ÖEHV überrascht, bezahlt aber Lehrgeld

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Da war mehr drin.

Österreichs Nationalteam verlor zwar das erste von insgesamt fünf Testspielen vor der A-WM in Prag gegen Ungarn mit 2:4, aufgrund der Leistung in den ersten beiden Dritteln wäre aber auch ein Sieg möglich gewesen.

ÖEHV mit Teenie-Truppe

Vor allem wenn man bedenkt, was für eine Mannschaft Dieter Kalt, der in Abwesenheit von Headcoach Daniel Ratushny das Zepter an der Bande übernahm, aufs Eis schicken musste, ist die Leistung der Cracks umso höher einzuschätzen.

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Da ein Großteil der gestandenen Nationalspieler nämlich noch im EBEL-Finale zwischen RB Salzburg und den Vienna Capitals im Einsatz ist, standen gleich sieben Debütanten im Lineup.

Fünf Cracks, namentlich Marco Richter (19/ University of Connecticut), Philipp Lindner (19/ Salzburg II), Ali Wukovits (18/ Färestad U20), Erik Kirschläger (19/ Linz U20) und Mario Huber (18/ HC Innsbruck), sind sogar noch im Teenager-Alter.

Die jungen Cracks schienen jedoch kaum Anpassungsprobleme zu haben und fügten sich nahezu nahtlos in die Mannschaft ein. "Die älteren Spieler haben mir sehr geholfen. Sie geben uns Jungen ständig Tipps, wie wir uns verbesseren können. Vor allem im Stellungsspiel hilft das enorm", lobte Verteidiger Lindner die Hilfsbereitschaft der Routiniers.

Coach Kalt gab hingegen unumwunden zu, dass er nicht mit so einer Leistung seines Teams gerechnet hatte: „Unser Speed hat mich überrascht, einige Cracks sind ja gerade erst zum Team gestoßen und hatten harte Playoff-Wochen hinter sich. Auch die jungen Spieler haben ihre Sache größtenteils sehr gut gemacht.“

Insgesamt positives Resümee

Tatsächlich waren die Ungarn, die in ihrer Vorbereitung auf die am 18. April beginnende B-WM schon weiter sind und mit dem kompletten Kader antraten, im ersten Drittel überrumpelt.

„Wir waren in jeder Situation schneller als der Gegner und haben auch Kapital daraus geschlagen. Wenn man am ersten Drittel etwas kritisieren kann, dann vielleicht die Chancenauswertung“, so Kalt, der wie die 2.700 Fans in der Albert-Schultz-Halle trotz zahlreicher Chancen nur die Treffer von Manuel Ganhal (14.) und Raphael Herburger (19.) bejubeln durfte.

Je länger das Spiel dauerte, umso mehr wurde dann aber die fehlende Routine des ÖEHV-Teams erkennbar. Viel zu oft ging die Scheibe schon im Aufbau verloren, die Ungarn nutzten dies aus und drehten die Partie mit drei Treffern im Schlussdrittel.

Headcoach Dieter Kalt sah Licht und Schatten im ÖEHV-Spiel

Fehlende Konstanz

„Klar, es war nicht so konstant. Es gab viele Fehler beim Pass aus der eigenen Zone. Bei allen vier Toren haben wir die Scheibe gehabt und verloren. Auf so einem Niveau darfst du das nicht machen, das wird sofort bestraft“, wusste auch Sportdirektor Alpo Suhonnen, woran es ab der 30. Minute haperte.

Der Finne zog wie auch sein Coach dennoch ein positives Resümee und zeigte sich vor allem von Marco Richter, Mario Huber und Ali Wukowits angetan. „Ihre Leistung hat mich überrascht.“

Ergebnis steht nicht im Vordergrund

Sowohl Kalt als auch Suhonnen betonten jedoch, dass in so einem Spiel das Ergebnis ohnehin zweitrangig sei. Die jungen Spieler, die im endgültigen Kader wohl nicht mehr aufscheinen werden, sollen Erfahrungen sammeln. Für die anderen, wie etwa Brian Lebler oder Thomas Hundertpfund, geht es darum, im Spiel- und Trainingsbetrieb zu bleiben.

Die nächste Chance, sich zu präsentieren, gibt es für das junge ÖHEV-Team bereits am Freitag (19:00 Uhr, LIVE auf LAOLA1.tv), wenn es diesmal in Budapest erneut gegen die Magyaren geht.

Der Kader selbst wird unverändert bleiben, die derzeit verletzten Thomas Koch und Daniel Oberkofler stoßen noch nicht zum Team. Bei Koch, der an einer Ellbogenverletzung laboriert, sieht es derzeit sogar mit der WM-Teilnahme schlecht aus.

„Konzentriert bis zum Schluss spielen“

Änderungen wird es dennoch geben. „Wir werden die Linien-Konstellationen etwas durcheinander wirbeln“, so Kalt. Im Tor wird Daniel Madlener, der eine starke Leistung bot, wohl für Schweden-Legionär Bernhard Starkbaum Platz machen. Bestätigen will Kalt dies aber noch nicht. „Wir haben vier sehr gute Goalies, wer spielt wird am Match-Tag entschieden.“

Um das Rückspiel in Budapest auch vom Ergebnis her erfolgreich zu gestalten, gibt Kalt eine simple Marschroute vor:

„Wir haben am Mittwoch mit Fortdauer des Spiels nicht die einfache Lösung, den einfachen Pass gesucht und hatten dadurch viele Scheibenverluste im eigenen Drittel. Das müssen wir abstellen und konzentriert bis zum Schluss spielen.“

Gelingt das der jungen Truppe, ist sicher auch am Freitag in Budapest was drin.

 

Fabian Santner

 

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