LAOLA1-Vorschau auf die Conference-Halbfinali

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CHICAGO BLACKHAWKS (#3) vs. MINNESOTA WILD (#4)

Ausgangslage:

Aller guten Dinge sind drei!

Zum dritten Mal in Folge kommt es in den Playoffs zum Aufeinandertreffen der Chicago Blackhawks und der Minnesota Wild.

2013 waren die Wild das erste Team, das die Blackhawks auf ihrem Weg zum Stanley Cup eliminierten. Im Vorjahr kam es wie nun auch in der zweiten Runde zum Duell der Central-Division-Rivalen.

Waren es vor zwei Saisonen noch fünf Spiele, die Chicago zum Weiterkommen benötigte, waren es vor einem Jahr schon sechs Spiele. Setzt man das Zahlenspiel fort, müsste es nun also über die volle Distanz von sieben Partien gehen.

Im Fokus: Thomas Vanek

Zwei Assists in den ersten sechs Spielen stehen bislang auf dem Konto des Grazers. Sieht für den Laien auf den ersten Blick nicht nach viel aus. Dennoch ist der 31-Jährige wie sein Coach damit äußert zufrieden.

"Gegen St. Louis war unser Fokus, defensiv gut zu spielen und eher nicht so viel nach vorne zu machen. Wir haben viel gegen Lehtera und Stastny gespielt und wollten ihnen das Leben schwer machen", so Vanek.

In der zweiten Runde erwartet er sich eine bessere Ausbeute: "Gegen Chicago ist das anders. Es wird mehr Chancen geben."

"Charlie (Coyle/Anm.) und ich waren großteils solide. Wir hatten nicht das nötige Glück, ein wichtiges Tor zu erzielen, aber generell haben wir eine wichtige Rolle gespielt."

In den letzten zwei Postseason-Duellen der beiden Teams war es so, dass die Top-Linie der Wild um Parise gegen jene der Blackhawks um Toews ran musste. Es wird erwartet, dass es neben diesem Aufeinandertreffen zu jenem zwischen den zweiten Linien kommt. Bei Minnesota Koivus Linie, bei Chicago jene rund um Kane

Vaneks dritte Linie soll nun den Unterschied zugunsten der Wild machen. "Er hat heuer gegen sie gut gespielt. Er war offensiv stark und das brauchen wir wieder von ihm. Es wird jede Nacht jemand anderes sein, aber wir denken, dass er und seine Linie der X-Faktor sein könnten", so Wild-Coach Mike Yeo über den ÖEHV-Legionär.

Brennpunkte:

Genügend Rückendeckung? Bei Minnesota ist Devan Dubnyk dank seiner starken Performance in der Regular Season und in den Playoffs (mit Ausnahme von Spiel 4) die klare Nummer eins. Bei den Blackhawks musste Corey Crawford in der ersten Runde Scott Darling Platz machen. Nachdem auch dieser patzte, kehrte Crawford zurück und wird gegen Minnesota im Tor stehen. Dennoch könnte es hier schnell wieder einen Wechsel geben.

Special Teams: Man mag es kaum glauben, aber Minnesota stellt in der Postseason mit 33,3% Erfolgsquote das effizienteste Powerplay der Liga. Im Penalty Kill rangiert die Truppe von Mike Yeo auf Rang zehn (81,8%). Chicago, in den letzten Jahren eine der besten Mannschaften in Sachen Special Teams, hat hingegen sowohl in Überzahl (15,8%/9.) und in Unterzahl (72,7%/13.) das Nachsehen. In den Playoffs sind Powerplay und Penalty Killing zwei der entscheidendsten Faktoren.

Toews vs. Parise: Jonathan Toews ist mit acht Punkten (drei Tore, fünf Assists) Scoringleader in der Postseason. Zach Parise hat nur einen Zähler weniger (drei Tore, vier Assists) auf dem Konto. Die beiden werden sich auf dem Eis oft begegnen, es wird spannend zu beobachten, wer die Oberhand gewinnt.

Datum Heim Gast Ergebnis
16. Dezember 2014 CHICAGO Minnesota 5:3
08. Jänner 2015 Minnesota CHICAGO 2:4
11. Jänner 2015 CHICAGO Minnesota 5:2
03. Februar 2015 MINNESOTA Chicago 3:0
07. April 2015 Chicago MINNESOTA 1:2

ANAHEIM DUCKS (#1) vs. CALGARY FLAMES (#3)

Ausgangslage:

David gegen Goliat!

Die Vorzeichen könnten nicht klarer sein. Während Anaheim als einer der Titel-Favoriten schlechthin in die Saison ging, rechnete wohl niemand damit, dass Calgary in der zweiten Playoff-Runde stehen würde.

Experten rechneten den Flames sogar gute Chancen im Rennen um Connor McDavid und den letzten Platz in der Liga zu. Gekommen ist es aber anders. Mit überraschend starken Leistungen zog der Underdog in die Playoffs ein und eliminierte Vancouver zum Auftakt.

