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"Es sind nur Kleinigkeiten"

Durchwegs positiv fiel das Resümee von Trainer Tommy Samuelsson nach den ersten  Spielen der Vienna Capitals in der Gruppenphase der European Trophy aus.

Nach drei Partien in vier Tagen, in welchen die Vienna Capitals das erste für sich entscheiden konnten, konstatiert der Schwede, dass es Nuancen sind, die seiner Mannschaft zur europäischen Spitze fehlen.

"Wenn ich mir die drei Spiele anschaue, dann bin ich schon überrascht, dass wir auf diesem Niveau mitspielen können. Bei der Klasse dieser Teams sind es letztlich Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Die Erfahrung, die wir aus diesem Bewerb mitnehmen, ist für uns sehr wichtig."

"Gekämpft wie Tiere"

Vor allem wie sein Team die Strapazen der letzten Tage weggesteckt und auch am Sonntag gegen die Adler von Beginn an den Kampf angenommen hatte, stimmte den neuen Verantwortlichen auf der Caps-Kommandobrücke positiv:

"Mit der Einstellung meiner Mannschaft bin ich sehr zufrieden. Natürlich kann man sich immer verbessern, aber man muss auch berücksichtigen, auf welchem Niveau unsere Gegner agieren. Man hat gesehen, wie viel Freude die Spieler haben, sich auf diesem Niveau zu messen. Jede Situation am Eis ist für die Zukunft und unsere Entwicklung sehr wichtig."

"Wir haben gekämpft wie Tiere und kamen auch zwischenzeitlich zum Ausgleich. Individuelle Fehler haben uns dann das Genick gebrochen", resümiert der 51-jährige Caps-Coach.

Harte Bandagen und Ausschreitungen

Wie schon gegen Oulun Kärpät am Donnerstag war es auch gegen die Adler ein sehr hart geführtes Spiel. Zahlreiche Rangeleien und eine handfeste Prügelei im letzten Drittel waren die Folge.

"Es sind keine normalen Vorbereitungsspiele, denn es geht um Punkte. Das kann man mit den sonstigen Freundschaftsspielen der Pre-Season nicht vergleichen. Man muss den Kampf annehmen, da kann so etwas schon passieren", zeigt der Schwede für die harte Gangart beider Mannschaften Verständnis.

Weniger verständlich sind jedoch die Ausschreitungen auf den Rängen. Während sich die Spieler auf dem Feld in Minute 49 ordentlich in die Haare bekamen, taten es ihnen ihre Anhängerschaften gleich. Die Polizei musste die so genannten Chaoten trennen. Unschöne Szenen, die der Sport nicht braucht.

Großes Zuschauerinteresse

Trotz des Zwischenfalls können die Capitals neben der sportlichen Performance auch mit der Auslastung der modernisierten Halle zufrieden sein.

Obwohl in den letzten Tagen der Sommer ein Comeback feierte und es somit nicht gerade "Eishockey-Wetter" war, das in Wien vorherrschte, fanden auch am Sonntag gegen Mannheim 4.700 Zuseher den Weg in die Halle.

Alles in allem kamen an den drei Matchtagen nicht weniger als 12.500 Fans in die Albert-Schultz-Halle.

Unter den Besuchern war an zwei Tagen auch Salzburg-Spieler Andre Lakos, der beim Meister mehr oder weniger aussortiert wurde und auf der Suche nach einem neuen Verein ist.

"Ein paar Tage nachdenken"

Auf Anfrage von LAOLA1, ob der Bruder von Caps-Spieler Philippe Lakos in Wien ein Thema sei, meinte Samuelsson mit einem Grinsen:

"Er wollte sicher nur ein tolles Eishockeyspiel sehen." Fragen nach möglichen Verhandlungen verneinte der Wiener Trainer aber vehement.

Auch Kommentare zu den Try-Out-Spielern wollte er sich nicht entlocken lassen.

"Über die Leistung eines Einzelnen kann ich im Moment noch nichts sagen. Ich muss zuerst ein bisschen Abstand gewinnen und ein paar Tage nachdenken. Ich glaube, dass alle 100 Prozent gegeben haben und das ist, was wir brauchen, wenn wir in dieser schönen Halle auflaufen.“

Sebastian Rauch

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