Der Osten im Playoff-Check

Aufmacherbild
 

"Battle of Pennsylvania" als Eastern-Leckerbissen

Aufmacherbild
 

„Let the show begin!“

Die Zeit der Ausreden ist endgültig vorüber. 1.230 Begegnungen der Regular Season benötigte es, um die Top-16 der National Hockey League zu bestimmen.

Die Stanley Cup Playoffs ermitteln ab sofort den Nachfolger der Boston Bruins. Wer darf nach einigen kräfteraubenden Schlachten den altehrwürdigen „Holy Grail“ in die Höhe stemmen?

Oder bricht der amtierende Champion gar selbst den 13 Jahre währenden Fluch? Letztmals bestritten nämlich die Detroit Red Wings 1997/98 ihre „Mission Titelverteidigung“ erfolgreich.

In der Nacht auf Mittwoch starten die Wochen der Wahrheit. Für Brisanz und Spannung ist jedenfalls gesorgt. LAOLA1 verschafft einen Überblick der Matchups (NHL-Westen). Die Eastern Conference im Check:

Ausgangsposition:

In der Vorsaison mussten die NY Rangers bis zum letzten Spiel um die Postseason-Teilnahme bangen, ganz anders heuer. Die Franchise aus dem „Big Apple“ strebt nach Höherem und dies ist keine Utopie. Dank starker Performance (51-24-7) darf sich die „Wolkenkratzer-Metropole“ berechtigte Hoffnungen auf den großen Wurf machen.

Zufall oder doch Kalkül? Erst im abschließenden Kräftemessen mit den New Jersey Devils verspielten die Ottawa Senators (41-31-10) den sicher geglaubten siebenten Rang. Anstatt auf Boston trifft man nun auf die Rangers. Während von sechs Duellen mit den Bruins lediglich eines gewonnen wurde, ist die direkte Bilanz gegen den Conference-Triumphator (3:1) vielversprechend. Alles Spekulation!

Schlüsselspieler:

Ausgeglichen wie selten zuvor präsentierten sich die Rangers. Das Engagement von Brad Richards scheint sich bezahlt zu machen. Der Top-Center (66 Punkte) sorgt für die spielerischen Glanzlichter und harmoniert bestens mit Topscorer Marian Gaborik (76). Das Prunkstück ist dennoch die Defense um Ryan McDonagh und Dan Girardi. Getragen wird das Konstrukt von Henrik Lundqvist. Der Goalie wirft die beste Saison seiner NHL-Karriere (93% Saves) in die Waagschale.

Die beste Abwehr im Osten (187 Gegentore) bekommt es mit einem der gefährlichsten Teams (240 Tore) zu tun. Neben Punktelieferant Jason Spezza (84), Goalgetter Milan Michalek (60) und Oldie Daniel Alfredsson (59) vertrauen die „Sens“ auf einen Offensiv-Verteidiger par excellence. Der 21-jährige Erik Karlsson brach mit 78 Punkten alle Klub-Rekorde. Der spektakelorientierten Auslegung ist es wohl geschuldet, dass in der eigenen Zone manch Mangel (204 GT) zutage kam.

Prognose:

Glasklare Angelegenheit! New Yorker Ausgewogenheit behält die Oberhand – 4:0 Rangers.

Datum Heim Gast Ergebnis
29.10. Rangers Senators 4:5 SO
09.11. Senators Rangers 2:3
12.01. Rangers Senators 0:3
08.03. Senators Rangers 4:1

Ausgangsposition:

Die schier endlose Leidenszeit nahm für Boston ein abruptes Ende. 39 Jahre wartete die „Original Six“-Franchise auf ihren sechsten Stanley Cup. Nur allzu verständlich, dass jener in „Beantown“ grenzlose Euphorie auslöste. Nach dem Katastrophen-Auftakt in die Saison stabilisierte sich der Champ, ohne zu glänzen. Größter Unterschied zu 10/11: Die Bruins (49-29-4) sind die komfortable Rolle des Außenseiters los.

Es war quasi Rettung in letzter Sekunde. Fünf Spieltage vor Ende der Regular Season wurden die Caps bereits abgeschrieben. Nach der 1:5-Pleite gegen Mitkonkurrent Buffalo spottete man vielerorts über den tiefen Fall Washingtons - verfrüht. Denn ausgerechnet, als die hochbezahlten Superstars mit dem Rücken zur Wand standen, schöpften sie ihr Potenzial aus. Die Chance auf den ersten NHL-Titel lebt.

Schlüsselspieler:

Ausgeglichenheit ist das Stichwort in Boston. Wie schon beim Titel-Gewinn zählt das Kollektiv zum Besten, was die Elite-Liga zu bieten hat. Gleich sechs Cracks – Jungstar Tyler Seguin (67), Patrice Bergeron (64), David Krejci (62), Milan Lucic (61), Brad Marchand (55) und Zdeno Chara (52) – knackten die 50-Punkte -Marke. Über Letzteren muss man ebenso wenig Worte verlieren wie über Tim Thomas‘ Vorzüge als „Hexer“.

Washingtons System baut auf einen Mann: Alex Ovechkin. Der Erfolg korrespondiert unmittelbar mit der Laune des russischen „Bären“. Läuft er hinterher, läuft das Team hinterher. In keiner seiner zuvor sechs Saisonen verbuchte der Left Wing weniger als 85 Zähler, 2011/12 waren es „nur“ deren 65. Der Langzeit-Ausfall Nicklas Bäckströms spielte „Ovi“ nicht in die Karten. Seit kurzem ist das kongeniale Duo wieder vereint.

