Schneller als sein Schatten

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Andrew Kozek - Der Torjäger vom Dienst

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Der Dornbirner Eishockey Club macht sich in seiner ersten Saison in der höchsten österreichischen Spielklasse zwei Spieltage vor Ende der Zwischenrunde noch berechtigte Hoffnungen auf den letzten verbleibenden Playoff-Platz.

Die Vorarlberger liegen zwei Punkte hinter Salzburg, die den begehrten Spot innehaben und spielen am letzten Spieltag der Qualifikationsrunde aber noch gegen die Mozartstädter.

Bevor jedoch der große Showdown mit den „Bullen“ anstehen würde, müssen die „Bulldogs“ erstmals in Znojmo bestehen. Sowohl in Tschechien als auch in der heimischen Messehalle, haben die Liga-Neulinge noch keinen Punkt gegen die „Roten Adler“ geholt. Dies soll sich nun am Dienstag ändern.

Kozek der Sniper

Einer, der den Unterschied zu Gunsten des DECs machen kann, ist Stürmer Andrew Kozek. Der Kanadier spielt seine erste Saison in Europa und hat in der Erste Bank Eishockey Liga eingeschlagen wie eine Bombe. Der 26-jährige Kanadier kam im Sommer aus der Asia League von den Nikko Icebucks ins „Ländle“ und ist derzeit der beste Angreifer der heimischen Liga.

Mit 37 Toren in 52 Spielen führt er die Liste der Torschützen mit sechs Treffern Vorsprung auf den Linzer Brian Lebler an und bildet im Duo mit Luciano Aquino den besten Sturm in Österreich.  

Nun soll Kozek seine Premieren-Saison vergolden und seine Dornbirner ins Playoff schießen.

Im Gespräch mit LAOLA1 verrät der treffsichere Stürmer wie die Mannschaft mit dem Druck des Gewinnen-Müssens umgeht. Außerdem spricht er über das spezielle Verhältnis zu seinem Kompagnon Aquino und was ihn vor dem gegnerischen Tor so gefährlich macht.

LAOLA1: Dornbirn ist noch im Rennen um die Playoffs und spielt nun gegen Znojmo. Bisher hat man alle fünf Saisonduelle verloren, zuletzt zu Hause mit 1:7. Was müsst ihr ändern bzw. worauf kommt es an, damit ihr in Tschechien bestehen könnt?

Andrew Kozek: Wir müssen über die gesamten 60 Minuten als Mannschaft an einem Strang ziehen. Unser Spiel muss körperbetont sein und vor allem in der Defensive muss alles zusammenpassen. Es gilt die tschechische Offensive auszuschalten und schnell nach vorne zu spielen.

LAOLA1: Ihr müsst beide Spiele gewinnen. Wie geht ihr mit dem Druck um?

Kozek: Wir müssen fokussiert und relaxed bleiben. Der Glaube an unser Können ist sehr wichtig, immerhin haben wir die gesamte Saison auf diesen Moment hingearbeitet. Es gilt einen Fuß vor den anderen zu setzen und jeder in unserem Kader muss bereit sein, alles für den Sieg zu geben.

LAOLA1: Luciano Aquino sagte in einem Interview euer Mannschaftsgeist sei einzigartig. Wie empfindest du den Zusammenhalt in Dornbirn?

Kozek: Diese Mannschaft unterscheidet sich in vielen Punkten von jenen, für die ich bisher gespielt habe. Sowohl auf als auch abseits des Eises haben alle ein spezielles Verhältnis zueinander. Ich stimme mit Luch überein und würde auch behaupten, dass eine familiäre Atmosphäre in der

Kozek hat einen ganz besonderen Torriecher

LAOLA1: Dornbirn ist deine erste Station in Europa. Fühlst du dich wohl?

Kozek: Dornbirn ist bisher einfach großartig. Die Stadt ist wundervoll, die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit. Außerdem haben wir sehr enthusiastische Fans. Österreich ist ein traumhaftes Land und ich habe auch schon einige Reisen unternommen, die mich wirklich beeindruckt haben.

