Yeo: "Vanek der Beste, der zu haben war"

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Mike Yeo ist in seine vierte Saison als Chefcoach von Minnesota Wild gegangen und ist noch immer der jüngste Trainer der National Hockey League (NHL).

Unter der Regie des 41-Jährigen haben sich die Wild kontinuierlich nach oben gearbeitet, mit der Offensivkraft von Österreichs Stürmerstar Thomas Vanek soll nun der Sprung zum Top-Team gelingen.

Viermal in Folge war für den Club aus St. Paul nach dem Grunddurchgang Endstation, ehe 2012/13 der Aufstieg ins Play-off gelang. In der vergangenen Saison überstand Minnesota Wild zum zweiten Mal in der Clubgeschichte (seit 2000) eine Play-off-Runde.

Potenzial in der Torproduktion

Doch damit wollen sich Yeo und sein Team nicht zufrieden geben. Die Torproduktion wurde als einer der Bereiche identifiziert, in der noch Potenzial schlummert, Vanek als idealer Kandidat gesehen, das Manko zu beheben.

"Nach jeder Saison schaust du, was du gut gemacht hast, aber mehr, wo du dich steigern kannst. Das Toreschießen ist uns nicht leicht gefallen und wir haben jemanden gesucht, der uns auf diesem Gebiet wirklich helfen kann. Vanek war in unseren Augen der Beste, der zu haben war", erklärte Yeo.

An Konstanz nicht zu überbieten

Den Zahlen nach könnte die Rechnung aufgehen. Minnesota war bei den geschossenen Toren nur auf Rang 24 (von 30 Mannschaften) und im Powerplay auf Rang 16.

Vanek dagegen liegt bei der Tor-Produktion im Spitzenfeld. Seit seinem Debüt in der NHL 2005 hat der 30-Jährige die acht-meisten Tore im Grunddurchgang (277) und die dritt-meisten Powerplay-Treffer (113) erzielt und ist in der Konstanz nicht zu überbieten.

So wie Vanek haben nur Alexander Owetschkin und Rick Nash in jeder der neun Saisonen seither zumindest 20 Tore erzielt.

"Powerplay eine Spezialität von Vanek"

Yeo sieht durch die Verpflichtung von Vanek eine durchgehende Stärkung der Angriffsreihen. "Wir wollten in einigen Bereichen gefährlicher werden, mit drei offensiven Linien. So ein Mann verdrängt Leute wie Niederreiter oder Coyle in die dritte Linie. Das macht nicht nur die zweite Linie besser, sondern auch die dritte", sagte er.

Und "wir wollen auch im Powerplay besser werden. Das ist eine Spezialität von ihm. Nachdem wir Videos von ihm gesehen haben, haben wir gewusst, dass er eine gute Ergänzung für uns ist".

In die Scorerliste hat sich Vanek bei seinem Debüt am Donnerstag (5:0 gegen Colorado Avalanche) noch nicht eingetragen. Noch suchen der Steirer und sein finnischer Center Mikko Koivu jene Chemie, wie sie die erste Linie mit Zach Parise, Mikael Granlund und Jason Pominville schon hat.

"Wenn er an der Scheibe ist, öffnet sich das Spiel"

"Mit der Zeit wird Thomas unser Spiel besser kennenlernen. Das wird es in Zukunft für ihn und für seine Sturmpartner leichter machen das Spiel zu lesen, zu wissen, wo der andere steht. Aber man hat schon gesehen, was er im Powerplay bringen kann. Wenn er an der Scheibe ist, öffnet sich das Spiel, er hat den Überblick, Aktionen zu machen", so der Coach.

Denn schließlich soll Vanek helfen, den nächsten und ultimativen Schritt zu schaffen. "Als Team haben wir in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, in der Einstellung, in der Kultur, bei den Ergebnissen. Wir sind zweimal ins Play-off gekommen und haben in der vergangenen Saison eine Runde überstanden."

"Der nächste Schritt ist, ein Team zu werden, das auf der nächsten Stufe mitspielt. Wenn man über Titelkandidaten spricht, spricht jeder über Chicago, St. Louis, Los Angeles, Anaheim. Ich will sicherstellen, dass die Leute auch uns nennen, wenn es um die Frage nach den Top-Teams geht", erklärte Yeo seine Vision.

"State of Hockey"

Dann würde Minnesota seinem Beinamen "State of Hockey" auch auf höchstem Niveau gerecht. Die Begeisterung ist jedenfalls enorm. Nach dem Weggang der Minnesota North Stars, die 1993 in den Süden zogen und zu den Dallas Stars geworden sind, stieg Minnesota Wild im Jahr 2000 in die NHL ein.

Seither stürmen die Zuschauer das Xcel Energy Center. Die ersten 409 Heimspiele der Clubgeschichte waren stets ausverkauft, nur in der Saison 2011/12 kamen im Durchschnitt weniger als 18.000 Zuschauer zu den Heimspielen.

Im Nachwuchs und College sowie bei der Entwicklung von Top-Spielern ist das "Land der 10.000 Seen" schon jetzt Spitze. 33 Spieler aus dem gut fünf Millionen Einwohner zählenden Minnesota sind aktuell in der NHL im Einsatz.

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