folglich alles passieren kann.“

In der Tat sorgten die Österreicher für viel Verkehr vor dem Tor und versuchten, aus allen Lagen die Scheibe in die Gefahrenzone zu bringen.

Am Ende hatten Koch und Trattnig gut lachen

Nicht zurückschrauben

Der genannte Keeper verspricht für die folgenden Partien Besserung.

„Natürlich waren die zwei Monate Pause nicht ideal, aber ich absolvierte drei Testspiele. Ich kenne das bereits aus der vergangenen Saison. Mit jedem Spiel, das kommt, werde ich besser und sicherer“, schickt der Goalie eine Kampfansage in Richtung der gegnerischen Stürmer.

Gegen Großbritannien sollen dann Aussetzer wie im Auftaktspiel vermieden werden. Den Österreichern wurde deutlich vor Augen geführt, was passiert, sollte man nicht mehr mit voller Konzentration ans Werk gehen.

„Wir dürfen nicht nicht zurückschrauben. Wir haben vier Linien und da braucht sich niemand zurückhalten. Es wird gegen keinen Gegner einfach. Es gilt nun, aus den Fehlern zu lernen und diese in Zukunft tunlichst zu vermeiden“, gibt Manuel Geier die Marschroute vor, die bis Dienstag hoffentlich bei allen ÖEHV-Cracks Gehör findet.

Sebastian Rauch

Starkbaum mit Selbstkritik

Aber auch die Ukrainer hatten das Konzept verstanden und deckten Goalie Bernhard Starkbaum wenn möglich mit Schüssen aus der Distanz ein.

„Wir haben zwei Tore bekommen, die nicht nötig waren, die ich auch auf meine Kappe nehme“, ging der VSV-Keeper nach der Partie hart mit sich ins Gericht und sprach die beiden Tore im Mitteldrittel an.

Selbstkritik, die den Torhüter mit Sicherheit ehrt, die Schuld an dem Wiederaufleben der Ukraine trug er aber gewiss nicht alleine. Das wusste auch NHL-Export Michael Grabner.

„Bei 5:1 musst du das Spiel ausmachen und darfst ihnen nicht ein Momentum geben und sie auf 4:5 herankommen lassen. Aber es ist schwer zu spielen, wenn du 5:1 vorne bist. Da musst du versuchen, mental und körperlich dabei zu bleiben, sonst passieren Fehler, wie bei uns. Dann steht es 5:2 und 5:3 und es ist wieder eine offene Partie. Daran müssen wir arbeiten, dass wir konstanter sind“, nimmt der Islanders-Stürmer sich und seine Mitspieler in die Pflicht.

Zwei Punkte sind wichtig

Doch am Ende brachten die Österreicher den Vorsprung über die Zeit. Auch weil laut Starkbaum die Mannschaft „am Ende viele Schüsse blockte und in der Defensive kompakt stand“.

Schwächephase hin oder her: Unter dem Strich ist für den ÖEHV-Teamchef nur der Sieg von Bedeutung.

„Das ist Eishockey. Man kann nicht alles planen oder kontrollieren. Am Ende haben wir aber zwei Punkte und das ist das was zählt.“

Im nächsten Spiel haben Kapitän Thomas Koch und seine Kollegen mit Großbritannien einen schwer einzuschätzenden Gegner vor der Brust. Bereits am Montag trifft man um 16:30 Uhr auf die Auswahl von der Insel.

"Großbritannien hat viele Kanadier in der Mannschaft. Es gibt keinen leichten Gegner, wir müssen richtig gut spielen. Wenn du glaubst, du kannst gegen einen Gegner eine Pause machen, verlierst du sicher“, ist Viveiros gewarnt.

Umstellungen trotz der vier Gegentreffer will der Austro-Kanadier aber keine vornehmen. Auch Gerhard Unterluggauer wird noch nicht im Lineup stehen.

„Die Tore, die wir bekommen haben, waren alles Schüsse von draußen und keine Fehler unmittelbar vor dem Tor. Mit Schüssen von draußen musst du leben. Einmal wurde die Scheibe abgefälscht und einmal rutscht Starkbaum weg. Unterluggauer wird wohl erst am Mittwoch zum Einsatz kommen.“

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