Ein Abwehrhüne schießt Boston zum Auswärtssieg

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Drei Spiele, drei Auswärtssiege in den NHL-Playoffs.

Die Gäste-Teams hatten in der Nacht auf Dienstag das bessere Ende und übernahmen in ihren „Best of seven“-Serien die Führung.

Im Verizon Center zu Washington bejubelten die Boston Bruins dank Abwehrhüne Zdeno Chara, der drei Scorerpunkte verbuchte, ein 4:3 über die Capitals.

Auch die NY Rangers, bestes Team der Eastern Conference, gewannen bei den Ottawa Senators mit dem Minimal-Vorsprung von 1:0.

Die San Jose Sharks unterlagen vor heimischer Kulisse den St. Louis Blues mit 3:4.

„Es glich einem Rugby-Spiel“

„Das ist Playoff-Hockey, damit rechneten wir“, gab Bostons Forward Daniel Paille zu verstehen. Denn in Spiel drei kochten gleich mehrmals die Emotionen hoch. Immer wieder gerieten die Mannschaften aneinander. Es hagelte 16 Zwei-Minuten-Strafen und eine Match Penalty für Capitals-Crack Nicklas Backström. Letztere war wohl der Frustration geschuldet, erhielt er sie doch mit der Sirene.

„Es glich beinahe einem Rugby-Spiel. Besonders im dritten Drittel geschah vieles erst nach dem Pfiff. So etwas passiert“, erklärte Washington-Betreuer Dale Hunter. Seine Schützlinge mussten sich nach hartem Schlagabtausch geschlagen geben.

Neben einer Vielzahl an Strafen wurde auch Eishockey gespielt, und das hatte einiges zu bieten. Den Torreigen eröffnete Alexander Semin in Minute 16 während eines Powerplays. 35 Sekunden nach dem Seitenwechsel lieferte der amtierende Champion die passende Antwort.

Chara erzielte das Goldtor

Rich Peverly netzte nach Pass Charas zum 1:1, nur weitere 13 Sekunden später stellte Superstar Alex Ovechkin wieder den Abstand her. Boston drehte dank Paille und Brian Rolston das Spiel, ehe Brooks Laich sechs Minuten vor dem Ende das 3:3 erzielte.

Als die Zuseher bereits mit einer Overtime spekulierten, schlug Chara zu. Der Defender kam bei Vier-gegen-Vier zum Schuss, den Washington Roman Hamrlik unhaltbar abfälschte. Goalie Braden Holtby ließ den 29. Schuss auf sein Gehäuse passieren. Der 22-Jährige machte nicht die glücklichste Figur.

„Ich hatte nicht mein bestes Spiel, hoffentlich gelingt es mir am Donnerstag besser“, richtete Holtby den Blick umgehend auf das fünfte Kräftemessen.

Erstmals Pfiffe für Boyle

Ebenfalls eine 2:1-Führung in der Serie haben die NY Rangers. Beim 1:0-Erfolg in Ottawa avancierten Henrik Lundqvist mit 39 gehaltenen Versuchen und Brian Boyle zu den Matchwinnern. „Einmal mehr war die Nummer 30 unglaublich. Er machte wie so oft den Unterschied“, so der Goldtorschütze über seinen Teamkollegen.

Die Pfiffe der Senators-Fans gehörten jedoch vor allem Boyle. Der 27-Jährige konnte sich damit anfreunden. „Es ist das erste Mal in meiner Profi-Karriere, dass ich von gegnerischen Anhängern angefeindet werde. Ich bin heute der Bösewicht, damit kann ich leben.“

Eng ging es auch zwischen San Jose und den St. Louis Blues zu. Die Gäste setzten sich mit 4:3 durch, machten es jedoch unnötig spannend.

Sharks zitterten sich zum Sieg

Nach 40:59 Minuten hatte man durch Treffer von Patrik Berglund, Andy McDonald, Jason Arnott und Alexander Stehen einen komfortablen 4:1-Polster. Doch die Schlussoffensive brachte die Sharks dank Colin White und Logan Couture nochmals heran, der Ausgleich blieb ihnen verwehrt.

„Wir sind in Ekstase nach diesem Erfolg, allerdings nicht aufgrund der letzten Minuten. Ein Team wie die Sharks darf man nicht wieder zum Leben erwecken. Über 55 Minuten agierten wir großartig, dann begann das große Zittern“, atmete Defender Carlo Colaiacovo tief durch.

In der Nacht auf Freitag bietet sich den Sharks zu Hause die Chance zur Revanche und zum möglichen Ausgleich.

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