Saisonvorschau 2014: HC Innsbruck

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Seit zwei Jahren spielt der HC Innsbruck wieder in der EBEL

Beide Saisonen verliefen nicht gerade günstig für die Tiroler, zierten sie doch meist das Tabellenende. Grund genug für die Verantwortlichen, einen kleinen Neuanfang zu wagen.

„Tiroler Weg“ wird weiter verfolgt

So musste Coach Daniel Naud seine Koffer packen, an seiner Stelle gelang den „Haien“ mit der Verpflichtung von KAC-Meistercoach Christer Olsson ein kleiner Coup.

Doch auch die Mannschaft wurde stark verändert, wenn auch weiter am „Tiroler Weg“ festgehalten wird. Nicht weniger als neun Cracks kommen aus dem westlichen Bundesland.

Daneben wurden natürlich auch zahlreiche Legionäre verpflichtet. Im Gegensatz zu den vorigen Jahren setzt man diesmal aber auch auf Spieler mit EBEL-Erfahrung. Last but not least darf sich Obmann Günther Hanschitz auch die Vertragsverlängerungen mit Goalie Adam Munro und Angreifer-Routinier Jeff Ulmer auf die Brust heften.

„Wir haben eine Mannschaft mit einer guten Einstellung und einer Arbeitermentalität. Wir werden mit Herz spielen und unseren Plan verfolgen“, ist Olsson überzeugt, den richtigen Mix gefunden zu haben.

Auch im dritten Jahr der Ligazugehörigkeit sind die Playoffs das erklärte Ziel. „Man kann Erfolg natürlich nicht planen, aber man kann seine Hausaufgaben machen und alles dem möglichen Erfolg unterordnen. Wir werden alles dafür geben, davon bin ich überzeugt“, gibt sich Olsson jedenfalls optimistisch.

Die wichtigsten „Transfers“ der Haie waren die, die nicht stattgefunden haben. Suchten die wenigen Leistungsträger in den Vorjahren stets nach einer Saison das Weite, konnte man diesmal mit Keeper Munro und dem kanadischen Stürmer Ulmer zwei Topspieler halten.

Mit Nick Ross und Dustin VanBallegooie holten die Tiroler zwei Defender, die die Liga kennen. Johan Björk kommt mit der Empfehlung von über 200 Einsätzen in Schwedens höchster Spielklasse nach Innsbruck.

Nicht mehr dabei ist wenig überraschend Marek Malik, der 39-Jährige beendete seine Karriere. Auch Craig Switzer und Shane Sims werden nicht mehr für die „Haie“ verteidigen.

Auch im Angriff setzen die Tiroler auf Cracks mit EBEL-Erfahrung, so stand Marcus Olsson in den letzten beiden Saisonen für die Vienna Capitals auf dem Eis. Auch Kris Beech war zuletzt für die Wiener aktiv, wenn auch nur in den letzten sieben Partien. Matt Siddall spielte ebenfalls kurzeitig in der EBEL. In der Saison 2011-12 absolvierte er 27 Spiele (18 Punkte) für Medvescak Zagreb.

Ein in Österreich unbeschriebenes Blatt ist Andreas Valdix, der den größten Teil seiner Karriere in der zweiten schwedischen Liga verbrachte und dort in 390 Spielen 189 Punkte verbuchen konnte.

Dem Trio wird die nicht unbedeutende Aufgabe zukommen, die Topscorer der vergangenen Saison, namentlich die Donati-Zwillinge Tyler und Justin, sowie Luke Salazar zu ersetzen.