LAOLA1: Kommen wir zurück zum Sportlichen. Du triffst nach Belieben und führst in der Torschützenliste. Welche Tugenden machen dich zu einem so starken Sniper?

Kozek: Ich habe immer hart an meinem Schuss gearbeitet und mich darauf konzentriert, möglichst schnell abzuziehen. Außerdem mag ich es dorthin zu gehen wo es weh tut, sprich vors Tor und mich in der Position zu behaupten, aus welcher ich Tore machen kann. Allerdings muss ich an dieser Stelle auch meine Mannschaftskameraden hervorheben, die mit tollen Spielzügen und Assists diese Tore erst möglich machen.

LAOLA1: Du warst vorher in Asien. Wie ist dein Wechsel nach Dornbirn zu Stande gekommen? Hast du einige deiner nunmehrigen Teamkollegen bereits vorher gekannt?

Kozek: Mein Agent wurde von einem Klub-Verantwortlichen kontaktiert und bot mir die Chance an, mich hier zu behaupten. Ich habe viele gute Dinge über Österreich und die Erste Bank Eishockey Liga gehört und konnte mir diese Chance nicht entgehen lassen. Allerdings kannte ich weder Trainer noch Mitspieler vor meiner Ankunft in Vorarlberg.

LAOLA1: Du spielst mit Abstand deine beste Saison. Liegt dir der Stil, der in Europa bzw. Österreich gespielt wird?

Kozek: Ich spiele mit sehr viel Selbstbewusstsein und versuche Konstanz in mein Spiel zu bringen. Im Sommer habe ich Extra-Schichten geschoben, um sicher zu gehen, dass ich in bester körperlicher Verfassung bin, wenn die Meisterschaft losgeht. Der Trainer schenkt mir in wichtigen Situationen, wie zum Beispiel im Powerplay, das Vertrauen, was sehr wichtig für mich ist. Ich verdanke aber all den Erfolg nur meinen Kollegen, mit welchen ich auf dem Eis stehe. Wir haben eine Menge talentierte Spieler in unserem Kader und ich würde ohne ihren Beitrag nicht die Saison spielen, wie ich es derzeit tue.

Aquino und Kozek harmonieren perfekt

LAOLA1: Mit Luciano Aquino bildest du ein geniales Duo. Versteht ihr euch auch abseits des Eises und wie erklärst du dir die gute Chemie zwischen euch auf dem Eis?

Kozek: Von Beginn an verbindet uns eine sehr enge Freundschaft. Wir sind Nachbarn und verbringen auch außerhalb der Eishalle sehr viel Zeit gemeinsam. Dieses spezielle Verhältnis trägt sicher zu unserer Chemie auf dem Eis bei. Wir können das Spiel des anderen gut lesen und wissen einfach, wo der andere nach einem Pass sein wird. Er ist ein harter Arbeiter und ein talentierter Eishockey-Spieler. Er macht es mir auf dem Eis sehr einfach.

LAOLA1: Dornbirn möchte dich gerne halten. Gibt es bereits Gespräche über eine Vertrags-Verlängerung bzw. hast du andere Angebote vorliegen?

Kozek: Ich genieße meine Zeit in Dornbirn sehr und würde auch gern bleiben, wenn es die Umstände zulassen. Im Moment ist das aber alles Zukunftsmusik und ich fokussiere mich nur auf die letzten zwei Spiele und die Teilnahme an den Playoffs. Zuerst will ich mich auf diese Saison konzentrieren, bevor ich an die kommende Spielzeit denke.

LAOLA1: Wie sehen deine Ziele für die nächsten fünf Jahre aus? In welcher Liga würdest du dich gerne noch beweisen und wie realistisch siehst du die Chance, dieses Ziel auch zu erreichen?

Kozek: Realistisch gesehen, bin ich froh, wenn ich in fünf Jahren noch professionelles Eishockey spielen und damit meinen Lebensunterhalt verdienen kann.

Sebastian Rauch

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