"Causa Ryan" - IIHF muss entscheiden

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Er ist der neue Goalgetter des VSV. Nein, er sollte es sein. Oder gehört er etwa noch Fehervar AV19?

Derek Ryan sorgt für Konfusion, selbst einen Monat nach seiner Unterschrift in Villach.

Noch am 7. Juli durfte sich der sechsfache Meister ob seines (vermeintlichen) Transfer-Coups feiern lassen. Künftig sollte eines der größten Talente der EBEL für sie stürmen.

Bereits in seiner Premieren-Saison wirbelte der 25-Jährige durch die Defensivreihen, machte sich mit 26 Toren und 27 Assists einen Namen.

Kein Wunder also, dass Fehervar um den Star-Center kämpft. Ebenso wie der VSV.

Beide berufen sich dabei auf „rechtmäßige“ Verträge. Deshalb liegt der Sachverhalt nun bei der Internationalen Eishockey-Föderation (IIHF).

Nichts Neues in der „Causa Ryan“

„Wir hoffen, dass in den nächsten Tagen eine Entscheidung gefällt wird“, erklärt der für Pressearbeit zuständige Ex-Keeper Gert Prohaska auf Nachfrage von LAOLA1. Mehr kann oder darf er nicht sagen.

Das Thema ist heiß. Und die Verantwortlichen wollen es nicht unnötig anheizen. „Wir lassen uns auf keine Spekulationen ein, warten ab, dann sehen wir weiter.“ An der Situation habe sich nämlich seit dem Abschluss nichts geändert.

„Wir haben einen Spieler unter Vertrag genommen, der laut Manager und ihm selbst frei war. Daher gehen wir davon aus, dass wir eine gültige Zusammenarbeit abgeschlossen haben.“

Zwei Verträge sind einer zu viel

Jedoch wurde Ryan vom ungarischen Verband die Freigabe verweigert. Weshalb, liegt auf der Hand. Erst im März beschloss er seine Arbeitspapiere zu erneuern. Bei Fehervar zeigte man sich erleichtert, diese Schlüssel-Personalie derart früh geklärt zu haben.

Wenige Wochen später begannen die Differenzen. General Manager Gabor Ocskay gab damals bei „sportklub.tv“ empört zu verstehen: „Der Agent hat sich gemeldet und meinte, dass sie aussteigen. Seither gelang es uns nicht, mit dem Spieler Kontakt aufzunehmen. Alle Mails landen bei ihm.“

Angesprochener Agent ist Ross Lambert. Er kümmert sich um Ryans Belange, für die Verwunderung der Magyaren hat er überhaupt kein Verständnis.

Was passiert mit dem Wunschspieler?

„Der Klub brockte sich das selber ein. Nach der Verlängerung verabsäumte man, die vereinbarten Gehälter, Boni und Honorare zu überweisen. Wir hatten ernste Zweifel an der Liquidität, daher sahen wir uns veranlasst, den Kontrakt aufzukündigen“, tobte Lambert via Aussendung an die Journalisten.

Und er legte nach: „Derek wird sicher nicht mehr dort spielen. Einige Teamkollegen wurden ebenso nicht entlohnt. Er hatte nicht das Gefühl, dass es im Interesse seiner Familie wäre, zurückzukehren.“ Als dies publik wurde, zögerte der VSV nicht.

Der Wunschspieler war da, die Kaderplanungen abgeschlossen. Ryan sollte unter Neo-Coach Hannu Järvenpää, der ihm das Prädikat „most talented kid in the league“ verpasste, zum „Go-to-Guy“ reifen. Und jetzt?

„Wir mischen uns nicht ein“

Obwohl sich der designierte Torjäger in Villach auf die neue Saison einstimmt, ist seine Zukunft in der Schwebe. „Die IIHF muss dazu Stellung nehmen. Wir warten das Urteil ab, mischen uns nicht großartig in die Sache ein“, so Prohaska.

Kurioses Detail: Mit dem Widerstreiter aus Fehervar hat man laut eigenen Angaben keinen Kontakt. Stattdessen ließen am Donnerstag die anderen EBEL-Konkurrenten durchklingeln. Die Nachricht, dass die „Adler“ auf Ryan verzichten würden, erregte ihr Interesse. Lamberts Telefonnummer war gefragt.

Der VSV erteilte allen Anfragen eine Absage. Zunächst verzichtet man lediglich in den Testspielen auf den einstigen Mitspieler Michael Grabners bei den Spokane Chiefs.

Gegenwärtig sind höhere Institutionen am Wort, die Konfusion um Derek R. aufzulösen.

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