"Die Erwartungen waren höher"

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"Aufstieg wäre ein versöhnliches Ende"

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Der Superstar ist da.

Zumindest aus österreichischer Sicht ist Michael Grabner durchaus als solcher zu bezeichnen. Der Stürmer der New York Islanders stieß am Freitag zum Nationalteam, um mit seinen Landsmännern das Projekt Wiederaufstieg in Angriff zu nehmen.

Nach den Absagen von Thomas Vanek und Andreas Nödl, die beide aufgrund von Verletzungen nicht bei der B-WM in Ljubljana dabei sein können, ist der gebürtige Villacher der einzige NHL-Crack, der seine Schlittschuhe bei diesem Turnier für „Rot-Weiß-Rot“ schnüren wird.

Einziger Profi aus der NHL

Freut sich in Österreich schon eine ganze Eishockey-Nation auf die Auftritte des flinken Flügelstürmers, blieb es auch den Medienvertretern anderer Nationen nicht verborgen, welch ein Aushängeschild sich in den Katakomben der Stozice Arena tummelt.

Gleich nach dem Training am Samstag Nachmittag stand das slowenische Fernsehen vor der Kabine der Österreicher und bat um ein kurzes Interview mit dem Kärntner.

Denn Grabner ist der einzige Profi aus der besten Liga der Welt, der bei diesem Turnier sein Können zeigen wird. Die Gruppengegner der Österreicher Slowenien, Ungarn, Ukraine, Japan oder Großbritannien, können allesamt nicht mit einem NHL-Spieler aufwarten.

Erste Eindrücke

Diese Exklusivität schürt selbstredend auch Erwartungen und auch die Aussagen der Trainer um Head Coach Manny Viveiros lassen eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber dem Right Wing erkennen. (Hier geht’s zum Interview mit dem Teamchef)

Doch dem 24-Jährigen ist der Druck egal, zumindest gibt er sich im Gespräch mit LAOLA1 ganz gelassen.

„Ich habe mich mit Manny unterhalten und er sagte mir, ich soll mir nicht zu viel Druck machen. Wir haben auch andere gute Spieler, die mich unterstützen werden. Ich weiß, was ich kann, was ich zu leisten im Stande bin und hoffe, das kann ich auch zeigen, um der Mannschaft damit so gut es geht zu helfen“, so der Islanders-Crack.

Nun gilt es, Grabner so schnell wie möglich in die Mannschaft zu integrieren, damit der Angreifer sein bestes Eishockey zum Vorschein bringen kann.

Bis zum Samstag Abend hatte er erst zwei Mal mit der Mannschaft trainiert, konnte aber erste Impressionen über das Teamgefüge und seine Mitspieler sammeln.

„Mein Eindruck ist sehr gut. Jedoch hatten die Jungs zuletzt schwere Spiele gegen Weißrussland und die Schweiz, daher waren zunächst noch alle etwas müde. Mittlerweile sieht es recht gut aus. Wir haben eine sehr junge, bissige Mannschaft. Hoffentlich schaffen wir den Aufstieg und dann sind wir nächstes Jahr wieder bei der A-WM dabei.“

Grabner im Gespräch mit Teamchef Viveiros

Versöhnliches Ende mit Aufstieg

Selbst die Überlegung, die Gegner könnten es mit ihrem Körperspiel gegen ihn übertreiben und Checks am Rande der Legalität fahren, nur um ihn aus dem Verkehr zu ziehen, tut er mit einem „das bin ich gewohnt“ ab.

Doch auch wenn Grabner sehr gelassen wirkt, zum Urlauben ist er nicht nach Ljubljana gekommen. Die abgelaufene Saison bei den Islanders, verlief nicht wie erhofft und so will der für seine Schnelligkeit bekannte Stürmer bei der B-WM nochmals ein Ausrufezeichen setzen.

„Rückblickend über die gesamte Saison war es sicherlich ein bisschen enttäuschend. Nach den 34 Toren in der Vorsaison standen heuer nur 20 zu Buche. Dies ist sicherlich auch kein schlechter Wert, aber meine und die Erwartungen der anderen an mich waren höher. Ich wollte nach so einer Saison einen guten Abschluss finden und der Aufstieg in den A-Pool wäre da sicher ein versöhnliches Ende.“

Sebastian Rauch

Umstellung auf größere Eisfläche

Bereits am Sonntag steht um 16:30 Uhr mit dem Auftaktspiel gegen die Ukraine die erste Hürde auf dem Weg in den Kreis der Weltelite auf dem Programm.

(LAOLA1-LIVE-Ticker: Österreich vs. Ukraine, ab 16:30 Uhr)

Angst, die Zeit mit seinen Kollegen könnte nicht ausreichen, um vollwertig ins Team integriert zu werden, hat er nicht.

„Ich glaube, es kam schon öfter vor, dass Spieler nicht soviel Zeit hatten, um sich an die Mannschaft zu gewöhnen, aber andere Teams haben dieselben Probleme. Ich werde einfach schauen, dass ich mein Spiel durchziehen kann. Zusätzlich habe ich sehr gute Mitspieler. Da wird es mir nicht schwer fallen, mich einzugewöhnen.“

Gewöhnen muss sich der ehemalige VSVler jedoch an die größere Eisfläche. Seit 2004 spielt er in Übersee, wo bekanntlich auf kleinerem Terrain geskatet wird.

„Die größere Eisfläche hat Vor- und Nachteile. Man hat mehr Platz und Zeit. So kann ich mit Sicherheit meine Geschwindigkeit besser nützen. Zum anderen muss man schlauer und die Positionen genauer spielen, sonst machst du leere Kilometer und bist außer Position. Aber das wird schon kommen. Ich hab ein gutes Gefühl“, lässt sich Grabner von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen.

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