Rückkehrer sichert den Aufstieg

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Unterluggauer schießt Österreich zum Aufstieg

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Die Fahrstuhl-Nation ist wieder zurück.

Wie schon in den Jahren zuvor schaffte Österreich mit dem 7:2 gegen Ungarn den sofortigen Wiederaufstieg in die Weltelite des Eishockeys.

Seit 2005 geht es für die ÖEHV-Cracks im einen Jahr nach unten, um dann im nächsten wieder die Qualifikation für die A-Gruppe zu schaffen.

Nach zuletzt durchwachsenen Spielen bei diesem Turnier, zeigte die Mannschaft um Kapitän Thomas Koch im Spiel gegen die Magyaren erstmals Ansätze, was sie zu leisten im Stande wäre.

Unterluggauer rettet Österreich

Auch wenn zu Beginn noch einige Unsicherheiten zu erkennen waren, stand die Defensive gegen die Ungarn besser, die genickbrechenden Turnovers im Mitteldrittel wurden weitgehend vermieden.

„Wir haben gewusst, dass es ein ganz schwieriges Spiel wird und lagen auch zwei Mal zurück. Die Wende kam beim fünf gegen drei beim Stand von 1:2, als wir den erlösenden Ausgleich erzielten. In so einem wichtigen Turnier musst du die doppelte Überzahl nützen und dass ist uns geglückt. Danach war das Momentum auf unserer Seite und wir haben disziplinierter agiert als der Gegner“, hebt Koch den zweiten Treffer der Österreicher als Knackpunkt hervor.

Verantwortlich für dieses Tor zeigte sich niemand Geringerer als Gerhard Unterluggauer, der nach drei Spielen verletzungsbedingter Absenz im Spiel gegen die Magyaren sein Debüt bei dieser B-WM gab.

Mit seinem Hammer aus kurzer Distanz brachte er die Mannschaft wieder auf Kurs und gab der Defensive die lang vermisste Sicherheit. Der Routinier krönte seine gute Leistung auch noch mit einem zweiten Treffer zum 5:2. Wieder war er per Schlagschuss erfolgreich.

„Die Rückkehr von Unterluggauer war sehr wichtig für uns. Mit seinem Schuss ist er eine Waffe von der blauen Linie. Weiters bringt er sehr viel Routine in diese junge Mannschaft und das hat uns in den letzten Spielen ein wenig gefehlt“, würdigt Koch seinen Mitspieler.

Lob für die Mannschaft

Der Gehuldigte selbst stellte selbstverständlich die Mannschaft in den Vordergrund.

"Es ist einfach nur super, dass wir gewonnen haben. Es war eine sehr starke Mannschaftsleistung, alle haben gefightet, alle Linien haben Tore gemacht. Die Mannschaft hat einen Vorzeigecharakter. Wir haben sehr viele junge Spieler, die machen ihre Sache sensationell. Da macht es Spaß zu spielen", so der 35-Jährige.

Über seine Tore freute sich der Verteidiger letztendlich aber doch.

"Beim Comeback zwei Tore ist ein Traum. Aber Glück gehört auch dazu, die Scheibe ist zweimal perfekt gelegen."

Latusa spielt bisher eine starke Weltmeisterschaft

Latusa führt Torschützenliste an

Neben dem VSV-Verteidiger, wusste einmal mehr Manuel Latusa zu überzeugen. Der Salzburg-Stürmer traf ebenso doppelt, hält nun bereits bei fünf Turnier-Toren. Mit diesem Wert ist er derzeit der beste Torschütze des Turniers. Vor der Partie durch Viveiros von der vierten in die zweite Linie „befördert“, zeigte der 25-Jährige keine Anpassungsschwierigkeiten und harmonierte vor allem mit dem erneut im Abschluss glücklosen Michael Grabner sehr gut.

Neben den beiden herausragenden Akteuren war gegen Ungarn das gute Penaltykilling ausschlaggebend für den Erfolg. Vor allem im zweiten Drittel, als man fast sechs Minuten in Folge mit einem Mann weniger auf dem Eis auskommen musste, ließ die österreichische Defensive nur sehr wenig zu.

Penaltykilling und Überzahlspiel als Schlüssel

Die Ungarn hatten große Probleme, überhaupt in Position zu kommen. Goalie Bernhard Starkbaum, der sich ebenso keinen Fehler leistete, musste nur selten eingreifen.

„Das Spiel in nummerischer Unterlegenheit hat mir sehr gut gefallen, aber auch wie wir unsere Überzahl gespielt haben war beeindruckend“ zeigt sich Teamchef Manny Viveiros zufrieden.

Einzig die vielen Strafen stießen dem Austro-Kanadier sauer auf.

„Das war nicht nach meinem Geschmack. Aber das ist das Resultat der Aggressivität, mit welcher meine Spieler ans Werk gegangen sind.“

Die meisten Strafminuten gingen auf das Konto der Linie Herburger-Geier-Geier. Insgesamt sechs Mal wurde ein Vertreter der dritten Angriffsreihe in die Kühlbox geschickt.

„Das darf nicht passieren. Wir waren zu aggressiv und müssen früher erkennen, dass der Schiedsrichter diese Dinge sofort pfeift“, kennt Stefan Geier, der zwei Mal auf die Strafbank musste, sein Verbesserungs-Potenzial.

Jungen Weg weitergehen

Doch dies sind Erfahrungswerte, die es mitzunehmen gilt. Sowohl die Geier-Zwillinge Manuel und Stefan (Hier geht’s zum Portrait) als auch Raphael Herburger spielen ihr erstes WM-Turnier.

Die drei Angreifer sind Teil einer Verjüngungskur, welcher das Nationalteam nach dem ernüchternden Abstieg 2010 unterzogen wurde. Mit dem Wiederaufstieg soll der Aufbau einer jungen und schlagfertigen Truppe aber kein abruptes Ende nehmen.

„Wir wollen eine junge Mannschaft aufbauen und das werden wir auch im nächsten Jahr auf A-Niveau fortsetzen. Es ist wichtig, dass man auf dem höchsten Level Erfahrung sammelt“, spricht sich Koch für den Neuaufbau aus.

Ziel der Weltmeisterschaft 2013 in Stockholm und Helsinki (3. bis 19. Mai) wird sein, erstmals seit 2004 in Tschechien den Klassenerhalt zu schaffen.

Um dieses Vorhaben in die Tat umsetzen zu können, wartet auf Teamchef Manny Viveiros und seine Mannschaft aber noch viel Arbeit. Denn der Aufstieg täuscht nicht darüber hinweg, dass sich bei dieser B-WM viele Baustellen aufgetan haben, die es in den kommenden zwölf Monaten zu beheben gilt.

Sebastian Rauch

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