Die Vancouver Canucks sind der Favorit im Westen

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„Let the Show begin!“

Die Zeit der Ausreden ist endgültig vorüber. 1.230 Begegnungen der Regular Season benötigte es, um die Top-16 der National Hockey League zu bestimmen.

Die Stanley Cup Playoffs ermitteln ab sofort den Nachfolger der Boston Bruins. Wer darf nach einigen kräfteraubenden Schlachten den altehrwürdigen „Holy Grail“ in die Höhe stemmen?

Oder bricht der amtierende Champion gar selbst den 13 Jahre währenden Fluch? Letztmals bestritten nämlich die Detroit Red Wings 1997/98 ihre „Mission Titelverteidigung“ erfolgreich.

In der Nacht auf Mittwoch starten die Wochen der Wahrheit. Für Brisanz und Spannung ist jedenfalls gesorgt. LAOLA1 verschafft einen Überblick der Matchups. Die Western Conference im Check:

Ausgangssituation:

Vancouver beendete die Regular Season mit 111 Punkten (51-22-9) zum zweiten Mal hintereinander als bestes NHL-Team. Letzte Saison war erst im Stanley-Cup-Finale gegen Boston Schluss, dieses Jahr soll der ganz große Coup gelingen. Die Kanadier haben von den letzten zehn Spielen nur zwei verloren, eins davon erst in der Overtime. Die Canucks sind heiß.

Los Angeles kam am Ende der Saison auf 95 Punkte (47-27-15). Defensiv agieren die Kalifornier top, allerdings sind die Kings auf der Suche nach einem funktionierenden Angriffsspiel. Ganze zehn Mal konnte man keinen Treffer erzielen, dabei ging man sechs Mal sogar als 0:1-Verlierer vom Eis. Denkbar schlechte Voraussetzungen gegen eine rundum gut besetzte Mannschaft wie Vancouver.

Bisherige Begegnungen:

Das direkte Duell ist ausgeglichen. Während Vanvouver aber beide Siege in der regulären Spielzeit erzielen konnte, brauchten die Kings einmal das Shootout zur Entscheidung.

Schlüsselspieler:

Denkt man an Vancouver, dann denkt man automatisch an die Sedin-Zwillinge Daniel und Henrik. Die beiden sind das um und auf in der Offensive der Canucks und dort vor allem im Powerplay. 18 der 34 Überzahl-Tore gehen auf das Konto der Schweden. Doch Vancouver verfügt mit Roberto Luongo und Corey Schneider auch über eines der besten Torhüter-Tandems der Liga.

Die Hoffnungen der Kings ruhen auf den Schultern ihres Torhüters. Jonathan Quick spielt eine überragende Saison. Er führt die Liga mit zehn Shutouts an und erlaubt nur 1,95 Tore pro Spiel. Nicht umsonst steht er zur Wahl zum besten Torhüter der Saison. Los Angeles reagierte zudem auf die lahme Offensive und holte zur Trade-Deadline mit Jeff Carter einen Goalscorer par excellence. 34 Tore in 55 Spielen für Columbus und Los Angeles bescheren ihm Platz sechs der Torschützenliste.

Prognose:

Vancouver wird Los Angeles mit ausschalten. Die einzige Hoffnung der Kings ist Jonathan Quick. Wenn er ein, zwei Spiele im Alleingang entscheidet, könnte es spannend werden. Die geballte Offensiv-Stärke und das Powerplay der Canucks werden das aber nicht zulassen. – 4:2 Canucks

Ausgangssituation:

Die junge Truppe aus St. Louis legte mit 109 Punkten (49-22-11) eine Bombensaison hin, schwächelte in der Schlussphase aber leicht. Vier Niederlagen aus den letzten fünf Spielen kosteten die Blues den ersten Platz in der Western Conference.

Anders San Jose. Mit 96 Punkten (43-29-10) verpassten die Sharks zwar zum ersten Mal seit 2003 die 100-Punkte-Marke, die sieben Siege aus den letzten zehn Spielen deuteten jedoch einen klaren Aufwärtstrend an. Es scheint als wären die Kalifornier rechtzeitig in Playoff-Form gekommen.

Bisherige Begegnungen:

Im Grunddurchgang sah San Jose gegen St. Louis kein Land. Alle vier Begegnungen gingen verloren. Dabei erzielten die Sharks insgesamt nur drei Tore, zwei Mal sogar gar keines.

Schlüsselspieler:

Bei den Blues sind die beiden Torhüter unumstritten die Stars der Mannschaft. Brian Elliot und Jaroslav Halak sind der Hauptgrund für die diesjährige Stärke der Blues. Ellliot führt die Liga mit 1,56 Gegentoren pro Spiel und einer Save-Percentage von 94% an. Mit seinen neun Shutouts muss er nur Jonathan Quick von den Los Angeles Kings den Vortritt lassen. Halaks Gegentor-Schnitt von 1,97 pro Spiel und seine sechs Shutouts sind ebenfalls nicht zu verachten.

