Boston-Montreal und Pittsburgh-New York im Check

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Die erste Runde der NHL-Playoffs ist kaum Geschichte schon geht es in der besten Eishockey-Liga der Welt weiter.

Ab Donnerstag dem 1. Mai stehen im Kampf um den begehrten Stanley Cup die Conference-Halbfinal-Duelle auf dem Programm.

Vanek weiter im Rennen um den Cup

Mit Thomas Vanek ist auch Österreichs bester Eishockeyspieler mit seinen Montreal Canadiens noch mittendrin im Rennen um die traditionsreiche Trophäe.

In bewährter Manier werfen wir in zwei Teilen einen genaueren Blick auf die Paarungen und schauen uns die Ausgangslage, die bisherigen Saisonduelle und die Brennpunkte an.

Den Anfang macht die Eastern Conference mit den Duellen zwischen den Boston Bruins und den Montreal Canadiens sowie den Pittsburgh Penguins und den New York Rangers.

Boston Bruins vs. Montreal Canadiens

Ausgangslage

Beide Mannschaften hatten in ihren Erstrunden-Duellen keine allzu großen Probleme. Boston setzte sich gegen Detroit mit 4:1 durch und Montreal konnte Tampa Bay sogar mit 4:0 vom Eis sweepen. Im Grunddurchgang hatten die Bruins und die Canadiens vier Mal das Vergnügen, das Team von Thomas Vanek verließ das Eis dabei drei Mal als Sieger.

Die Rivalität zwischen den zwei Teams ist fast nicht zu überbieten (hier gehts zum Bericht), beide Franchises gehören zu den „Original Six“ und stehen sich bereits zum 34. Mal in den Playoffs gegenüber. "Viel Hass zwischen den Teams, den Fans, den Städten", fasst Bostons Stürmer Milan Lucic das Duell nüchtern zusammen.

Im Fokus: Thomas Vanek

Der 30-Jährige Österreicher will zum dritten Mal in seiner Karriere ins Conference-Finale einziehen und weiß genau, was ihn gegen die Bruins erwartet. „Ich habe in der Vergangenheit Montreal gegen Boston in den Playoffs gesehen und habe selbst auch gegen Boston gespielt. Um den ultimativen Preis zu gewinnen, musst du einige wirklich gute Mannschaften schlagen. Die Bruins sind eines dieser Teams", erklärt Vanek. "Sie wissen, wie man gewinnt. Das haben sie bewiesen, als sie vor ein paar Jahren den Stanley Cup gewonnen haben und in der vergangenen Saison ins Finale gekommen sind." Um Weiterzukommen, wird Vanek allerdings sein Visier besser einstellen müssen, als bislang. In der ersten Runde gegen Tampa Bay durfte sich der ÖEHV-Spieler nur über einen Treffer freuen. Seine persönliche Statistik gegen die Bruins gibt allerdings Grund zur Hoffnung. In insgesamt 55 Partien für die Buffalo Sabres, New York Islanders und Canadiens gegen Boston verbuchte er 30 Tore und 32 Assists.

Datum

Heim

Gast

Ergebnis

05.12.2013

Montreal

Boston

2:1

30.01.2014

Boston

Montreal

1:4

12.03.2014

Montreal

Boston

1:4

24.03.2014

Boston

Montreal

1:2 n. P.

Brennpunkte:

Kann sich Lucic beherrschen?

Der 25-jährige Kanadier ist eine Kämpfernatur und ein ligaweit gefürchteter Power-Forward. Die Canadiens werden versuchen, ihn ständig in Zweikämpfe zu verwickeln um ihn von seiner eigentlichen Aufgabe, dem Tore schießen, abzuhalten.

Goalie-Duell

Mit Tuukka Rask und Carey Price stehen sich zwei der besten Goalies der Welt gegenüber. Während der Finne seit Jahren konstant auf höchstem Niveau spielt und für die Vezina Trophy nominiert ist, konnte Price in der Vergangenheit der hohen Erwartungshaltung nicht immer gerecht werden. Mit einer Save-Percentage von 92,7 liefert der Canadiens-Goalie zwar den besten Grunddurchgang seiner Karriere ab und holte Gold mit Kanada bei den Olympischen Spielen, in den Playoffs sank der Schnitt allerdings auf 90,4 Prozent ab. Rask hingegen wuchs in der Postseason bislang über sich hinaus und hielt gegen Detroit unglaubliche 96,1 Prozent aller auf ihn abgefeuerten Schüsse.

Powerplay-Schwäche

Gerade in Duellen auf so hohem Niveau kann das Überzahl-Spiel ein entscheidender Faktor sein, was die Montreal-Fans wohl nicht gerne hören werden. Die Canadiens beendeten die Regular Season nämlich mit 0 Powerplay-Toren aus ihren letzten 23 Versuchen. Gegen Tampa gelangen in 13 Überzahl-Situationen zwar zwei Treffer, eine gute Statistik sieht aber anders aus. In den vier Grunddurchgangs-Spielen gegen die Bruins war Montreal bei 17 Möglichkeiten nur zweimal erfolgreich.