Name

Alter

Position

Nation

voriger Verein

Nick Ross

25

D

Kanada

Asiago (ITA)

Marcus Olsson

27

C/LW

Schweden

Malmö (SWE2)

Andreas Valdix

29

C/RW

Schweden

Oskarshamn (SWE2)

Matt Siddall

29

RW

Kanada

Ritten (ITA)

Johan Björk

29

D

Schweden

Malmö (SWE2)

Dustin VanBallegooie

31

D

Kanada

Graz99ers

Kris Beech

33

C

Kanada

Vienna Capitals

KADERBEWERTUNG:

TOR:

 

 

Adam Munro und Patrick Machreich bilden wie schon vergangene Saison das Torhüter-Tandem. Der 31-jährige Kanadier überzeugte mit einer Fangquote von 91 Prozent. Machreich wird wohl nur zum Einsatz kommen, wenn sich Munro wie im vergangenen November verletzt, zu groß ist der Leistungsunterschied zwischen den beiden.

LAOLA1-Bewertung: Munro ist ein sicherer Rückhalt, sein Gegentorschnitt von 3,48 Toren pro Spiel zeigt aber auch, dass selbst der beste Keeper nicht viel ausrichten kann, wenn ihn seine Vorderleute im Stich lassen.

ABWEHR:

 

 

Die drei neuen Legionäre VanBallegooie, Ross und Björk werden auf viele Einsatzminuten kommen, unterstützt werden sie von den Tirolern Stefan Pittl, Florian Stern, Florian Pedevilla und Christoph Hörtnagl. Vor allem von VanBallegooie erwartet man in Innsbruck auch offensiv Akzente, in drei Saisonen in Graz konnte der Kanadier immerhin 88 Scorerpunkte einheimsen.

LAOLA1-Bewertung: Die Verteidigung war vergangene Saison der größte Schwachpunkt der Haie, die Neuzugänge machen die Innsbrucker zwar besser, viel stabiler dürfte die Hintermannschaft aber insgesamt nicht geworden sein.

ANGRIFF:

 

 

Center Kris Beech dürfte gemeinsam mit Jeff Ulmer in der Toplinie gesetzt sein. Die zweite Flügelposition könnte mit Alexander Höller ein Österreicher einnehmen, aber auch Siddall und Olsson können dort spielen. Sonst wäre der Schwede neben seinem Landsman Valdix auch ein Kandidat für den Center in der zweiten Linie. Mit Patrick Mössmer gibt es noch einen zweiten Österreicher, der eine Option für die ersten beiden Sturmreihen ist. Andreas Hanschitz, Bennedikt Schennach, Daniel Frischmann und Maximilian Steinacher werden um Einsatzminuten in der dritten Angriffsformation kämpfen.

LAOLA1-Bewertung: Die Qualität der Top sechs hat sich insgesamt leicht verbessert, danach fehlt es allerdings an Tiefe.


Anmerkung: Als Bewertungsgrundlage gibt es 1 bis 10 Pucks, wobei 10 das Maximum darstellt.

Name

Alter

Position

Nation

neuer Verein

David Lindner

23

D

Österreich

VEU Feldkirch (INL)

Marek Malik

39

D

Tschechien

Karriere-Ende

Luke Salazar

25

RW/LW

USA

Asplöven (SWE2)

Christoph Echtler

24

RW

Deutschland/Österreich

EC Kitzbühel

Justin Donati

27

C

Italien/Kanada

Vita Hasten (SWE2)

Tyler Donati

27

LW/RW

Italien/Kanada

unbekannt

Lukas Jurik

32

C

Slowakei

HKM Zvolen (SVK)

Craig Switzer

29

D

Kanada

ubekannt

Shane Sims

26

d

USA

unbekannt

DAS LAOLA1-FAZIT:

Alles in allem stehen die „Haie“ im dritten Jahr nach dem Wiederaufstieg besser da, als zuvor. Die Legionäre versprechen eine Qualitätssteigerung, da die Quantität allerdings dieselbe wie im Vorjahr ist, werden sich die Playoffs auch unter dem neuen Coach Olsson nicht ausgehen. Auch wenn der „Tiroler Weg“ finanziell der richtige für den HCI ist, bringt er den Klub sportlich nicht weiter, zu groß ist das Leistungsgefälle zwischen den Ausländern und den Tiroler Spielern.

 

Fabian Santner

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