Die Favoritenrolle ist dennoch klar vergeben.

Brennpunkte:

Gegen die Ex: Wenn die Anaheim-Spieler auf das gegnerische Tor zulaufen, werden sie in ein bekanntes Gesicht blicken. Jonas Hiller, von 2007 bis letzten Sommer Goalie bei den Ducks, unterschrieb als Free Agent in Calgary. "Das wird eine Challenge. Er weiß, wohin unsere Spieler am liebsten schießen. Andererseits wissen wir, wo er zu überwinden ist", misst Anaheim-Coach Boudreau der Sache nicht allzu viel Wichtigkeit bei.

Uneinnehmbare Festung: Die Flames warten bereits seit fast zehn Jahren auf einen Postseason-Sieg in Anaheim. Zuletzt konnten die Kanadier 2006 in der ersten Runde einen Sieg im Honda Center einfahren. In der Regular Season ist die Durstsrecke sogar noch länger. 20 (!!!) Spiele verlor Calgary zuletzt in Anaheim, darunter auch zwei in dieser Saison. Letzter Erfolg: 19. Jänner 2004...

Sensations-Comeback? Ende Februar zog sich Mark Giordano einen Riss des Bizeps zu und musste operiert werden. Vier bis fünf Monate sollte seine Heilung dauern - sollte. Denn nun tauchen erste Gerüchte auf, der Verteidiger könnte noch in den Playoffs zurückkehren. Der 31-Jährige, zum Zeitpunkt seiner Verletzung punkbester Defender der Liga, würde Calgary einen wichtigen Schub auf der blauen Linie geben. Es wäre nicht unwichtig, einen der besten Verteidiger gegen eine der besten Offensiven der Liga in den eigenen Reihen zu haben.

Wer steigt auf?

Nemetz: Minnesota wird sich durchsetzen. Ausschlaggebend wird Goalie Dubnyk sein. Er hat die richtige Form und das nötige Selbstvertrauen, während Crawford auf der Gegenseite weder Form noch Selbstvertrauen hat. Wie schon im Face-Off berichtet gehe ich dennoch von einer engen Serie über sieben Spiele aus

Santner: Goalie hin, Goalie her. Erstens hat Blackhawks-Backup Darling gezeigt, dass er in den Playoffs mithalten kann und zweitens hat sich Crawford in Spiel 6 das nötige Selbstvertrauen geholt. Abgesehen davon sind die Blackhawks einfach zu stark besetzt und äußerst erfahren. Darüber hinaus haben sie mit Joel Quenneville einen der besten Coaches der gesamten Liga. Sechs Spiele werden gegen die Wild reichen.

Datum Heim Gast Ergebnis
18. November 2014 CALGARY Anaheim 4:3 SO
25. November 2014 ANAHEIM Calgary 3:2
21. Jänner 2015 ANAHEIM Calgary 6:3
20. Februar 2015 Calgary ANAHEIM 3:6
11. März 2015 CALAGRY Anaheim 6:3 

NEW YORK RANGERS (#1) vs. WASHINGTON CAPITALS (#2)

Ausgangslage:

Bei diesem Duell von einer "Rivalry" zu sprechen, ist eigentlich untertrieben. Die Rangers und die Capitals treffen nämlich bereits zum fünften Mal seit 2009 in den Playoffs aufeinander.

2009 und 2011 setzten sich die Caps durch, 2012 und 2013 die Rangers, wobei drei der vier Serien jeweils über sieben Spiele gingen.

In der Regular Season behielten die Rangers in vier Duellen dreimal die Oberhand und holten sich mit 113 Punkten die Presidents Trophy für das beste Team des Grunddurchgangs.

Die Capitals setzten sich in der ersten Playoff-Runde gegen die New York Islanders knapp in sieben Spielen durch, die Rangers hingegen benötigten gegen die Penguins nur fünf Spiele und konnten seit Freitag regenerieren.

Brennpunkte:

Speed kills: Die Rangers sind nicht nur eines der schnellsten Teams der NHL, sie starteten gegen die Penguins auch außerordentlich stark. Die Startdrittel gingen mit 5:1 an die New Yorker. In der Regular Season gingen die ersten 20 Miunuten gegen die Capitals sogar mit 7:2 an die Rangers. Washington wäre gut beraten, den Beginn der Partien nicht zu verschlafen. 

Top-Line-Scoring: Die ersten beiden Linien der Capitals erzielten gegen die Islanders jeweils sechs Tore und sorgten gemeinsam für 14 Assists. Die Rangers müssen eine Antwort auf Ovechkin und Co. finden, sonst wird es schwer.

