Die große LAOLA1-Saison-Vorschau: KAC

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Eine alte Weisheit besagt: „In der Ruhe liegt die Kraft.“

Vize-Meister KAC nahm sich diese Einstellung als Leitbild für sein Verhalten am Transfermarkt.

Im Gegensatz zur Konkurrenz hielt man in Kärntens Landeshauptstadt an Altbewährtem fest. Statt auf Quantität setzten die Verantwortlichen auf Qualität.

„Das Bild der Mannschaft ist relativ gleich geblieben und trotzdem hat sich viel geändert. Wir haben drei erfahrene Spieler verloren. Es ist an der Zeit, dass die Jungen in Rollen wachsen und den Schritt nach vorne machen“, betont Dieter Kalt im Gespräch mit LAOLA1.

Unterstützung erhalten die „künftigen Zugpferde“ fortan von Sensations-Rückkehrer Thomas Koch.

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Koch eine charakterliche und sportliche Bereicherung

In der Finalserie gegen Salzburg zerstörte der gebürtige Klagenfurter mit seinem Overtime-Treffer in Spiel sieben die Titel-Träume der „Rotjacken“, wenige Wochen später wechselte er die Fronten. „Er ist hier aufgewachsen und über Jahre ein Teil des KAC gewesen. Nun gehört er neuerlich dazu. Vom Charakterlichen kann man nur mit ihm befreundet sein“, streut Kalt seinem Kollegen Rosen.

Selbst Head Coach Manny Viveiros stimmt eine Lobeshymne auf den 28-jährigen Neuzugang an: „Wir haben so viel Respekt für Tommy. Ich habe mit ihm zusammengespielt und freue mich, die Chance zu haben, nun wieder mit ihm zu arbeiten. Er ist ein so guter Mensch, Gott sei Dank ist er nun bei uns.“

Für das Mannschaftsklima in der Kabine stellt Koch eine Bereicherung dar. Und die Qualitäten auf dem Eis sind Viveiros zufolge unbestritten. „Einer der Top-Mittelstürmer unserer Liga kehrte nach Klagenfurt zurück. Die Kondition ist wirklich gut, in Scheibenbesitz handelt er gescheit."

„Er wird unser Nummer eins Center sein“

Fünf Spielzeiten absolvierte „Dago“, wie in seine Mitspieler rufen, für den Serien-Meister aus der Mozartstadt, davon knackte er gleich vier Mal die 70-Punkte-Marke. Der „Bullen“-Topscorer des Vorjahres (71) ist der „Mann für das Besondere“, dies wünscht sich auch die KAC-Anhängerschaft.

Viveiros bemüht sich, die Erwartungshaltung an den Superstar zu dämpfen: „Er soll einfach Eishockey spielen. Alles andere kommt durch harte Arbeit.“ Dennoch ist die Rolle Kochs nach dem Abschied von Jeff Shantz klar definiert, das verdeutlicht Kalt: „Er wird die Aufgabe haben, ihn zu ersetzen und unser Nummer eins Center zu sein. Er ist sicher auch einer jener Spieler, der die Mannschaft tragen soll.“

Zusätzlich verlor der Rekordmeister mit Sean Brown sowie Mike Craig (EBEL-Transferliste) geballte Routine. Sie fielen der Verjüngungs-Kur des Rekordmeisters zum Opfer.

KAC nimmt Vorreiter-Rolle ein

„Wir haben die Ausländer reduziert, damit Talente mehr Eiszeit bekommen und eine wichtigere Rolle in Powerplay, Penaltykilling oder den letzten Minuten übernehmen“, erklärt Viveiros das Konzept des KACs.

Mit Goalie Andy Chiodo - nach dessen Kreuzbandeinriss wird noch ein Ersatz und Backup für Rene Swette angedacht - den Abwehr-Oldies Kirk Furey sowie Mike Siklenka, Neo-Stürmer John Lammers, Tyler Scofield und Tyler Spurgeon stehen lediglich sechs Legionäre im Aufgebot. Damit sind die „Rotjacken“ ein Vorreiter in der EBEL.

