Schockstarre in Wien

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Rotter tut es für Mitspieler leid

Doch nicht nur die Defensive war lückenhaft, auch die Sturmleistung war nicht jene, die man von den Wienern aus der bisherigen Saison gekannt hatte.

„Wir konnten unsere Stärken nicht ausspielen, offensiv zu agieren und viel zu rotieren. Sie sind stark gestanden und haben alles geblockt, was zu blocken war“, analysierte Rotter. Auch das Powerplay war so gut wie kein Faktor zugunsten der Hauptstädter.

„Da hatten wir mental unsere Schwierigkeiten. Da gibt es Spieler, die im offensiven Drittel nicht die Verantwortung übernehmen wollen und das macht es dem Gegner einfacher zu verteidigen“, übte Samuelsson schlussendlich doch etwas Kritik an seiner Mannschaft.

Am Ende ist es egal, wie das Fazit des Trainers aussehen wird, die Saison ist vorbei und auch der Schwede wird sich und seine Methoden hinterfragen müssen. Denn ein so frühes Ausscheiden eines Mitfavoriten hat meist auch personelle Folgen, wie auch Rotter weiß.

„Schade, dass die Saison so endet, auch für einige Spieler, deren Engagement in Wien wahrscheinlich mit dem Ausscheiden vorbei ist. Ich hätte ihnen ein besseres Ende vergönnt und mir natürlich auch“, befürchtet der Stürmer bereits ein Köpferollen.

Sebastian Rauch

Ein Fight ist verschwendete Energie

Gegenspieler Cole Jarrett bestätigt die Aussagen Rotters.  „Sie waren körperlich sehr präsent, das kann man mir glauben. Allein Jonathan Ferland ist ein unglaublicher Fighter.“

Die Tatsache, dass es in Spiel fünf bereits um Alles ging und es dennoch so gut wie keine körperlichen Auseinandersetzungen oder Scharmützel unter den Spielern gab, sah der Kanadier als absolut normal an.

„Das ist meist nur verschwendete Energie. Aber nur weil sie die Handschuhe nicht fallen ließen, heißt nicht, dass sie nicht hart gespielt und gekämpft hätten“, zollte der Verteidiger dem unterlegenen Gegner Respekt.

Alles in Ruhe analysieren

Während die Villacher nun ins Halbfinale aufsteigen und entweder gegen den HC Bozen oder die Black Wings Linz in einer „best-of-five“-Serie um den Einzug ins Finale kämpfen, beginnt bei den Capitals die Ursachenforschung für das verfrühte Ausscheiden.

„Wir werden jetzt erst mal ein paar Tage brauchen, um die Saison richtig zu analysieren“, bestätigte Trainer Tommy Samuelsson, der noch nicht ins Detail gehen wollte, was letztendlich die Gründe für das Scheitern waren.

Zu viele Gegentore

Fakt ist jedoch, dass die Defensive nicht so agierte, wie man das von den Wienern gewohnt war. In fünf Spielen kassierten die „Gelb-Schwarzen“ 22 Gegentreffer. Kein gutes Zeugnis für Einser-Keeper Matt Zaba, dem Samuelsson aber keinen Vorwurf machte. Im Gegenteil: „Er ist eine Trademark in diesem Verein. Er hat uns in der gesamten Saison immer die Möglichkeit gegeben, Spiele zu gewinnen, und hat das auch heute getan“, sagte der Schwede nach der abschließenden 2:4-Pleite, die der Schlussmann im Übrigen wegen einer Verletzung nicht beenden konnte.

Für die siegreichen Villacher machte der Keeper am Ende aber sehr wohl den Unterschied aus. „Lamoureux hat ausgezeichnet gehalten“, waren sich die Verteidiger Jarrett und Mario Altmann einig. „Er hat mit Sicherheit den Unterschied gemacht“, fügte Ersterer noch hinzu.

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