Nur ein Punkt zum Boni-Einstand

Aufmacherbild
 

Am siebten Spieltag der EBEL-Zwischenrunde mimte Znojmo den Spielverderber beim Debüt von Jim Boni.

Die Tschechen besiegten die Capitals daheim 2:1 nach Penalties. Nödl glich die frühe Seda-Führung erst im Schlussdrittel aus, Sedivy traf als 5. Penalty-Schütze.

Auch Linz (2:0 über Fehervar), Salzburg (4:3 über den VSV) und Innsbruck (4:3 über DEC) erkämpften ihre Heimerfolge, während der KAC beim 5:0 über Ljubljana ungefährdet war.

Nur Graz entführte zwei Punkte aus einer fremden Halle und siegte 5:4 n.P. bei Bozen.

HC Znojmo - Vienna Capitals 2:1 n.P. (1:0,0:0,0:1 - 0:0,1:0)

Tore: Seda (6.), Sedivy (entscheidender Penalty) bzw. Nödl (49.)

Znojmo, 3.002; Strafminuten: 14 bzw. 10.


Nur die halbe Freude: Ein Punkt ist besser als kein Punkt, denn hätten die Capitals diesen nicht geholt, hätte man sich von der Chance auf einen Top-Vier-Platz so gut wie verabschieden können. So bleibt diese noch bestehen, wenngleich es Schützenhilfe braucht, um noch an Fehervar vorbeizuziehen. Doch Znojmo konnte den Vorsprung auf die Wiener auf fünf Punkte ausbauen, was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit reichen wird, um nicht mehr überholt zu werden. Die Luft wird langsam dünn...

Hätte man den Start nicht verschlafen...: Znojmo hätte den Gästen den Einstieg in die Partie sehr leicht gestaltet. Nach nur 27 Sekunden ging Jan Seda vom Eis, doch das Powerplay blieb ungenutzt. Im Mitteldrittel bot sich beiden Mannschaften sogar je eine Fünf-gegen-Drei-Chance, doch die Penalty-Killing-Units blieben sicher.

Gut Ding braucht eben Weile: Es war erst das zweite Mal, dass bei den Vienna Capitals ein Trainer vorzeitig abgelöst wurde - und zum zweiten Mal heißt der Mann, der das Feuer wieder entfachen soll, Jim Boni. Seinem ersten, durchaus erfolgreichen Engagement ging 2003 die Entlassung von Kurt Harand vor. Damals sollte es bis in die Folgesaison dauern, ehe aus der Ehe auch Liebe wurde. Müssen sich die Caps-Fans wieder gedulden?

Black Wings Linz - Fehervar AV19 2:0 (0:0,0:0,2:0)

Tore: Kozek (44./PP), Lebler (59./PP)

Linz, 3.650; Strafminuten: 10 bzw. 10.


Eiskalt: Lange blieben die Magyaren mit ihrer Defensiv-Taktik erfolgreich. Nach den ersten zehn Minuten, die die Pallin-Mannen durchaus engagiert hinter sich brachten, verlagerte man sich bald auf das Anrühren von Beton. Die Black Wings fanden kein Gegenrezept, zumal die Gäste aus dem Osten auch noch diszipliniert blieben. Bis zur 43. Minute sollte es dauern, bis mit Sarpatki der erste "Teufel" als böser Bube auffiel und auf die Strafbank ging. Die Linzer nutzten dies erbarmungslos aus und brauchten nur 55 Sekunden Überzahl, um die lang ersehnte Führung zu erzielen. Da passte ins Bild, dass auch der zweite Treffer kurz vor Ende mit einem Mann mehr am Eis fiel.

Das Top-Duo schreibt an: Und wem hatten die Linzer den hart erarbeiteten Sieg zu verdanken? Natürlich Andrew Kozek und Brian Lebler. Nachdem ersterer mit dem 32. Saisontor auf seinen Kollegen aufschloss, ließ sich der (wieder alleinig) Führende in dieser Statistik nur 15 Minuten lang bitten, ehe er sein eigenes Konto auf 33 aufstockte. Der Respektabstand des Salzburg-Stürmers Thomas Raffl (24) wächst an.

Fehervar ohne Biss: Nach dem 0:3 in der eigenen Halle konnte Fehervar auch beim zweiten Pick-Round-Duell mit den Black Wings nicht anschreiben. Da kann man sich ja fast ausrechnen, welchen Playoff-Gegner sich die Oberösterreicher wünschen werden.

Zuschauer-"Minusrekord": 3.650 Zuschauer in der Linzer Keine-Sorgen-Arena. Während die Hälfte der EBEL-Teams einen solchen Besucherandrang mit Handkuss nehmen würde, bedeutet es für die Black Wings Negativrekord in der laufenden Saison. Da traut man sich fast gar nicht, großen Tadel ans Publikum zu richten. Aber, liebe Linz-Fans, nicht vergessen: So richtig heiß wird es erst jetzt!

