Die große LAOLA1-Saison-Vorschau: RB Salzburg

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Aderlass ist das Wort, mit welchem man die Transfer-Bewegungen der letzen Monate bei Meister RB Salzburg wohl am besten beschreiben kann.

Zahlreiche verdiente Spieler, die in den letzten Jahren das Bild von RB Salzburg geprägt hatten, haben den Verein verlassen.

Die Liste der „Abtrünnigen“ ist lang und liest sich mit Kapitän Thomas Koch, den Nationalspielern Marco Pewal, Reinhard Divis und Andre Lakos wie das Who-is-Who der österreichischen Eishockeyszene.

Hinzu kommen noch die ausländischen Profis Ryan Duncan, Shaun Heshka oder Martin St. Pierre, die dem Klub ebenfalls den Rücken gekehrt haben.

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Star-Stürmer verlassen Salzburg

Allein mit dem Trio Koch-Pewal-Duncan gehen drei der vier besten Scorer der vergangenen Saison in der kommenden Spielzeit für einen anderen Klub auf Torejagd. In der Meistersaison 2010/11 zeichneten sich die genannten Stürmer für nicht weniger als 191 Scorerpunkte und 77 Tore verantwortlich

Doch Salzburg hat auf die namhaften Abgänge reagiert und sich auf dem internationalen Transfermarkt umgeschaut. Was in der Vergangenheit noch Koch, Pewal und Divis waren, sollen in den kommenden Saison Spieler wie Robbie Earl, Jeremy Williams oder Josh Tordjman sein.

Mit NHL-Erfahrung

Zusammen kommen die drei Spieler auf 81 NHL-Spiele und sollen die abgewanderten Leistungsträger adäquat ersetzen.

„Wenn man unsere Leistung in der European Trophy sieht, denke ich schon, dass wir die Abgänge kompensieren konnten. Wir haben einen sehr guten Tormann dazu bekommen (Tordjman, Anm). Hinzu kommen die beiden Stürmer Earl und Williams, die beide viel Qualität haben. Außerdem haben die Jungen im Team einen weiteren Schritt nach vorne gemacht“, ist Neo-Kapitän Matthias Trattnig von der Qualität der Mannschaft und der Neuzugänge überzeugt.

Gute Vorbereitung

In der Tat haben die Salzburger in der Preseason mit einigen sehr guten Ergebnissen aufhorchen lassen. So konnten unter anderem die Eisbären Berlin, immerhin deutscher Meister und European-Trophy-Titelverteidiger, auswärts mit 5:0 bezwungen werden.

Trotz der beachtlichen Ergebnisse ist Trainer Pierre Page noch nicht vollends mit seinen „Neuen“ zufrieden.

„Sie müssen mehr Tore schießen und vor dem Tor produktiver sein“, weiß der Kanadier um die Probleme seiner Schützlinge.

Im selben Atemzug schießt Page aber ein Lob hinterher.

„Sie können mehr zeigen, als sie dies bisher getan haben, aber sie sind besser als meine Spieler im letzten Jahr. Sie sind schneller und vor allem in besserer Kondition“, lobt Page Earl und Williams.

Earl als Hauptattraktion

Die Schnelligkeit ist eine der Stärken, die den 26-jährigen Robbie Earl so gefährlich macht.

Der US-Amerikaner brachte es in der letzten Saison beim AHL-Klub Houston Aeros in 69 Spielen auf 55 Scorerpunkte. Neben den Spielen im Farmteam der Minnesota Wild, lief die neue Nummer zehn der Salzburger auch in sechs Spielen in der NHL auf, wo ihm jedoch kein Punkt gelang.

Nun ist der sympathische Left Wing, der 2004 von den Toronto Maple Leafs an Stelle 187 gedraftet wurde, in Salzburg und will die Mannschaft zum Erfolg führen.

„Der Fokus liegt ganz klar darauf, die Spiele zu gewinnen. Persönlich will ich mich ins Team integrieren, Freunde in der Mannschaft finden und ein Teil der Truppe werden. Der nächste Schritt ist das zu erreichen, was Salzburg in den letzten beiden Jahren geschafft hat und das ist die Meisterschaft zu holen“, gibt Earl als Zielsetzung für sein erstes Jahr in Europa den Titel aus.

Heim

Auswärts

Ergebnis

Avangard Omsk

RB Salzburg

3:2 (2:0,0:0,1:2)

Färjestads BK

RB Salzburg

0:4 (0:1,0:0,0:3)

Frölunda Indians

RB Salzburg

3:2 (1:1,0:1,2:0)

Djurgårdens IF

RB Salzburg

4:2 (1:1,2:1,1:0)

Eisbären Berlin

RB Salzburg

0:5 (0:2,0:2,0:1)

RB Salzburg

HC Kometa

3:2 (0:1,1:1,2:0)

RB Salzburg

Tappara

3:8 (2:1,1:4,0:3)

RB Salzburg

TPS

4:2 (1:0,1:1,2:1)

RB Salzburg

HC Mountfield

4:6 (2:2,0:1,2:3)

Leitwölfe fehlen

Doch wer Pewal, Koch, Divis oder Lakos hergibt, hat definitiv ein Problem in der Kabine. Es fehlen die erfahrenen Wortführer, die das Heft in schwierigen Situationen in die Hand nehmen.