Joe Thornton spielt seine siebte Saison bei den Sharks, und nie war in der ersten Playoff-Runde Schluss. Auch 2011/2012 produziert der Kanadier Punkt um Punkt für seine Mannschaft. 77 waren es dieses Jahr. Logan Couture (65 Punkte) Patrick Marleau (64 Punkte) und Joe Pavelski (61 Punkte) komplettieren das eindrucksvolle Offensiv-Arsenal.

Prognose:

Wir lehnen uns weit aus dem Fenster und prophezeien eine faustdicke Überraschung. Denn St. Louis wird sein blaues Playoff-Wunder erleben und gegen die Sharks ausscheiden. Auch wenn das überragende Goaltending und die Ergebnisse im Grunddurchgang für die Blues sprechen, wird in diesem Duell die Postseason-Erfahrung ausschlaggebend sein. – 4:3 Sharks

Ausgangssituation:

Phoenix kürte sich im Endspurt mit fünf Siegen in Folge erstmals zum Sieger der Pacific Division, ist mit 97 Punkten (42-27-13) aber schwächer als der Zweit-, Dritt-, und Viertplatzierte aus der Central Division. Die Coyotes haben bei sieben Anläufen noch nie die erste Playoff-Runde überstanden.

Chicago fiel nach dem Titelgewinn 2010 in ein kleines Loch, und qualifizierte sich 2011 erst auf den letzten Drücker für die Playoffs, wo dann in der ersten Runde gegen Vancouver Endstation war. Dieses Jahr spielen die Blackhawks (45-26-11, 101 Punkte) wieder konstanter und machen den Playoff-Einzug drei Spieltage vor Schluss klar.

Bisherige Begegnungen:

Chicago konnte nur eines der vier Saisonduelle für sich entscheiden, und dieser Sieg liegt bereits ein halbes Jahr zurück.

Schlüsselspieler:

In Phoenix vertraut man seit Jahren auf Kapitän Shane Doan. Und das zu Recht. Der Kanadier hat dieses Jahr zum zehnten Mal in seiner Karriere mehr als 20 Tore erzielt. Doan ist ein Spieler, an dem sich eine ganze Mannschaft aufrichten, und im entscheidenden Moment zählen kann, was seine 56 Game Winning Goals in 15 Saisonen für Phoenix unterstreichen.

Chicagos Stürmerstar Jonathan Toews, der im Saisonfinish mit einer Gehirnerschütterung ausgefallen ist, wird für die Playoffs zurückerwartet. Die Blackhawks verfügen zwar mit Marian Hossa, Patrick Sharp und Patrick Kane über eine ohnehin beachtliche Angriffsreihe, ein fitter Toews könnte allerdings genau die zusätzliche Offensivpower bedeuten, die in den Playoffs benötigt wird.

Prognose:

Chicago ist insgesamt die stärkere Mannschaft und wird sich, falls Toews zurückkehrt klar, und ansonsten knapp durchsetzen. – 4:2 Blackhawks

Ausgangssituation:

Die Nashville Predators erreichten zum dritten Mal hintereinander und zum siebten Mal insgesamt die Playoffs, zum ersten Mal jedoch als Top-vier-Seed, was ihnen das Heimrecht bescherte.

Die Red Wings (48-26-6. 102 Punkte) stehen zum 21. Mal hintereinander in den NHL-Playoffs. Sie stellten in dieser Saison mit 23 Heimsiegen in Folge einen neuen NHL-Rekord auf, doch auf fremden Eis wissen sie bisweilen nicht zu überzeugen (17-21-3).

Bisherige Begegnungen:

In der Regular Season traf man sechsmal aufeinander. Dreimal siegte Detroit, dreimal Nashville. Beide gewannen zwei Heimspiele und verloren eins. Ausgeglichener geht es nicht.

Schlüsselspieler:

Die Predators können sich vor allem auf eines verlassen: Auf ihren Torhüter Pekka Rinne und die starke Verteidigung um Shea Weber und Ryan Suter. Rinne führt die Liga mit 43 Siegen an, Weber und Suter erzielten beide über 40 Punkte. Die Verpflichtung von Alexander Radulov kann die erhoffte Verstärkung der ansonsten nicht überragenden Offense sein.

Spricht man von Detroit dann muss man auch von Nicklas Lidström sprechen. Der Schwede bestreitet seine 20. Saison in der „Motor City“ und ist nicht wegzudenken. Allerdings plagt den Verteidiger in den letzten Monaten eine Fußgelenksverletzung, die ihn vor allem in seinen Offensiv-Aktionen stark behindert. Auch Pavel Datsyk war diese Saison vor Verletzungen nicht gefeit, wen er aber spielt, sind die Red Wings eine Klasse stärker. Das Zünglein auf der Waage könnte Valtteri Filppula werden. Der finnische Stürmer, der zuvor nie über 40 Scorerpunkte kam,  spielt seine bis dato beste Saison und kommt auf 66 Punkte.

Prognose:

Ein – wenn auch ungewöhnlich klingender – Außenseitertipp. Detroit kommt weiter. Die Tiefe des Red Wings-Kaders wird die Predators spätestens im siebten Spiel vor Probleme stellen. – 4:3 Red Wings

 

Fabian Santner

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