RB Salzburg - VSV 4:3 (1:0,2:1,1:2)

Tore: Sterling (19./PP), Mühlstein (24.), Komarek (30./PP), Duncan (42.) bzw. Lammers (40., 49./PP), McBride (55./PP)

Salzburg, 2.022; Strafminuten: 12 bzw. 6.


Salzburg verlängert die Serie: Die Bullen gewannen auch das siebte Spiel in der Zwischenrunde und führen die Tabelle souverän an. Die Salzburger liegen fünf Punkte vor den Black Wings Linz, es sind noch drei Partien in der Pick Round zu absolvieren. Der erste Tabellenplatz ist den Mozartstädtern damit nur noch theoretisch zu nehmen. Salzburg verlängerte die beeindruckende Siegesserie, der 4:3-Erfolg gegen den VSV ist der achte Sieg in Folge, dabei sogar der elfte Heimsieg en suite.

Ein überragender VSV-Akteur: John Lammers war gegen Salzburg der beste VSV-Spieler und an allen Treffern der Villacher beteiligt. Kurz vor der zweiten Drittelpause nahm sich der 29-jährige Kanadier ein Herz und hämmerte den Puck zum 1:3 ins Kreuzeck. Beim 2:4-Anschlusstreffer stand Lammers goldrichtig und verwertete einen Abpraller. Abschließend leistete der Stürmer beim 3:4 durch McBride die mustergültige Vorarbeit.

Erster Saisontreffer: Florian Mühlstein, der junge Verteidiger in Diensten von RB Salzburg, erzielte seinen ersten Treffer in der laufenden EBEL-Saison. Der 24-jährige Österreicher stand nach einem Welser-Schuss ideal und verwertete den Rebound zum zwischenzeitlichen 2:0. Mühlstein lieferte auch sonst eine solide Performance ab, einmal musste er aufgrund eines überharten Checks auf die Strafbank.

KAC - Olimpija Ljubljana 5:0 (3:0,2:0,0:0)

Tore: Pöck (1., 26.), St. Geier (17./PP), Reichel (20./SH), Setzinger (31./PP)

Klagenfurt, 3.552; Strafminuten: 6 bzw. 10.


Lästiges Pflichtspiel: Schon vor der Partie war für den KAC klar, dass man das Playoff-Ticket gegen Ljubljana nur verspielen kann. Ein Sieg gegen den Tabellenletzten war fest eingeplant. Die Mannschaft agierte ökonomisch und machte nur so viel, wie sie musste - wie ein gutes Turnierpferd, das weiß, wie hoch es springen muss. Nach dem zweiten Drittel ähnelte die Partie in der Klagenfurter Messehalle einem Testspiel aus der Preseason.

Tuokkola macht sich ein Geschenk: Der finnische KAC-Goalie ist schon seit Wochen die Lebensversicherung der Klagenfurter. Ohne ihn hätten Reichel, Koch, Lundmark und Co. schon längst den Urlaub buchen können. Als Dank für die starken Leistungen schenkten ihm seine Vorderleute heute ein Shutout. Vor allem im letzten Drittel warfen sich die Cracks mehrmals in die Schüsse der Slowenen. Nach dem Spiel blickt der Keeper auf stolze 27 abgewehrte Torversuche.

Apropos Ljubljana: Was war da denn los? Nun: Bei Ljubljana ist die Saison schon längst abgehakt. Da konnte man der Mannschaft, die übrigens stark verändert über den Loiblpass nach Kärnten kam, keinen Vorwurf machen. Ganz im Gegenteil: Hoffen wir mal, dass die slowenische Hauptstadt auch im nächsten Jahr noch einen EBEL-Vertreter stellen wird. Aktuell sieht es eher düster aus.

HC Bozen - Graz99ers 4:5 n.P. (2:1,1:3,1:0 - 0:0,0:1)

Tore: Schofield (17.), Keller (19.), Insam (31.), Pance (56./PP) bzw. Walker (2., 23.), Kelly (24.), Zagrapan (28./PP), Moderer (entscheidender Penalty)

Bozen, 1.460; Strafminuten: 6 bzw. 8.


HC Innsbruck - Dornbirner EC 4:3 (1:2,1:1,2:0)

Tore: Macaulay (20.), Schennach (35.), Siddall (44./PP), Ulmer (59.) bzw. Aquino (7./PP), Grabher Meier (14.), Arniel (22.)

Innsbruck, 900; Strafminuten: 4 bzw. 6.

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen