98 Millionen Dollar für 13 Jahre

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Parise und Suter unterschreiben bei den Wild

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Die Detroit Red Wings, die Pittsburgh Penguins, die Philadelphia Flyers oder doch die New York Rangers?

Zach Parise und Ryan Suter waren in der komfortablen Lage sich ihren zukünftigen Arbeitgeber aussuchen zu können. Im amerikanischen Profisport ist das nichts Alltägliches.

Entscheidung nach fast 72 Stunden

Und die beiden fällten keine vorschnelle Entscheidung. Beinahe 72 Stunden ließen sie ab der Öffnung der Free-Agency verstreichen, ehe sie sich für ein neues Team entschieden.

Während die Penguins aufgrund der Freundschaft zwischen Parise und Sidney Crosby die Nase um den Stürmer vorne zu haben schienen, sprach man den Flyers die besten Chancen für eine Verpflichtung von Defender Suter zu. Doch am Mittwochmittag (Ortszeit) war die Überraschung perfekt: Die beiden Top-Free-Agents werden ab der nächsten Saison für denselben Klub am Eis stehen.

Aber nicht eine der hoch gehandelten Mannschaften hatte das Rennen um die beiden gemacht, sondern die Minnesota Wild, die letzte Saison weit von einem Playoff-Platz entfernt waren und als absoluter Außenseiter auf eine Verpflichtung galten. Der Franchise aus St. Paul kam zugute, dass sie über den größten Gehaltsspielraum verfügte, und sich somit als einzige Mannschaft um beide Cracks bemühen konnte.

Lukrative Rentenverträge

Dass Parise und Suter, die schon bei den Olympischen Spielen 2010 gemeinsam für das Team USA auf dem Eis standen, nicht abgeneigt waren, für denselben Klub aufzulaufen, war kein Geheimnis und spielte General Manager  Chuck Fletcher zusätzlich in die Karten.

„Ryan und ich habe über die ganze Saison hinweg immer wieder mal miteinander gesprochen. Man redet dann davon wie toll es wäre, zusammen in einer Mannschaft zu spielen, aber das schien nicht realistisch“, so Parise.

Billig kamen die Wild dennoch nicht davon. Jeweils 98 Millionen Dollar fließen in den nächsten 13 Jahren auf die Konten von Parise und Suter, was einem durchschnittlichen Jahresverdienst von 7,538 Millionen entspricht.

Große Freude in Minnesota

Parise spielte bisher nur bei den Devils

Natürlich überwog bei den Verantwortlichen dennoch die Freude über den gelungenen Coup. „Das ist ein großartiger Tag in der Geschichte der Minnesota Wild. Wir betrachten dies als seltene Gelegenheit für uns, den Klub durch das Engagement zweier großartiger Spieler, die gleichzeitig auf dem Höhepunkt ihrer Karriere sind, zu stärken", zeigt sich Fletcher begeistert.

In New Jersey herrscht derweil naturgemäß Trauer. Hoffte man doch bis zuletzt, Parise würde sich für einen Verbleib bei den Devils entscheiden. „Natürlich sind wir enttäuscht“, so General Manager Lou Lamoriello. „ Es ist sehr schade, wenn ein Spieler von seinem Format den Klub verlässt. Aber wir können nichts dagegen tun.“

Der Ex-Kapitän der Devils verbrachte seine gesamte bisherige NHL-Karriere in New Jersey. In 502 Spielen erzielte der Erstrunden-Draftpick 194 Tore und gab 216 Assists. Viele dachten, er würde die Franchise nie verlassen

Doch der Ruf der Heimat war zu groß. Der bald 28-Jährige wuchs in Minneapolis auf und seine Mutter und sein Vater, der ehemalige NHL-Spieler J.P. Parise, leben immer noch dort. „Es war ein großer Teil der Entscheidung. Die Möglichkeit zuhause zu spielen bedeutet mir viel“, so Parise.

Mehr Druck für Suter

Für Suter bedeutet der Wechsel vor allem die Chance auf mehr Anerkennung. Obwohl er schon lange als einer der besten NHL-Verteidiger gilt, stand er bei den Nashville Predators, wo er letzte Saison 46 Scorerpunkte verbuchen konnte, immer im Schatten von Norris-Finalist Shea Weber.

Bei den Wild wird er mehr Verantwortung übernehmen müssen, da die Mannschaft zwar über einige Talente, jedoch keinen erfahrenen Mann in ihren Abwehrreihen verfügt. In Minnesota ist man sich jedenfalls sicher, dass der 27-Jährige diese Rolle übernehmen kann.

Ob Minnesota nach diesen spektakulären Verpflichtungen schon zu den Favoriten zählt, darf bezweifelt werden. Wird die Truppe in den kommenden Spielzeiten allerdings noch sinnvoll rund um die beiden Superstars verstärkt, können die Wild in absehbarer Zeit zu einem ernstzunehmenden Mitstreiteiter um den Stanley Cup werden.

 

Fabian Santner

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