Eine Niederlage, die Mut macht

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„Speed, Speed, Speed!“

Österreichs Headcoach Daniel Ratushny fasste den Unterschied zwischen seiner Mannschaft und den USA im vorletzten Test vor der A-WM in Prag recht simpel zusammen.

40 Minuten gut mitgehalten

Natürlich ist diese Aussage überspitzt formuliert, im Grunde genommen hat der 44-jährige Kanadier aber recht, wenn er sagt, dass „die Amerikaner das selbe Spiel spielen wie wir, sie machen es nur etwas schneller“.

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„Wir müssen uns im Hinblick auf die WM vor allem an die Geschwindigkeit gewöhnen. Wir müssen auch ohne Scheibe ständig in Bewegung bleiben, sonst wird das auf diesem Level eiskalt ausgenutzt. Das ist das Um und Auf“, wusste auch Rafael Rotter.

Dabei hielt das ÖEHV-Team in den ersten 40 Minuten gut mit und ging verdientermaßen mit einem 1:1 in den Schlussabschnitt. „Mit den ersten beiden Dritteln bin ich sehr zufrieden“, strich Ratushny heraus. Wir sind defensiv gut gestanden, haben ihnen viele Schusswege zu gemacht, das hat mir gut gefallen.“

Swette mit überzeugender Leistung

Dass man nicht schon früher zurücklag, war aber auch einem glänzend aufgelegten Rene Swette zwischen den Pfosten geschuldet. „Rene hat heute exzellent gehalten, dadurch war es lange Zeit eine knappe Partie“, lobte Rafael Rotter den Keeper, dem das WM-Ticket nun wohl nicht mehr zu nehmen ist.

Der Gelobte selbst war naturgemäß etwas unzufrieden, musste er doch trotz guter Leistung vier Mal hinter sich greifen.

„1:4 ist bitter, wir haben uns besser verkauft, als es das Resultat aussagt. Im letzten Drittel hat man aber gemerkt, dass wir schon etwas müde waren.“

Österreich nimmt zu viele Strafen

Tatsächlich wurde der angesprochene Geschwindigkeitsunterschied vor allem im Schlussdrittel, dass die US-Boys mit 3:0 für sich entschieden, deutlich. „Wenn man das dritte Drittel mit 3:0 gewinnt, dann ist man der verdiente Sieger“, so der frischgebackene U18-Weltmeister und Torschütze zum 3:1, Auston Matthews.

Team Austria wirkte schon etwas ausgepumpt, der Mittelabschnitt war aufgrund einiger Strafen ziemlich kräfteraubend gewesen.

„Es waren viel zu viele Strafen, aber das ist gegen schnelle Mannschaften fast unvermeidbar. Man versucht hier zu ziehen, da eine Haken zu setzen, ein paar Mal kommt man damit durch, aber irgendwann ist das Maß voll und man muss man in die Box“, analysierte Ratushny nüchtern

„Da waren wir eindeutig zu oft auf der Strafbank und das haben wir dann gespürt“, wusste auch Rotter, der gemeinsam mit NHL-Crack Michael Raffl und dem Linzer Brian Lebler die gefährlichste Angriffslinie des ÖEHV-Teams bildete.

Swette vereitelte mehrere Großchancen der US-Boys

Raffl-Rotter-Lebler-Linie strahlt Gefahr aus

„Mit Michi zusammen zu spielen, ist einfach super und Brian ist ein Sniper wie kaum ein anderer“, lobt er seinen Linienkollegen über den Klee. „Wir müssen uns zwar noch finden, wobei es eh schon ganz gut geklappt hat, schließlich haben wir das Tor geschossen“, spricht er den sehenswerten Treffer von Raffl an.

Es hätte auch locker ein zweites sein können, Rotter selbst hatte den Ausgleich auf dem Schläger, scheiterte aber aus kurzer Distanz.

„Da stehe ich ganz allein vor dem Tor, wenn ich den mache, steht es 2:2. Da fehlt mir der einfach scoring touch, Brian hätte den blind mit dem falschen Schläger reingemacht“, ist Rotter selbstkritisch.

Überbewerten will der Stürmer der Vienna Capitals die Niederlage nicht, schließlich sei es „nur ein Test gewesen, in dem wir uns gut geschlagen haben und die Sachen, die wir uns vorgenommen haben, gut gemacht haben.“

„Österreich kein angenehmer Gegner“

US-Coach Todd Richards war naturgemäß mit dem Gezeigten zufrieden. „Die Jungs haben sich trotz der langen Anreise gut verkauft und einiges richtig gemacht, was wir im Vorfeld besprochen haben.“

Vom ÖEHV-Team zeigte sich der 48-Jährige gegenüber LAOLA1 beeindruckt. „Österreich war kein einfacher Gegner. Sie hatten gute Möglichkeiten, kämpften für einander und ihr Torhüter zeigte starke Paraden. Wenn du mit 1:1 in das Schlussdrittel gehst, ist für beide Teams alles möglich.“

Die Frage, ob Österreich den Klassenerhalt schafft, wollte der Coach nicht beantworten. „So eine Prognose würde ich mir nie erlauben.“ Er ist sich aber sicher, dass „Österreich kein angenehmer Gegner sein wird.“

Kanada als letzter Prüfstein

Matthews lehnte sich da schon etwas weiter aus dem Fenster: „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Österreich den Klassenerhalt schafft. Sie haben technisch beschlagene Spieler und können mit ihrer Schnelligkeit und ihrer Härte den anderen Teams auf jeden Fall sehr gefährlich werden.“

Diese Schnelligkeit gilt es nun auch die gesamte Spieldauer über aufrecht zu erhalten, was laut Ratushny „sehr schwer ist und viel Konzentration verlangt.“

Die nächste Gelegenheit dazu hat das ÖEHV-Team schon am Mittwoch, wenn es gegen Kanada geht. Zeigt das Team von Daniel Ratushny eine ähnliche Leistung, muss man keine Angst vor einem Debakel haben.

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Ob der WM-Favorit aber ebenfalls dasselbe Spiel spielt wie Österreich, wird sich erst zeigen.

 

Fabian Santner/Paul Preisig

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