In der kollektiven Zufriedenheit stach ein 22-Jähriger heraus. Raphael Herburger ist ein Gewinner der Vorbereitung. Für Viveiros hat der Center das Potenzial, in seiner vierten EBEL-Saison zum absoluten Leistungsträger aufzusteigen. „Vor zwei Jahren durfte er aufgrund einer Herzmuskel-Entzündung vier Monate nicht trainieren. Vergangene Saison konnte er durchspielen und er hatte ein gutes Sommer-Training. Er machte eine gute Entwicklung durch.“

Herburger ist ein Hoffnungsschimmer in der Nachwuchs-Flaute des ÖEHV, dennoch kann sich Führungsspieler Kalt einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen: „Wir haben Spieler mit Talent, die Eiszeit bekommen müssen, um den nächsten Schritt zu machen. Von Gratis-Plätzen halte ich jedoch überhaupt nichts.“

„Alles versuchen, was in unserer Macht steht“

Nichtsdestotrotz blickt er optimistisch in die Zukunft. „Wir haben sicher das Potenzial vorne mitzuspielen. Mit Einsatz und taktischer Disziplin, Tugenden die dem KAC seit vielen Jahren zugeschrieben werden, müssen wir die fehlende Routine kompensieren.“ Erster Prüfstein ist am Freitag ausgerechnet der Meister.

Die Klagenfurter brennen auf die Revanche für die bittere Finalpleite, Viveiros gibt zu verstehen: „Wir sind bereit für die Partie, Salzburg natürlich auch. Jedes Duell ist ein Top-Spiel. Die Niederlage war für uns eine Extra-Motivation. Der Titel war das Ziel. Er ist der Grund, warum wir Eishockey spielen.“

In der Saison 2011/12 nehmen die Klagenfurter erneut die „Mission 30“ ins Visier. „Wir werden alles versuchen, was in unserer Macht steht. Aber wir sind nicht in der Position, zu sagen: Heuer muss es sein, heuer werden wir alles zerreißen“, betont Kalt.

Denn: „In der Ruhe liegt die Kraft.“

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Christoph Köckeis und Sebastian Rauch

Heim

Auswärts

Ergebnis

HC Pustertal

KAC

0:4(0:0,0:2,0:2)

KAC

München

4:5(2:3,0:0,2:2)

Jesenice

KAC

2:1(1:0,0:0,1:1)

KAC

Iserlohn

7:5(1:1,3:1,3:3)

KAC

Ingolstadt

4:1(1:0,2:0,1:1)

KAC

Jesenice

4:2(0:0,1:0,3:2)

Der kanadische Chef-Betreuer und ÖEHV-Teamchef in Spe ist überzeugt: „In meinen Augen sind diese Talente bereit.“ Den für junge Spieler so nötigen Rückhalt sollen die erfahrenen Akteure um Kapitän Christoph Brandner, Koch oder Kalt geben.

Letzterer ist sich seiner Aufgaben bewusst: „Wir müssen Ruhe in die Mannschaft bringen und helfen, die Spur zu halten.“ Der mittlerweile 37-Jährige startet in die 22. Profi-Saison, also ein Routinier wie er im Buche steht.

Abwechslungsreiches Training

Müdigkeit verspürt der Angreifer keineswegs, der Zahn der Zeit nagt allerdings auch an ihm. „Nach so vielen Jahren kommen gewisse Wehwehchen dazu. Es ist nur die Frage, wie man sich unter Kontrolle hat. Je länger ich spiele, umso mehr mache ich, um meinen Körper in Schuss zu halten. Ich weiß, was es bedeutet, diesen Beruf ausüben zu dürfen und will das noch ein paar Jahre machen.“

Das Kribbeln ist noch immer spürbar, versichert Kalt: „Es ist alles so, wie es sein soll. Die Vorbereitung auf dem Eis war heuer relativ kurz, also knapp vier Wochen bis die Meisterschaft startet.“ Damit das Feuer während der x-ten Testspiel-Phase nicht erlischt, dafür weiß der Trainer mit überraschenden Einheiten zu sorgen. Ihr Arbeits-Pensum erfahren die Cracks nämlich meist kurz vor Dienstbeginn.

„Wenn man ständig das Gleiche macht, wird es langweilig. Ich versuche den Tages-Rhythmus häufig zu verändern, man braucht im Training stets Herausforderungen. Die Spieler müssen jeden Tag hart arbeiten, aber auch Spaß haben“, betont Viveiros, dessen Bilanz der Pre-Season durchwegs positiv ausfällt.

Herburger ein Gewinner der Pre-Season

Zuletzt bejubelten die Klagenfurter drei Erfolge in Serie. Besonders gegen die DEL-Klubs aus Iserlohn (7:5) und Ingolstadt (4:1) wusste man zu überzeugen. „Wir haben in den letzten Wochen gut gespielt. Am Anfang des Trainingslagers ist es das Ziel, die Entwicklung voranzutreiben und bis zum Saisonstart zu verbessern. Es schaut nicht schlecht aus.“

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