Salzburg-Urgstein Trattnig: Sein letztes Finale?

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Am Montag feierte die Fußball-Sektion von Red Bull Salzburg sein Zehnjähriges.

Die Eishockey-Fraktion gibt es um fünf Jahre länger, Matthias Trattnig ist dabei das Urgestein.

Seit zehn Jahren spielt der Steirer für die "Eisbullen" und wird ab heute (ab 19:30 Uhr bei ServusTV und im LAOLA1-Live-Ticker) sein achtes EBEL-Finale spielen. Nur 2012 und 2013 stand der heute 35-Jährige bei den letzten Spielen nicht am Eis, vier Mal gewann er das Liga-Finale bislang. 2014 scheiterte Salzburg an Bozen.

"Habe die Wiener erwartet"

"Auf dieses Ziel arbeitet man jede Saison hin", freut sich der frühere Stürmer und heutige Verteidiger im Gespräch mit LAOLA1 auf den Showdown. Erstmals trifft Salzburg in einem Finale auf Wien.

Während viele auf die Black Wings aus Linz als Finalgegner setzten, hatte der Red-Bull-Kapitän Wien am Radar.

"Ich habe die Wiener wegen ihrer vier Linien erwartet, sie sind körperlich stärker. Linz spielt am Ende mit zwei, drei Linien, so wie gegen uns vergangene Saison im Halbfinale und hat dann mit der Energie und der Frische Probleme", schildert der Routinier, der im letzten Halbfinal-Spiel von seiner (fast obligatorischen) Mehr-Spiele-Sperre in den Playoffs zurückkam und gleich punktete.

Beim 3:2-Sieg nach Verlängerung beim KAC traf Trattnig nach vier Spielen Pause zwei Mal zum Ausgleich, Dominique Heinrich machte den Sweep im Duell mit dem Rekordmeister klar. 

"Es gibt keinen Favoriten"

"Beide Mannschaften haben ihre Serien schnell gewonnen, haben sicher viel Selbstvertrauen", wollen sich Trattnig und seine Salzburger nicht zum glasklaren Favoriten machen lassen.

"Favorit gibt es überhaupt keinen, es treffen zwei gleichwertige Teams aufeinander. Herz und Wille werden entscheiden. Jeder Spieler muss alles für sein Team geben. Vergangenes Jahr hat am Ende ein Schuss entschieden. Jeder geblockter Schuss kann also schon den Unterschied ausmachen."

Salzburg kam in den Duellen gegen den KAC oft erfolgreich zurück. Trattnig: "Es ist gut für uns zu wissen, dass wir am Ende noch zulegen können."

Ob Trattnig nach dieser Saison noch einmal zurückkommt, ist fraglich. Sein Vertrag läuft aus und darauf angesprochen verweist der alte Hase im Eishockey-Geschäft auf seinen Pressesprecher, der meint: "Wir sind in den Playoffs und da wird über Verträge nicht gesprochen."

WM ist fix kein Thema mehr

Silentium also in Salzburg. Nachgefragt bei Trattnig, ob er denn noch Lust auf Eishockey hat, meint er kryptisch: "Ich werde sicher noch die nächsten zwei Jahre in Salzburg leben, ob ich Eishockey spielen werde, weiß ich nicht." Kommissar Brenner sollte wohl wieder in Salzburg ermitteln.

Eines ist klar: Auch wenn ihn Salzburgs Head Coach und Nationalteam-Trainer Daniel Ratushny für den erweiterten Kader nominiert hat, in Tschechien ist Trattnig nicht dabei: "Die WM ist kein Thema für mich, das Kapitel Nationalteam ist abgeschlossen."

Die Eishockey-Karriere scheint es noch nicht zu sein. "Ich habe Pläne für mein Leben nach dem Eishockey", sagt der Langzeit-Bulle zwar, aber es scheint, als müssten die noch zwei Jahre warten.

Und damit wohl das eine oder andere EBEL-Finale.

 

Bernhard Kastler

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