Los Angeles Kings wollen mit den Fans den Titel feiern

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In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag können die Los Angeles Kings Geschichte schreiben.

Mit einem Sieg über die New Jersey Devils würde die seit 1967 bestehende Franchise aus Kalifornien zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Stanley Cup gewinnen.

Erster Sweep seit 1998 möglich

Doch das ist nicht alles: L.A. wäre auch die erste Mannschaft seit den Anaheim Ducks 2007, der dieser Triumph zu Hause vergönnt wäre. Außerdem wären sie das erste Team, dem in der Finalserie ein Sweep gelingt, seit die Detroit Red Wings, die Washington Capitals 1998 mit 4:0 vom Eis fegten.

„Es ist uns eigentlich egal, wo wir gewinnen, aber wenn wir den Stanley Cup zu Hause holen können, dann versuchen wir das natürlich. Wir sind jetzt in der bestmöglichen Position und wollen diese auch ausnützen“, brachte es Kings-Center Colin Fraser auf den Punkt.

Kaum einer zweifelt an einem Sieg der Cracks um Kapitan Dustin Brown, konnte doch in einem Stanley-Cup-Finale zuletzt vor 70 Jahren ein 0:3 in 4:3 umgewandelt werden. Damals feierten die Toronto Maple Leafs ein unglaubliches Comeback gegen die Detroit Red Wings.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Ein kleiner Hoffnungsschimmer besteht für die Devils allerdings noch: Sowohl gegen die Vancouver Canucks als auch gegen die Phoenix Coyotes verlor Los Angeles jeweils das vierte Spiel der „best of seven“-Serie.

„Der vierte Sieg ist immer das härteste, vor allem im Endspiel, das wissen wir alle. Wir müssen Laufbereitschaft und Charakter zeigen, um zu gewinnen“, so Jarret Stoll, der mit den Edmonton Oilers 2006 gegen die Carolina Hurricanes schon einmal ein Stanley-Cup-Finale verloren hat.

Aber nicht nur die negative Bilanz der Kings in den bisherigen vierten Spielen gibt dem Team von der Ostküste Grund zur Hoffnung. LAOLA1 kennt vier Möglichkeiten, wie New Jersey der Mannschaft von Coach Darryl Sutter beikommen kann:

Kovalchuk muss endlich auf Touren kommen

  • Der Star muss es richten

Die Hoffnungen der Devils-Fans ruhen natürlich auch auf den Schultern von Ilya Kovalchuk. Der Russe spielt endlich einmal eine Postseason, die seiner würdig ist.

Er ist das Um und Auf der New Jersey-Offense. Sieben Tore und elf Assists in 17 Spielen steuerte der 29-Jährige bis zum Finale bei. Seither herrscht jedoch Flaute. Und es ist keineswegs so, dass er vom Pech verfolgt ist, und die Schiebe einfach nicht rein will. Nein, er kommt nicht einmal zum Abschluss.

Gerade einmal fünf Torschüsse brachte der beste Devils-Angreifer in den drei Endspielen jetzt zustande. Wenn New Jersey noch eine Chance haben will, dann muss Kovalchuk schleunigst wieder an die Form vor dem Duell gegen L.A. anschließen.

  • Hoffen und beten

Wenn alle Stricke reißen, dann kann die Franchise aus Newark eigentlich nur noch hoffen, dass Jonathan Quick einen schlechten Tag erwischt.

Ein einziger Fehlgriff könnte ja schon reichen. Ein Tor, und das angeknackste Selbstvertrauen der eigenen Stürmer wäre wahrscheinlich wieder da. Es ist ja nicht so, dass die Mannschaft von Coach Peter DeBoer im Angriff nicht gut besetzt ist, aber wenn man in drei Spielen nur zwei Treffer erzielen kann, und einer davon ein Eigentor eines Verteidigers ist, dann kommen schon mal Selbstzweifel auf. Sollten diese jedoch wegfallen, dann ist auch New Jersey im Stande den Puck öfter im Tor unterzubringen.

Allerdings macht Quick schon die gesamte Saison nicht den Eindruck, als ob er gewillt wäre, einmal daneben zu greifen, weshalb statt hoffen wohl eher beten angesagt ist.

 

Fabian Santner

  • Das erste Tor erzielen

Es ist eine Binsenweisheit, aber wer in einem Finale das erste Tor erzielt, hat einen enormen Vorteil.

Bis auf Spiel eins erwischten die Devils immer den besseren Start als L.A., konnten ihre optische Überlegenheit aber nicht in Tore ummünzen.

Natürlich haben die Kings, die in den Playoffs bei 15 Siegen und nur zwei Niederlagen stehen, auch eine positive Bilanz, wenn sie zurücklagen (5-1), aber für New Jersey wäre es sicherlich um vieles einfacher, würden sie in dieser Serie endlich einmal mit einer Führung im Rücken spielen können.

  • Brodeur muss die Unhaltbaren parieren

Martin Brodeur spielt bis jetzt eine gute Serie. Er hat sich noch keinen Fehler erlaubt und hält, was zu halten ist.

Gegen die Kings ist das aber zu wenig. Der Oldie muss jetzt auch einmal sogenannte hundertprozentige Chancen vereiteln. Er muss Anze Kopitar und Co. den letzten Nerv ziehen und sie so zu überhasteten Abschlüssen zwingen.

Vor allem wenn seine eigenen Angriffsreihen wieder einmal auslassen, muss der Goalie dafür sorgen, dass die Null steht. Das ist im Eishockey alles andere als leicht, es geht aber auch um die letzte Chance um den Stanley Cup.

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