Saisonvorschau 2015: VSV

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Der VSV steht vor einer äußerst schweren Saison.

Wie schon letzten Sommer, als man mit Derek Ryan und John Hughes die zwei besten Scorer der gesamten Liga ziehen lassen musste, haben die „Adler“ auch in dieser Transferphase Federn lassen müssen.

Katastrophale Zwischenrunde

Jason Krog und Darren Haydar, die nach dem katastrophalen Saisonstart mit neun Niederlagen aus 13 Spielen aus Zagreb geholt wurden, und der zahnlosen Offensive wieder die nötige Durchschlagskraft verliehen haben, sind schon wieder weg.

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Ein so großes Loch wie Ryan und Hughes hinterlassen die Altstars zwar nicht, dennoch kann man mit Fug und Recht behaupten, dass das Spiel der Villacher letzte Saison eng mit der Leistung der beiden Stürmer verknüpft war.

Das wurde vor allem in der von Headcoach Hannu Järvenpää so verhassten Zwischenrunde deutlich. Zwar betonte der Finne, dass er die Pickround im Gegensatz zum Vorjahr ernst nehmen werde, seinen Spielern schien er aber etwas anderes mitgeteilt zu haben.

Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass die „Adler“ sage und schreibe alle zehn Spiele verloren und gerade einmal elf Tore zustande brachten. Müßig zu erwähnen, dass Haydar und Krog in diesen Partien kein Faktor waren. Zwar kam der VSV-Motor in den Playoffs wieder etwas auf Touren, durch die schlechte Platzierung nach der Zwischenrunde musste man aber gleich gegen Salzburg ran und schied mit 1:4 aus.

Goalgetter gesucht

Anstatt diesmal gleich im Sommer den einen oder anderen zuverlässigen Scorer zu holen, wurden in Villach aber auch dieses Jahr vorwiegend Spieler vom Typ „Arbeiter“ verpflichtet.

Weder die Ex-Bozener Rick Schofield und Ziga Pance, noch der aus der zweiten schwedischen Liga kommende Dustin Johner sind als offensive Heilsbringer einzustufen. Und der letztes Jahr mit vielen Vorschusslorbeeren von Ljubljana nach Graz gewechselte Miha Verlic konnte selbst in der Murstadt nicht wirklich überzeugen.

Natürlich haben die Villacher nicht dieselben finanziellen Mittel wie etwa der Erzrivale aus Klagenfurt, dennoch werden sich die Verantwortlichen die Frage gefallen lassen müssen, warum erneut keine echter „Sniper“ geholt wurde.

Immerhin hat man sich wie im Vorjahr eine Hintertür offen gelassen, lässt das Punktekontingent doch noch einen weiteren Legionär zu.

Unterluggauer hängt ein Jahr dran

In der Defense müssen die „Adler“ die Abgänge von Geoff Waugh, Klemen Pretnar und Mario Altmann verkraften. Matt Kelly, letztes Jahr einer der besseren Grazer, der aus der DEL kommende Andy Canzanello und Markus Schlacher sollen diese Lücke schließen und sollten dazu auch in der Lage sein.

Im Powerplay ruhen die Hoffnungen ein weiteres Jahr auf Gerhard Unterluggauer. Die Schlagschüsse des 39-Jährigen sind trotz seines fortgeschrittenen Alters immer noch eine Waffe.

Ihm zur Seite wird wohl Florian Mühlstein stehen, für den man in Salzburg keine Verwendung mehr hatte.

Name

Alter

Position

Nation

voriger Verein

Markus Schlacher

28

Verteidiger/Stürmer

Österreich

Vienna Capitals

Andy Canzanello

33

Verteidiger

USA

Straubing/DEL

Florian Mühlstein

24

Verteidiger

Österreich

RB Salzburg

Matt Kelly

30

Verteidiger

Kanada

Graz99ers

Rick Schofield

28

Stürmer

Kanada

HC Bozen

Miha Verlic

24

Stürmer

Slowenien

Graz99ers

Dustin Johner

32

Stürmer

Kanada

Västeras/SWE

Ziga Pance

26

Stürmer

Slowenien

HC Bozen

Großer Pluspunkt im Tor

So durchschnittlich man in Angriff und Verteidigung aufgestellt ist, so außergewöhnlich stark ist man auf der Torhüter-Position besetzt. Jean-Philippe Lamoureux ist der wohl beste Keeper der gesamten Liga, darüber gibt es eigentlich keine zwei Meinungen.

Der 31-jährige US-Amerikaner überzeugte vergangene Saison mit einer sensationellen Fangquote von 93,11 Prozent und das obwohl er nicht gerade die beste Verteidigung vor sich hatte. Doch Lamoureux glänzt nicht nur mit statistischen Bestwerten, er ist ein Keeper, der seiner Mannschaft eine Partie im Alleingang gewinnen kann – sprich: Er hält auch die sogenannten „Unhaltbaren“.

Da Lamoureux nicht nur Pucks sondern auch Mitspieler aufgrund seiner Leistungen selten an sich vorbeilässt, suchte sein Backup Thomas Höneckl das Weite. Der 25-Jährige sah in Villach keine Perspektive mehr und heuerte in Graz an. Mit Lukas Herzog steht aber schon das nächste Talent aus der VSV-Goalieschmiede bereit.

Name

Alter

Position

Nation

neuer Verein

Philipp Siutz

21

Verteidiger

Österreich

Vännäs/SWE3

Klemen Pretnar

29

Verteidiger

Slowenien

Vienna Capitals

Mario Altmann

28

Verteidiger

Österreich

BW Linz

Marius Göhringer

22

Stürmer

Österreich

BW Linz

Thomas Höneckl

25

Torhüter

Österreich

Graz99ers

John Lammers

29

Stürmer

Kanada

HC Innsbruck

Geoff Waugh

32

Verteidiger

Kanada

Nottingham Panthers/EIHL

Jason Krog

39

Stürmer

Kanada

Rouen/FRA

Marco Pewal

36

Stürmer

Österreich

Karriereende

Cole Jarrett

32

Verteidiger

Kanada

Tohoku Free Blades/JPN

Darran Haydar

35

Stürmer

Kanada

unbekannt

Lamoureux allein reicht nicht

Alles in allem wird ein überragender Goalie aber zu wenig sein, um problemlos die Top-6 und somit die direkte Playoff-Qualifikation zu erreichen.

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Im Kader der Draustädter fehlen eindeutig ein bis zwei „go-to-guys“, die für die nötigen Tore sorgen können. Klar, die finanzielle Lage ist nicht einfach und zudem ist es auch löblich, dass die hinteren Kaderplätze mit jungen Villachern aufgefüllt werden, sollten die Verantwortlichen aber nicht wie schon im letzten Jahr nachjustieren, wird das Erreichen der Postseason zur Mammutaufgabe.

Nichts anderes wird von den Fans in Villach aber erwartet.

Fabian Santner 

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