Wer steigt auf?

Boston kommt weiter, wenn die Maschine weiter so läuft, wie bisher. Coach Claude Julien verfügt über die wahrscheinlich ausgeglichenste Mannschaft der gesamten Liga, nicht umsonst holten sich die Bruins die Presidents Trophy für das beste Team des Grunddurchgangs und ließen den zu Playoff-Beginn wieder erstarkten Red Wings kaum eine Chance.

Montreal kommt weiter, wenn genug Nadelstiche gesetzt werden, um die Bruins aus dem Konzept zu bringen. Wenn die Canadiens ihre Geschwindigkeit nutzen können, um Strafen zu ziehen, kann dies gepaart mit einem verbesserten Powerplay zum Erfolg führen. Last but not least wird auch viel von Thomas Vanek abhängen. Wenn der Österreicher gegen Boston seinen Scoring Touch wieder findet, ist für Montreal alles drin.

Pittsburgh Penguins - New York Rangers

Ausgangslage

Beide Teams kämpften länger um den Aufstieg, als ihnen lieb war. Die Pittsburgh Penguins mussten gegen die Columbus Blue Jackets, die überhaupt ihren ersten Playoff-Sieg in der Geschichte der Franchise einfuhren, zwei Mal den Ausgleich in der Serie hinnehmen, ehe sie in den Spielen fünf und sechs die Entscheidung herbeiführten. Die Rangers mussten gegen Michael Raffls Philadelphia Flyers gar in ein entscheidendes 7. Spiel, das ganz knapp mit 2:1 gewonnen wurde.

Auch im Duell dieser beiden Mannschaften darf man von einer hart umkämpften Serie ausgehen. Die Siege in den bisherigen vier Saisonduellen wurden brüderlichen geteilt. In zwei Partien musste sogar einen Verlängerung die Entscheidung herbeiführen.

Brennpunkte:

Was ist mit „Sid the Kid“?

Kaum zu glauben, aber wahr. Der zurzeit vermutlich beste Eishockey-Spieler der Welt, Sidney Crosby, steht nach sechs Playoff-Partien immer noch ohne Treffer da. Zwar konnte er bereits sechs Assists verbuchen, aber ein Mann seiner Klasse, der in 80 Spielen im Grunddurchgang 104 Punkte (36 Tore) erzielte, hat einfach andere Ansprüche. Zumindest Teamkollege Evgeni Malkin fand im letzten Spiel gegen Columbus mit einem Hattrick seinen Scoring Touch wieder.

Statistik spricht für Penguins

In den bisherigen Playoff-Serien gegen die Pittsburgh Penguins hatten die New York Rangers nicht allzu viel zu lachen. Insgesamt stand man sich bisher vier Mal in den NHL-Playoffs gegenüber – drei Mal davon in der zweiten Runde –, vier Mal gingen die Penguins als Sieger daraus hervor. Zum letzten Mal in der Saison 2007/08. Damals ließ man den „Blueshirts“ auf dem Weg ins Stanley-Cup-Finale in fünf Spielen keine Chance.

Konstanz

Die New York Rangers glichen in der ersten Runde einer Wundertüte. Unorganisierte Spiele mit leichten Fehlern und fehlendem Zug zum Tor folgten auf Partien, in denen sie hinten sicher standen und vorne die nötige Konsequenz zeigten. Will man gegen Pittsburgh eine ernsthafte Chance haben, sollte man diese Leistungsschwankungen zugunsten konstant guter und aufmerksamer Performances abstellen.

Wer steigt auf?

Pittsburgh kommt weiter, wenn Sidney Crosby seinen Torriecher wieder findet. Gelingt ihm das, wird das ganze Team so einen Aufschwung erleben, dass man den Rangers keine Chance mehr geben wird. Daneben sollte die Defensive inklusive Goalie Marc-Andre Fleury unnötige Fehler, besonders im Aufbauspiel, vermeiden.

New York kommt weiter, wenn Goalie Henrik Lundqvist weiterhin jene Leistung abrufen kann, die er im entscheidenden Spiel gegen die Flyers gezeigt hat. Es ist bekannt, dass der Schwede Spiele im Alleingang entscheiden kann und sollte es ihm gelingen, Crosby, Malkin und Co. zur Verzweiflung zu bringen, haben die Rangers eine gute Chance, aus der Serie als Sieger hervorzugehen.

Datum

Heim

Gast

Ergebnis

05.11.2013

New York

Pittsburgh

5:1

18.12.2012

New York

Pittsburgh

3:4 n.P.

03.01.2014

Pittsburgh

New York

5:2

07.02.2014

Pittsburgh

New York

3:4 n.P.

 

Fabian Santner/Marc Schwarz

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