Defense wins championships: Ein Grund, warum die Capitals dieses Jahr so stark sind, ist ihre erfahrene Defense um Mike Green, Brooks Orpik und Matt Niskanen, die im Grunddurchgang lediglich 2,4 Tore pro Spiel zuließ und diesen Wert gegen die Islanders mit 2,0 Gegentreffern sogar verbesserte. Die Rangers waren allerdings noch stärker und ließen nur 2,28 bzw. 1,6 Tore pro Spiel zu. Auch wenn beide Mannschaften ebenso in der Offensive glänzen, wird diese Serie über die Defense entschieden werden.

MONTREAL CANADIENS (#1) vs. TAMPA BAY LIGHTNING (#2)

Ausgangslage: Auch hier kommt es zur Wiederholung eines Vorjahres-Duells.

Montreal "sweepte" Tampa Bay in der ersten Runde. Nachdem die Bolts 16 Tore in den vier Spielen bei nur 138 Schüssen kassiert hatten, wurde die Defensive verstärkt.

Jason Garrison, Anton Stralman und Braydon Coburn heißen jene Leute, die nun ein ähnliches "Gemetzel" verhindern.

Während sich die Canadiens in sechs Spielen gegen Ottawa durchsetzen konnten, musste Tampa Bay bis zum letzten Drittel des letzten Spiels gegen Detroit ums Weiterkommen zittern.

Datum Heim Gast Ergebnis
23. Dezember 2014 NY RANGERS Washington 4:2
11. März 2015 Washington NY RANGERS 1:3
29. März 2015 NY Rangers WASHINGTON 2:5
11. April 2015 Washington NY RANGERS 2:4

Brennpunkte:

Series-Sweep: Tampa Bay konnte in dieser Saison alle fünf direkten Duelle gegen Montreal gewinnen. Egal, ob auswärts im Bell Center oder in der heimischen Amalie Arena, die Bolts hatten immer das bessere Ende für sich.

Minimalistisch: Die Canadiens verlassen sich auf Star-Goalie Carey Price. Im Durchschnitt erzielten die Kanadier in der ersten Playoff-Runde nämlich nur zwei Tore pro Spiel. Nur Pittsburgh (1,60 Tore pro Spiel) kommt auf weniger. Dafür liegen die Habs mit nur zwei Gegentoren pro Spiel an zweiter Stelle der Postseason-Stas. Lediglich die NY Rangers (1,60 Gegentore/Spiel) sind in dieser Kategorie besser. Ein klares Zeichen, dass Price der wichtigste Mann des Teams ist.

Zu wenige Aufmerksamkeit: Im Gegensatz zum Duell im letzten Jahr geht Tampa Bay mit dem etatmäßigen Einer-Goalie in die Serie. Ben Bishop, der verletzt ausfiel, ist topfit und in toller Form. Nach dem Sieg in Spiel 7, wo Bishop mit einem Shutout zum Matchwinner avancierte, forderte sein Coach Jon Cooper mehr mediale Aufmerksamkeit für seinen Keeper: "Mrazek hat viel Aufmerksamkeit der Medien bekommen, wie gut er gespielt habe und niemand hat über Bishop berichtet. Nach dem heutigen Sieg können wir über Bishop berichten."

Wer steigt auf?

Santner: Es werden enge "low-scoring"-Partien. Die Torhüter werden noch mehr gefordert sein, als sie es ohnehin schon sind und auf dieser Position haben die Rangers - trotz eines derzeit starken Braden Holtby - mit Henrik Lundqvist einen Vorteil. Die Truppe aus dem Big Apple macht es in sechs Spielen.

Nemetz: Ich kann mich nur anschließen. Die Rangers sind zu konstant, um gegen die Capitals auszuscheiden. Nach sechs Spielen ist die Serie zugunsten der "Blueshirts" entschieden.

Wer steigt auf?

Nemetz: Montreal ist zu sehr von Carey Price abhängig und nach vorne hin harmlos. Defense wins championships, aber dieses Duell gewinnt die starke Offense der Bolts. Und zwar schon in sechs Spielen.

Santner: Wo war denn die starke Offense der Bolts gegen die Red Wings? In Spiel 7 mussten schon die zwei Top-Defender ausfallen, damit es gegen Rookie Petr Mrazek irgendwie klappt und jetzt soll es gegen Carey Price einfacher werden? Daneben ist Steve Stamkos ein Schatten seiner selbst und erinnert irgendwie an Vanek in der vergangenen Saison. Gut möglich, dass er ebenfalls eine Veletzung mit sich mitschleppt. Wenn sich Tampa nicht gewaltig steigert, ist spätestens in Spiel 6 schluss.

 

Matthias Nemetz/Fabian Santner

Datum Heim Gast Ergebnis
13. Oktober 2014 TAMPA BAY Montreal 7:1
6. Jänner 2015 Montreal TAMPA BAY 2:4
10. März 2015 Montreal TAMPA BAY 0:1 OT
16. März 2015 TAMPA BAY Montreal 4:2
30. März 2015 Montreal TAMPA BAY 3:5
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