Prognose:

Auch „Ovechström“ können nicht über die fehlende Tiefe hinwegtäuschen - 4:1 Bruins.

Datum Heim Gast Ergebnis
24.01. Capitals Bruins 5:3
05.02. Capitals Bruins 1:4
10.03. Bruins Capitals 3:4
29.03. Bruins Capitals 2:3

Ausgangsposition:

Was für einen Wandel erfuhren die Panthers?! Von der handzahmen Miezekatze zum Favoriten-schreckenden Raubtier innerhalb eines Sommers, nicht schlecht. Zugegeben, mit der geringsten Ausbeute aller Division-Sieger landete Florida (38-26-18) auf dem dritten Rang. 92 Zähler sind zehn weniger als die Devils, allerdings auch 20 mehr als vergangene Saison am Tabellen-Ende.

Man sieht sich bekanntlich zwei Mal im Leben. Ob der Postseason kommen bei Peter DeBoer nämlich Rachegelüste hoch. Der 43-Jährige führte New Jersey (48-28-6) im ersten Amts-Jahr ganz souverän in die Top-Acht, dort wartet sein Ex-Arbeitgeber. Nach miserablem Grunddurchgang 2010/11 beendete Florida die Zusammenarbeit. Nun könnte ausgerechnet der Verschmähte zum Sargnagel werden.

Schlüsselspieler:

Typen à la Ovechkin oder Crosby sucht man im „Sunshine State“ vergeblich. Dafür finden sich im Roster jede Menge sogenannter „Role-Player“, welche ein schlagkräftiges Team bilden. Bester ist Tomas Fleischmann mit 61 Punkten. Brenzlig wird es für die Konkurrenten in Unterzahl, endeten doch 18,5 Prozent der Powerplays vorzeitig. Den Unterschied machten zumeist die „Blue Line“-Schüsse Jason Garrisons (16 Treffer) und Brian Campbells Passspiel (49 Assists).

Die Devils verfügen über geballte Offensiv-Power. Erstmals seit 2000/01 übertrafen drei Cracks – Ilya Kovalchuk (37), Zach Parise (31) und David Clarkson (30) - die 30-Tore-Marke. Ersterer nähert sich mit 83 Zählern der Produktion aus Atlanta-Tagen. Nicht zu vergessen Patrik Elias. Der 35-jährige Tscheche erlebte mit 78 Punkten seinen x-ten Frühling. Dem Panthers-Powerplay stellen die Devils übrigens das beste Penalty Killing gegenüber. Mit 15 Shorthandern waren sie unantastbar.

Prognose:

Die sechs Spiele währende Erfolgsserie New Jerseys findet ihre Fortsetzung – 4:2 Devils.

Datum Heim Gast Ergebnis
21.11. Panthers Devils 4:3
13.12 Panthers Devils 2:3 SO
06.01. Devils Panthers 5:2
11.02. Devils Panthers 1:3

Ausgangsposition:

Pittsburgh musste sich zuletzt Anfeindungen erwehren. Mastermind Dan Bylsma wurde vorgeworfen, seine „Raubeine“ überhart auf die gegnerische Parade-Formation einzustellen. Ein Vorwurf, welcher aufgrund der Vorgeschichte – eine Gehirnerschütterung (Eishockey, eine Kopfsache) setzte Kapitän Sidney Crosby 320 Tage außer Gefecht - etwas sonderbar anmutet. Härte erwartet die „Pens“ (51-25-6) im „Battle of Pennsylvania“ auf jeden Fall.

„Wir können sie nicht leiden“, beschreibt Crosby die Rivalität. Konkurrent Scott Hartnell spricht sogar von einem bevorstehenden „Blutbad“. Für ausreichend Brisanz ist somit gesorgt. Sechs Mal standen sich die Teams gegenüber, vier Mal jubelte „Phillie“ (47-26-9). Die Generalprobe ging an Pittsburgh.

Schlüsselspieler:

282 Tore – obwohl Aushängeschild Crosby lediglich auf 22 Einsätze kam, stellen die Penguins mit Abstand die beste Offensive. Die „Schuld“ daran trägt allen voran Evgeni Malkin. Seine Knieverletzung auskuriert, produzierte der 25-Jährige beinahe nach Belieben (109). Er ist haushoher Favorit auf die Hart Memorial Trophy (MVP). Zu überzeugen wusste auch James Neal (81). Überdies bewies Crosby zuletzt – zwölf Punkte in fünf Spielen –, dass er wieder der Alte ist.

Der im Sommer vollzogene Umbruch bescherte Claude Giroux eine Schlüsselrolle. Und der 24-Jährige ließ die Abgänge Mike Richards und Jeff Carters mit 28 Treffern und 65 Vorlagen bald vergessen. Das Rampenlicht gehört diesmal jedoch Jaromir Jagr. Elf Saisonen bestritt der „Altstar“ für Pittsburgh und verewigte sich doppelt auf „Holy Grail“. Dementsprechend empört waren die Fans, als die Ikone nach dreijähriger NHL-Auszeit zu den Flyers wechselte. Trotz 40 Lenzen ist er weiter ein „Go-to-Guy“ (54). 

Prognose:

Der Stanley-Cup-reife Showdown findet in Spiel sieben ein würdiges Ende – 4:3 Penguins.

Christoph Köckeis

Datum Heim Gast Ergebnis
08.12. Flyers Penguins 3:2
29.12. Penguins Flyers 2:4
18.02. Flyers Penguins 4:6
18.03. Flyers Penguins 3:1 OT
01.04. Penguins Flyers 4:6
07.04. Penguins Flyers 4:2
Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen