"Sonst ist es schnell vorbei"

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(K)Ein Auftakt nach Maß ins EBEL-Finale

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"Zum Zweifeln brauchen wir überhaupt nicht beginnen. Aber es ist schade, dass wir so schlecht ins Finale gestartet sind", befand Philipp Pinter.

Der Capitals-Stürmer brachte die Stimmungslage der Hausherren in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag auf den Punkt.

Das Abendmahl namens Spiel 1 im EBEL-Finale 2013 schmeckte ihm, seinen Kollegen und den 6700 Caps-Fans in der mit 7000 Zuschauer ausverkauften Albert-Schultz-Halle ganz und gar nicht. Den 300 KAC-Fans in Wien-Kagran umso mehr.

"Es hat der Biss gefehlt"

Mit dem Eishockey-Minimal-Ergebnis von 1:0 gewann der Rekordmeister die erste Partie der Endspiel-Serie in dieser Saison. Acht Jahre nach dem letzten Finalspiel in Wien erwischten die Haupstädter also alles andere als einen Auftakt nach Maß.

"Wir sind nicht so rausgekommen, wie wir uns das vorgenommen haben", musste Rafael Rotter nach den 60 Minuten eingestehen.

"Die Intensität hat gefehlt, die Zweikämpfe wurden nicht gewonnen, es hat irgendwie bei allen der Biss gefehlt. So kann man gegen gut spielende Klagenfurter nicht gewinnen", übte der Stürmer mannschaftliche Selbstkritik.

"In den Playoffs rächt sich alles, jeder muss 120 Prozent geben. Man schießt die Tore nicht, wenn man die dreckige Arbeit nicht macht", so der 25-Jährige weiter.

Zu schwaches Powerplay

Pinter schlug in dieselbe Kerbe: "Wir waren von Start weg immer zu spät und haben zu lange Wechsel gehabt. Es waren viele Spieler nicht im Spiel drinnen."

Und wer kein Tor schießt, der hadert vor allem im Eishockey selbstredend mit der Chancenverwertung. Sechs Überzahlspiele ließen die Wiener ungenützt, dabei sogar ein 1:15 Minuten andauerndes 5 gegen drei.

"Vielleicht spielen wir es zu kompliziert, wir müssen einfach mehr Schüsse zum Tor bringen. Wir haben mehrmals in der Saison bewiesen, dass wir ein gutes Powerplay haben, zur Zeit ist es zu wenig", analysierte der 28-jährige Kärntner. 

Hinsichtlich der grundsätzlichen Arbeit gab Pinter bereits nach dem ersten Spiel unmissverständlich zu bedenken: "Wir wissen, dass wir ein gutes Team sind. Man muss sich aber auch bewusst sein, dass die Serie sehr schnell vorbei sein kann, wenn wir weiter so auftreten."

Freilich sah auch sein Coach Tommy Samuelsson Verbesserungsbedarf vor dem Tor  ("Wir müssen davor und im Slot heißer sein"), doch zollt der Schwede Respekt: "Wir haben viele Chancen gehabt, der Gegner aber auch. Beide Teams spielen sehr gut, auf beiden Seiten hat man nicht so viel Zeit, nicht so viele Rebounds." 
 
Plus: "Rene Swette hat das Tor gut sauber gehalten, das muss man auch sagen."
 
Teufelskerl Swette

Und wie man das sagen muss. Ein Shutout im Finale, das gibt es nicht alle Tage. Schon gar nicht in Wien. Pikanterweise war es aber tatsächlich der KAC, der das letzte Mal in der Bundeshauptstadt ohne Gegentor vom Eis ging.

Damals - vor acht Jahren im Finale - konnte Spiel 3 der Serie 5:0 gewonnen werden, in allen 243 Heimspielen danach bejubelten die Caps-Fans zumindest einen Treffer.

Nicht gegen Swette an diesem Abend. Der 24-Jährige ließ keinen der 37 Schüsse auf seinen Kasten ins Tor. Gegenüber Matt Zaba auch nur einen von 27. "1:0 ist eigentlich kein Eishockey-Ergebnis, das spricht für die Goalies", hielt Rotter fest.

"Rene hat unmenschlich gehalten", zog KAC-Goldtorschütze Martin Schumnig den Hut vor seinem Keeper.

"Er hat großartig gespielt", lobte auch dessen Coach Christer Olsson, der im schwedischen Headcoach-Duell gegen Samuelsson ebenfalls auf 1:0 stellte.

Sieg für verletzten Tommy Koch

Der während der Saison zum Chef beförderte 42-Jährige streute aber seiner ganzen Mannschaft Rosen: "Es war ein Sieg aller Spieler, die einfach hart gekämpft haben. Und es war ein Sieg für Tommy (Koch, verletzt, Anm.), der uns am Sonntag hoffentlich wieder zur Verfügung stehen wird."

Für alle Beteiligten war aber nach diesem ersten Spiel der Finalserie auch klar, dass eben erst das erste Spiel von möglichen sieben über die Bühne ging.

Auch 2005 gewann der KAC das erste in Wien und verlor gegen die Caps die Serie. Vergangene Saison gewannen die Kärntner auf ihrer "Mission 30" in Linz auswärts die Auftaktpartie und in der Folge keines mehr.

Man darf gespannt sein, wie sich diesmal die Serie entwickelt.

 

Bernhard Kastler

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