Lockout fast sicher - Star-Auflauf in Europa?

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Die Verhandlungen festgefahren, ein erneuter Lockout vor Augen.

Um bis zur Deadline am Samstag (Ortszeit) noch einen neuen Arbeitstarifvertrag abzuschließen, bedarf es in der NHL eines "Miracle on Ice".

Am Donnerstag konnten sich in New York Spielergewerkschaft NHLPA und Teambesitzer erneut nicht auf einen neuen Deal einigen.

"Wir wollen spielen, die Eigner hingegen uns lieber aussperren", sagte Christian Ehrhoff der dpa.

Teambesitzer für Aussperrung

Der deutsche Nationalspieler von den Buffalo Sabres war einer von rund 250 Profis, die für die zweitägigen Verhandlungen nach Manhattan kamen, um Einigkeit mit ihrer Gewerkschaft zu demonstrieren.

Doch der Auftritt hinterließ bei den Teambesitzern wenig Eindruck. Sie votierten in einer anonymen Abstimmung dafür, die Spieler auszusperren, sollte bis zum Ablauf des aktuellen Vertrages Samstag um Mitternacht kein neues Arbeitspapier zu Stande kommen.

Lockout wohl unvermeidbar

Zwar betonte NHL-Boss Gary Bettmann, dass man "jederzeit und an jedem Ort" weiteren Gesprächen offen gegenüberstehe. Und auch Ehrhoff hob hervor, dass man sich wieder treffen werde, sobald die NHL bereit sei.

Doch seit dem 29. Juni gab es bereits etliche Verhandlungen - und dennoch scheint der dritte Lockout seit 1994 unvermeidbar zu sein.

Ehrhoff: "Rekordumsätze"

Wie immer machen sich die Parteien gegenseitig für die Situation verantwortlich. Die Spielergehälter seien zu hoch, argumentieren die Besitzer und zeigen auf Standorte vor allem im Süden der USA, die stark zu kämpfen haben.

"Wir wollen ja, dass die stärkeren Vereine den schwächeren helfen und einen finanziellen Ausgleich schaffen. Die NHL hingegen sagt einfach, dass unsere Gehälter zu hoch sind und runter müssen", ärgert sich Ehrhoff, der in dieser Saison acht Millionen Dollar einstreichen würde.

Er verweist auf "Rekordumsätze und Topzuschauerzahlen" - beides seien Indizien, dass es der Liga sehr gut gehe.

Weit auseinander

Bisher bekamen die Profis 57 Prozent der Jahreseinnahmen, die sich in der Vorsaison auf 3,3 Milliarden Dollar beliefen.

Das neue NHLPA-Angebot sah vor, die Einkünfte bis 2017 von 54,3 Prozent im ersten Jahr auf 52,3 Prozent im letzten Jahr zu reduzieren.

Die Eigner indes wollen einen Sechs-Jahres-Vertrag, der den Spielern zu Beginn 49 Prozent zugesteht und sich zum Ende auf 47 Prozent verringert.

"Es scheint, als wäre man nicht allzu weit voneinander entfernt, aber in Wirklichkeit sind sie derzeit nicht einmal auf dem selben Planeten", meint ESPN-Experte Pierre LeBrun.

Crosby pessimistisch

"Es sieht nicht gut aus", sagt Sidney Crosby. Beide Seiten müssten etwas opfern, aber es scheine nicht so, als wenn die Besitzer dazu bereit seien, so der Kapitän der Pittsburgh Penguins weiter.

Als er 2005 in die Liga kam, hatte diese gerade eine komplette Saison pausiert. Erst im Dezember 2004 begannen damals die Vertragsgespräche, zwei Monate später sagte Bettman die Saison ab.

Einschränkungen für KHL

Knapp 400 Profis spielten daher in Europa - auch diesmal würden sie auf offene Vereinstüren stoßen.

Lediglich die russische KHL gab bekannt, dass NHL-Akteure nur unter bestimmten Voraussetzungen - u.a. mindestens 150 NHL-Partien in den vergangenen drei Jahren - eine Spielerlaubnis bekommen.

Malkin und Crosby in Europa?

Evgeni Malkin (Pittsburgh) hat bereits Kontakt zu seinem Heimatverein Mettalurg Magnitogorsk aufgenommen.

Auch Crosby kündigte Europa-Interesse an. Und Ehrhoff könnte womöglich bereits kommende Woche für seinen Ex-Verein, Krefeld Pinguine, auflaufen.

"Ich werde bei einem Lockout zurück nach Deutschland fliegen und würde sehr gerne für Krefeld spielen", sagte der 30-Jährige. Der Verein sei bereits dabei, Geld zu beschaffen, um die Versicherungssumme zahlen zu können, sagt der Verteidiger.

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