Kapitän Trattnig ist sich dieser Situation durchaus bewusst, ist er doch einer der wenigen, die diese Position im Team einnehmen.

„Die Spieler, die uns verlassen haben, waren allesamt Siegertypen, die mit Salzburg sehr viel gewonnen haben. Von der Siegermentalität und vor allem wenn es dann Richtung Playoffs geht, fehlt uns sicher einiges. Ob uns das dann abgeht, werden wir am Ende sehen. So etwas macht sich erst in den wichtigen Spielen am Ende der Saison bemerkbar“, wartet der Nationalspieler, der in dieser Saison erneut als Verteidiger auflaufen wird, erst einmal ab.

Abzuwarten ist auch, wie schnell sich die neuen Spieler in die Mannschaft integrieren können. Dass Spieler wie Williams, Tordjman oder Earl vom spielerischen Potential her, das Zeug haben Koch, Pewal oder Divis annähernd gleichwertig zu ersetzen, steht außer Frage. Die große Unbekannt ist eine andere, die Letzterer treffend auf den Punkt bringt.

„Es ist mein erstes Engagement in Europa und ich muss mich noch akklimatisieren. Es wird wichtig sein, den Spielstil und die Mentalität so schnell wie möglich aufzunehmen und sich daran zu gewöhnen. Das wird definitiv eine große Herausforderung.“

Genau so groß, wie die der Salzburger, den Titel zu verteidigen.

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Sebastian Rauch und Christoph Köckeis

Auch wenn sich einige NHL-Teams für ihn interessiert haben, war es für den 182 cm großen Stürmer an der Zeit für einen Tapetenwechsel.

„Ich hatte das Gefühl, es wäre an der Zeit, mal etwas anderes auszuprobieren und das europäische Eishockey kennen zu lernen. RB Salzburg hat eine gute Reputation in Europa und ich habe viel über den Trainer gehört. Ich hatte das Gefühl, die Kombination Earl-Salzburg wäre eine gute und bisher hat sich das bewahrheitet.“

Frau hatte Hände mit ihm Spiel

Mit Earl ist es Page gelungen, einen sehr starken Stürmer in die Liga zu holen. Die Frage wie er es schaffte den US-Amerikaner, der vor allem durch sein Stickhandling und seine Skate-Skills zu beeindrucken weiß, für die Mozartstadt zu begeistern, beantwortet der Meister-Trainer mit einem Schmunzeln.

„Der Kontakt wurde über Freunde hergestellt. Ursprünglich wollte ihn sein Manager in Finnland sehen, doch Robbies Frau ist mit Brett Aubins Frau gut befreundet und das hat dann den Ausschlag gegeben. Sie kam im letzten Jahr hierher und hat erkannt wie gut die Mannschaft und wie schön die Stadt ist. Da war es dann eigentlich schon erledigt.“

Earl selbst quittiert die Aussage seines neuen Head Coachs mit einem Lächeln.

„Wenn dem so war, habe ich kein Problem damit. Schlussendlich war es aber so, dass wir schlicht erkannt haben, dass wir gut hierher passen.“

Junge Kanadier und ein österreichischen Talent

Neben Earl und Williams haben die Salzburger weitere Profis aus Übersee verpflichtet. Mit Angreifer Daniel Erlich und Verteidiger Ryan Kavanagh wurden zwei kanadische Spieler geholt, die ein Versprechen in die Zukunft sein sollen. Sowohl Erlich als auch Kavanagh haben gerade einmal 20 Lenze auf dem Buckel.

Letzterer muss jedoch auf sein Debüt in der Erste Bank Eishockey Liga noch eine Zeit lang gedulden müssen. Im European-Trophy-Spiel gegen den HC Brno verletzte sich der gerade mal 175 cm große Verteidiger an der Schulter und musste folglich operiert werden. An einen Einsatz für sein neues Team ist frühestens in fünf Wochen zu denken.

Neben den jungen Kanadiern haben sich die Bullen auch die Dienste eines der hoffnungsvollsten österreichischen Talente gesichert. Mit Johannes Bischofsberger stößt ein junger Spieler mit gerade mal 17 Jahren zum Team, dem Pierre Page attestiert, er hätte das Zeug zum NHL-Spieler.

Der Vorarlberger war zuvor in Innsbruck aktiv und soll nun in Salzburg erstmals Erfahrungen auf höherem Niveau sammeln und auch zu Einsätzen in der Kampfmannschaft kommen.

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